Stadtrat wendet sich mit Resolution gegen geplante Stausee-Absenkung
Gegen die Ebbe im August

Im östlichen Uferbereich des Eixendorfer Sees ragt ein Pegel zur Markierung des Wasserstandes aus den Fluten. Gegen eine geplante Absenkung des Wasserspiegels zu Revisionsarbeiten in diesem August stellt sich nun der Stadtrat. Um Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Tourismus zu minimieren, soll der See erst ein Jahr später trocken fallen. Bild: Steinbacher
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Neunburg vorm Wald
03.06.2016
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Dass die Technik überprüft werden muss, sehen sie alle ein. Nicht aber, wieso der Eixendorfer Stausee für eine Revision schon im August Wasser lassen muss - ausgerechnet in der Urlaubssaison. "Zu kurzfristig" sagen Touristiker, Angler und Segel-Sportler. Der Stadtrat setzt sich dafür ein, das Trockenlegen um über ein Jahr zu verschieben.

Einstimmig hat das Gremium am Donnerstag eine Resolution an das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden verabschiedet, in dem es sich gegen den vorgesehenen Zeitplan der Absenkung stellt. Bürgermeister Martin Birner erinnerte daran, dass der Wasserspiegel ab August um fünf Meter reduziert werden soll. Dies will das Wasserwirtschaftsamt zu Revisionsarbeiten am Absperrbauwerk nutzen. Wie Anfang der Woche bekannt wurde, wollen auch die Bayerischen Landeskraftwerke zu dieser Zeit mit dem Bau des Kraftwerks an der Vorsperre beginnen.

Birner erläuterte, dass bei Nutzern und Anliegern des Sees erhebliche Einwände gegen die zeitliche Planung bestünden. Bei einem Gespräch mit Vertretern von Tourismus-, Fischereiverein und Yachtclub sei deutlich geworden, dass der Vorlauf als viel zu kurz erachtet werde. Gerade der Fischereiverein als Pächter könne keinen mit den Fachstellen abgestimmten Notfallplan mehr aufstellen.

Wind aus den Segeln


Auswirkungen auf zwei Segel-Saisons würde der Yachtclub befürchten, während der Tourismusverein Buchungsstornierungen in den Urlaubsbetrieben vorhersagte. Ausdrücklich wurde aber betont, dass die Notwendigkeit der Absenkung von allen gesehen und auch vollinhaltlich mitgetragen werde.

Stadtverwaltung, Touristiker, Fischer und Segler verständigten sich auf eine gemeinsame Marschroute, und empfehlen nun dem Wasserwirtschaftsamt, erst ab Mitte Herbst 2017 abzusenken. Argumentiert wurde, dass die Beibehaltung des bisher vorgesehenen Zeitplans erhebliche Schäden für Natur und Umwelt, besonders für den Fisch- und Muschelbestand, nach sich ziehen werde.

Wegen niedrigerer Temperaturen und weniger Algen-Vorkommen sei der spätere Termin deutlich umwelt- und naturschonender. Auch der Großteil der Angler, Touristen und Gäste wäre dann schon wieder abgereist. Und nachdem die Sanierungsbedürftigkeit der Anlagen dem Amt schon seit 2013 bekannt sei, dürfte es auf ein Jahr mehr auch nicht mehr angekommen, wurde gemutmaßt.

Der Resolution (siehe Infokasten) schlossen sich die Stadtratsfraktionen komplett an. CSU-Sprecher Klaus Zeiser empfand die Stellungnahme als "absolut richtig". FW-Stadtrat Walter Drexler hoffte, dass die Verantwortlichen im WWA damit "zum Nachdenken gebracht" werden. Allerdings befürchtete er, dass der Plan der Landeskraftwerke, im August mit dem Kraftwerksbau zu beginnen, den Erwartungen entgegenstehen könne. Bürgermeister Birner erwähnte noch, dass auch die Abgeordneten und Landrat Thomas Ebeling mit eingeschaltet wurden.

Fenster für Grundschule


Bei der Sanierung der Grundschule ist der Einbau neuer Kunststofffenster vorgesehen. Den Auftrag dafür hat der Stadtrat an die Firma Germania Fensterbau aus Schwarzhofen vergeben. Die Angebotssumme beläuft sich auf 67 136 Euro. Bürgermeister Martin Birner wurde noch ermächtigt, ein Darlehen der Spitalstiftung "umzuschulden" bzw. weiterzuführen. Eine Zinsbindung von zehn Jahren sei anzustreben.

Aus der ResolutionIn der verabschiedeten Stellungnahme plädiert der Stadtrat für eine Stausee-Absenkung erst ab Mitte Herbst 2017. Damit könnten Auswirkungen auf Tourismus und Fisch-Bestand auf das geringste Maß reduziert werden, auch sei zu diesem Zeitpunkt die Algenblüte schon wieder ziemlich auf dem Rückzug.

Das Risiko eines Hochwassers im Winter werde nicht geteilt, so etwas könne schließlich auch im August passieren. Es wurde auch als sinnvoll angesehen, das laufende Gutachten zur Seerestaurierung über die Bühne zu bringen, um mögliche Erkenntnisse bei der Absenkung 2017 berücksichtigen zu können.

Zusätzlich wurde das Wasserwirtschaftsamt gebeten, dringend zu prüfen, ob die Absenkung genutzt werden könne, um Nährstoffablagerungen am dann freiliegenden Uferbereich und im See zu entfernen. "Diese Gelegenheit wird sich in den nächsten Jahren wohl kaum mehr in dieser Form bieten", so der Text der Stellungnahme. (mp)
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