Stadt Neunburg fördert Sanierungsprojekte im Altstadtbereich
Die Lust am Altbau wecken

Ein Beispiel für ein gelungenes Sanierungsobjekt ist für Bürgermeister Martin Birner auch die "Alte Seilerei" von Alois Feldmeier.
 
Manfred und Lisa Choulik (von rechts) haben das Anwesen Hahnenplatz 2 saniert. Bürgermeister Martin Birner war dankbar für diese Investition in der Neunburger Altstadt. Bild: Mardanow (2)

Die Stadt Neunburg will das Wohnen und Leben in der Altstadt schmackhaft machen. Wer im historischen Ortskern investiert, darf in den Fördertopf greifen. Ein aktuelles Sanierungsprojekt liegt nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt.

Als Traufseithaus, das im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammt, steht das Anwesen Hahnenplatz 2 in der Denkmalliste. Lisa und Manfred Choulik haben in den vergangenen Monaten ein kleines Schmuckstück daraus gemacht. Außenfassade und Dachstuhl wurden erneuert, der Einbau einer Terrasse und einer Dachgaube sorgte für etwas mehr Platz.

"Wir sind dankbar, wenn Leute in die Altstadt investieren", betonte Bürgermeister Martin Birner, als er sich bei einem Pressetermin über das Projekt informierte. Es war ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Stadt Neunburg solche Vorhaben aus dem Kommunalen Förderprogramm bezuschusst. Wer Geld in die Hand nimmt und sein Gebäude saniert, die Fassade neu gestaltet oder bauliche Missstände behebt, kann bis zu 50 000 Euro erhalten.

Für stimmige Gestaltung


Voraussetzung für eine Finanzspritze ist, dass die künftige Gestaltung auch typischen Ortsbildkriterien entspricht, denkmalpflegerische Gesichtspunkte berücksichtigt und die Ziele und Zwecke der Altstadtsanierung erfüllt werden. Bürgermeister Birner appellierte dazu, schon mit der Idee zu Sanierungen im Rathaus vorzusprechen, damit entsprechende Vorhaben von Anfang an begleitet werden können.

Beratung zum Nulltarif


So hat es auch die Familie Choulik gemacht, die sich zusätzlich durch eigene Recherchen im Internet für die Vorgaben der Denkmalschützer gerüstet hatte. Wegen der Altstadtlage ihres Anwesens kamen sie in den Genuss einer kostenlosen städtebaulichen Beratung durch Heimatpfleger Theo Männer, Gebietsreferent Raimund Karl vom Landesamt für Denkmalpflege und den städtebaulichen Berater Siegi Wild, Architekt aus Furth im Wald.

Er sei "schon überrascht gewesen", so Manfred Choulik, wie reibungslos sich die Zusammenarbeit mit Denkmalschutz und Stadtverwaltung gestaltet habe. Im Rathaus sei Peter Hartl sogar schon morgens um 7 Uhr bei Fragen zu erreichen gewesen, berichtete er. Die letzte Sanierungsetappe in dem insgesamt sechs Zimmer samt Diele umfassenden Gebäude ist der Innenausbau. Lisa und Manfred Choulik planen, noch im Frühjahr einzuziehen.

"Zu 99,9 Prozent positive Erfahrungen mit den Behörden" hat auch Alois Feldmeier gemacht. Der Versicherungsmakler aus Bodenwöhr hatte das ehemalige Heilingbrunner-Anwesen (Hauptstraße 40) in den Jahren 2012/13 saniert und betreibt darin das Gasthaus "Alte Seilerei". Die Stadt habe bei diesem Projekt kräftig angeschoben, lediglich die Forderungen des Denkmalamtes hätten Probleme bereitet. Potenzielle Investoren müssten aber "grundsätzlich keine Angst vor dem Denkmalschutz haben", beruhigte Feldmeier. Ein weiteres Zuschuss-Instrument stellt die Stadt Investoren und Hausbesitzern mit dem Geschäftsflächenförderprogramm zur Seite. Bis zu 20 000 Euro können daraus unter anderem für die Instandsetzung, Neu- und Umgestaltung von Fassaden (einschließlich Fenster und Türen), für Dachausbauten sowie die Umgestaltung von Einfriedungen und Außentreppen von Hofräumen abgeschöpft werden. Weitere Infos zu den Fördermöglichkeiten gibt es im Rathaus bei Ansprechpartner Peter Hartl unter Telefon 09672/9208426.

Förderung beim KaufDie Stadt Neunburg hat ein Förderprogramm neu aufgelegt, das gezielt Investitionen in den Altbaubestand bezuschusst. Damit sollen zusätzliche finanzielle Anreize für Bau- und Kaufinteressierte für eine Investition im Bereich der Neunburger Alt- und Innenstadt geschaffen werden. Die Stadt fördert den Ankauf einer Immobilie im Sanierungsgebiet mit zehn Prozent des Kaufpreises, maximal aber 10 000 Euro. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass das erworbene Objekt selbst als Wohn- oder Geschäftsraum genutzt oder dieses an Dritte vermietet oder verpachtet wird. (mp)
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