Stadt Neunburg beruft erstmals Integrationsbeauftragte
"Vorleben, wie es bei uns läuft"

Elke Reinhart ist seit 1. November als "Beauftragte für Flüchtlinge und ausländische Mitbürger" für den Bereich der Stadt Neunburg tätig. Bürgermeister Martin Birner stellte die neue Mitarbeiterin, die ihre Aufgabe in Teilzeit erledigen wird, im Rathaus vor. Bild: Mardanow
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Neunburg vorm Wald
08.11.2016
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Zum ersten Mal hat die Stadt Neunburg eine Integrationsbeauftragte bestellt: Elke Reinhart will Flüchtlingen und ausländischen Mitbürgern das Ankommen erleichtern. Aber auch ehrenamtliche Asyl-Helfer können auf ihre Unterstützung zählen.

Bei einem Pressegespräch im Rathaus stellte Bürgermeister Martin Birner die "Beauftragte für Flüchtlinge und ausländische Mitbürger" vor; am 1. November hat sie ihre Aufgabe offiziell angetreten. Elke Reinhart engagiert sich schon seit längerem ehrenamtlich für sozial Schwächere, unter anderem ist durch ihre Initiative der BRK-Kleiderladen "Emma" aufgebaut worden. "Sie bringt unwahrscheinliches Engagement mit", würdigt Birner, bereits jetzt sei Reinhart "eine Triebfeder bei der Integration".

Für alle Nationalitäten


Der Stadtrat hat die neue Beauftragte vorerst für die Dauer eines Jahres bestellt. Laut Bürgermeister wird sich Elke Reinhart Menschen aller Nationalitäten annehmen - "es macht keinen Unterschied, ob einer Syrer, Grieche oder Spanier ist". Aus ihrem bisherigen Engagement resultierten viele Kontakte und Verbindungen zu Wirtschaft, Schule und sozialen Einrichtungen, die sie auf dem Weg zur Integration nutzen könne. "Und sie versteht es, Leute zur Mitarbeit zu begeistern."

Elke Reinhart streifte kurz die Tätigkeit des Kleiderladens "Emma" und erwähnte auch das Projekt "Frieden stiften", mit dem in Schulen Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abgebaut werden. Privat unterhält sie selbst Kontakte zu vielen Neuankömmlingen verschiedenster Nationalitäten. Bei ihrer Aufgabe möchte sie vor allem die Weichen dafür stellen, dass sich die Asylbewerber in ihrer neuen Umgebung so weit als möglich selbstständig zurechtfinden können. "Ich möchte sie anstupsen auf dem Weg zur Integration und ihnen ein Stück weit Hilfe zur Selbsthilfe geben."

Das Erlernen der deutschen Sprache und das Bewusstsein dafür zu wecken, wie das Zusammenleben hierzulande funktioniert, sieht Elke Reinhart als Hauptaufgabe bei der Arbeit mit den Asylbewerbern an. Sie will sich auch dafür stark machen, dass die ausländischen Frauen schnell Deutsch lernen, sie denkt dabei an Sprachkurse speziell für Mütter. Die Väter wollen und sollen in Arbeit gebracht werden - je nachdem wie es der Ablauf der Integrationskurse erlaubt - und bei den Kindern setzt Elke Reinhart alles daran, dass sie nach der Schule den Hort besuchen oder die Nachmittagsangebote nutzen- "dadurch ist eine Hausaufgabenbetreuung gewährleistet und es wird länger deutsch gesprochen".

"Fast das Wichtigste ist es, unsere Werte zu vermitteln - wie es halt bei uns und speziell auch in Neunburg läuft." Das müsse dann entsprechend vorgelebt, aber auch klar und direkt im gegenseitigen Gespräch vertreten werden. Wobei Elke Reinhart deutlich betonte, dass die Integration eine Aufgabe für alle ist - "ich kann nur ein Stück weit die Weichen dazu stellen". Für die Eingliederung der Neuankömmlinge müsse vielmehr die gesamte Bevölkerung mithelfen - "und wenn es nur durch ein freundliches ,Guten Morgen' oder ein ,Grüß Gott' ist".

Die Berufung einer hauptamtlichen Kraft sei ein Anliegen des Asylhelferkreises der Pfarrei gewesen, ergänzte der Bürgermeister. "Die Ehrenamtlichen leisten hier sehr viel, sind aber an der Belastungsgrenze angelangt", schilderte der Bürgermeister die Situation. Die Etablierung einer Integrationsbeauftragten durch den Stadtrat solle die Wertschätzung für deren Arbeit zum Ausdruck bringen, aber auch für weitere Motivation sorgen.

Ehrenamtliche entlasten


Elke Reinhart brachte zum Ausdruck, wie sehr sie die Arbeit des Asylhelferkreises schätze. Dessen Mitglieder könnten sich ebenfalls bei allen Belangen an sie wenden. Sie möchte koordinierend zur Seite stehen, um die Hilfe in die richtigen Bahnen zu lenken und für eine Entlastung der Unterstützer zu sorgen. "Ich bin jedenfalls froh, dass die Stadt in Sachen Integration diesen Weg geht", unterstrich Elke Reinhart.

SprechzeitenElke Reinhart, die neue "Beauftragte für Flüchtlinge und ausländische Mitbürger", wird jeden Dienstag von 13.30 bis 15 Uhr im Rathaus zu erreichen sein. Alle vorwiegend in Neunburg ansässigen Menschen mit Migrationshintergrund können sich mit Anliegen an sie wenden.

Aber auch Ehrenamtliche, die sich für Asylbewerber und Flüchtlinge engagieren, erfahren hier Rat und Unterstützung. (mp)
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