"Tag der Bäuerin" vermittelt Landfrauen neue Erkenntnisse zur Kälberhaltung
"Tränke-Depression" vermeiden

Kürschnermeister Leonhard Hofstetter (rechts) zeigte den Bäuerinnen die Verarbeitung der Felle zu Mützen, Jacken und Schals. In der Mitte Herbert Wendl, der den landkreisweiten "Tag der Bäuerin" organisiert hatte. Bild: rid

"Die Kälber in den ersten 14 Tagen unbegrenzt mit Milch zu versorgen, hat sich als sinnvoll erwiesen", sagte Dr. Hans-Jürgen Kunz beim landkreisweiten "Tag der Bäuerin". 80 Teilnehmerinnen erhielten Einblicke in die neuesten Erkenntnisse zur Fütterung. Auch ein Kürschnermeister ließ sich über die Schulter schauen.

Die Fütterung "ad libitum" lege den Grundstein für spätere hohe Leistungen, betonte Dr. Kunz, Vertreter der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, im Gasthof Sporrer. Die gängige Praxis war bisher, die Milchmengen bei der Fütterung neu geborener Kälber vom ersten Tag an zu begrenzen. Die jüngsten Forschungsergebnisse verlangen nun ein Umdenken.

Die Rationalisierung der Futtermenge soll erst nach zwei Wochen einsetzen, und dann auch nur in langsamen Schritten. Dr. Hans-Jürgen Kunz erläuterte den 80 Bäuerinnen, was bei der Umstellung zu beachten sei. Die Tränketechnik müsse den Mengen pro Tag angepasst werden. So sollen Kälber immer Milch zur freien Verfügung haben, um "Tränke-Depressionen" zu vermeiden. Die Aufnahmemenge sei von der Außentemperatur abhängig. Die Sorge, dass bei hohen Tränkemengen der Labmagen "überläuft", sei unbegründet, so der Experte. Nach dem Vortrag besuchten die Bäuerinnen das Pelzhandelsunternehmen Leonhard Hofstetter in Rötz, das Mützen, Jacken und Schals aus dem Fell von Füchsen und Hasen herstellt und weltweit vertreibt. Zwei Kürschnermeister und ein 16-köpfiges Werkstatt-Team leisten dort noch immer traditionelle Handarbeit. Der Betrieb bildet auch aus und hat bereits zwei Bundessieger im Kürschnerhandwerk hervorgebracht.

Seit 2003 organisiert das Landwirtschaftsamt einmal im Jahr einen landkreisweiten Tag der Bäuerinnen. Berater Herbert Wendl hatte das Programm zusammengestellt.
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