Unermüdlich im Einsatz für seine Heimat
Wolfgang Bayerl verstorben

Wolfgang Bayerl erlag drei Tage vor Heiligabend einem langen Krebsleiden. Bild: Mardanow
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
23.12.2015
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Seine Familie und mit ihr enge Freunde hatten gehofft, es möge nicht mehr vor Weihnachten geschehen. Doch das Schicksal wollte es anders. Drei Tage vor Heiligabend starb Wolfgang Bayerl im Schwandorfer Krankenhaus. Über lange Zeit hinweg hatte er sich mit aller Kraft gegen den nach vielen Jahren plötzlich wieder auftretenden Krebs gestemmt. Im Frühjahr noch voller Zuversicht, ist er nun seinem Leiden erlegen. Im kommenden April hätte Wolfgang Bayerl seinen 70. Geburtstag feiern können.

Bayerl wurde in Kneiting bei Regensburg geboren, war in Kallmünz ansässig, lernte das Brauer- und Mälzerhandwerk, ging 1967 zur Bundeswehr. In der Kaserne auf dem Neunburger Plattenberg begann er als Soldat zu dienen, stand zwölf Jahre lang im Sold der Armee. Die Pfalzgrafenstadt war ihm damals schon zur zweiten Heimat geworden. Er hatte seine Frau Rita geheiratet, ein Eigenheim errichtet. Damit waren Weichen gestellt. 1979 trat Wolfgang Bayerl eine Stelle als Sachbearbeiter für Touristik und Fremdenverkehr bei der städtischen Verwaltung an.

14 Stimmen Vorsprung


Als sich 1993 der damalige Erste Bürgermeister Sepp Manlik in den Ruhestand zurück zog, warf Wolfgang Bayerl als Kandidat seinen Hut in den Ring. Bayerls Chancen wurden seinerzeit als eher gering eingestuft. Doch in einer Stichwahl setzte er sich mit gerade einmal 14 Stimmen Vorsprung durch. Neunburg vorm Wald hatte ab dann 18 Jahre lang einen Chef im Rathaus, der umsichtig und kraftvoll an seine Arbeit ging. Er brachte Projekte auf den Weg, kümmerte sich um die Wirtschaft, wollte Partner der Bürger sein.

Als er im März 2011 verabschiedet wurde, sagte seine damalige Stellvertreterin Johanna Gückel: "Du hast viel für Deine Heimatstadt getan." Regensburgs Oberbürgermeister Hans Schaidinger, für den Städtetag anwesend, fügte hinzu, Bayerl habe das Idealbild eines bayerischen Gemeindeoberhaupts verkörpert. Es hatte auch Nackenschläge gegeben. Bayerl musste, trotz intensiven Kampfs, die Schließung des Krankenhauses hinnehmen. Dann zog sich die Bundeswehr aus der Stadt zurück. Aderlässe für seine Kommune. Doch er ließ nicht locker, spannte sich weiter als Zugpferd vor den Karren, suchte nach neuen Wegen.

Enge Verbindung


Vor, während und nach seiner Amtszeit hielt Bayerl immer engen Kontakt zu den Vereinen und Organisationen. Wenn sie ihn brauchten, war er da. Besonders beim Festspielverein. Wolfgang Bayerl gehörte zu den Leuten der ersten Stunde. Er wirkte anfangs als Darsteller mit, als das Stück "Vom Hussenkrieg" im Burghof aufgeführt wurde. Diese enge Verbindung ließ er nie abreißen, war immer mit dabei. Bis zuletzt besuchte er Veranstaltungen in Städten, die mit dem Reformator Jan Hus in historischer Verbindung stehen.

Nun ist Wolfgang Bayerl gegangen. Von ihm wird vieles über den Tag hinaus in Erinnerung bleiben. Wie er sich im Kreistag für seine Stadt einsetzte, sein Engagement beim Bau eines neuen Feuerwehrhauses, die ständige Suche nach Möglichkeiten, weitere Wirtschaftsbetriebe im Gewerbegebiet anzusiedeln. Aber auch Randbegebenheiten haften im Gedächtnis. Der Bürgermeister a. D. schätzte die Geselligkeit, er feierte große Feste zu seinen runden Geburtstagen, fuhr mit einem Vespa-Roller durch die Stadt, war liebevoller Vater und Opa. Er konnte sich von Herzen freuen, war seinen Freunden Ratgeber und Vertrauter.

Wolfgang Bayerl verfügte über einen reichen Schatz an Anekdoten. Oft erzählte er sie, wobei sich zeigte, dass er nie ein "Meister der Bürger" sein wollte. Er sah sich als einer unter vielen, dem bei drei Wahlen die Aufgabe zugekommen war, Zügel in die Hand zu nehmen. So wird man ihn in Erinnerung behalten. Als Neunburger, der seine Stadt trefflich repräsentierte. Und als einen Menschen, der immer da war, wenn gemeinsam gearbeitet werden musste. Zum Wohle der Kommune, des Landkreises und der Oberpfalz. Das Requiem mit anschließender Beerdigung ist am Dienstag, 29. Dezember, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Josef.
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