Von der Staumauer bis zur Hessenbrücke im Murnthal - Schwarzach weiter gesperrt
Im Murnthal beginnt Suche nach Munition

Schon seit dem vergangenen September hat die Stadtverwaltung den Schwarzach-Abschnitt im Murnthal und die angrenzenden Uferbereiche abgesperrt und mit Schildern markiert. Bild: Mardanow
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Neunburg vorm Wald
07.10.2016
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Vor über einem Jahr waren im Flussbett der Schwarzach im Murnthal Munitionsteile entdeckt worden. Ab Mitte Oktober nun werden Experten Uferbereiche und Flusslauf auf weitere Funde durchleuchten. Die Suche wird auch auf Bereiche des Eixendorfer Sees ausgedehnt, nachdem in der Nähe der Staumauer eine Handgranate entdeckt worden war.

Gegenüber dem NT bestätigte Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Hager, Chef der Polizeiinspektion Neunburg, den Fund der vergangenen Tage. Es handle sich dabei vermutlich um eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg, "ob sie dort angespült oder bewusst vor x Jahren abgelegt wurde, wissen wir nicht". Der zuständige Kampfmittelräumdienst habe sie beseitigt.

Geplant ist nun, dass die Firma Tauber aus Würzburg im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes ab dem 17. Oktober mit der Kampfmittelbeseitigung beginnt. Wie Werner Schneeberger, Mitarbeiter im Ordnungsamt der Stadt Neunburg, dem NT mitteilte, wurde dafür ein Suchbereich festgelegt, der auch den Bereich der Staumauer einschließt und fast bis zur Hessenbrücke bei Neumurnthal reicht. Vorerst für eine Woche soll hier gesucht werden. Nach den Funden im September 2015 hatte die Stadtverwaltung das Areal an der Schwarzach zum Sperrgebiet erklärt und mit Hinweisschildern markiert. Die damals erlassene "Verordnung über das Verbot des Betretens und Befahrens von Grundstücken" ist nach wie vor in Kraft. Wer den Bereich betritt, muss mit bis zu 1000 Euro Geldbuße rechnen.

Stadtverwaltung und Polizeiinspektion informierten am Freitag per Pressemitteilung über den Umgang mit Fundmunition. Bei den in Neunburg und Umgebung am häufigsten gefundenen Munitionsarten handle es sich entweder um aufgelassene Wehrmachtsmunition oder "angesprengte Munition". Erstere, vor allem Munition für Handfeuer- und Maschinenwaffen, Granaten oder Minen, seien bei Kriegsende von Soldaten oder Einheiten aufgegeben worden. Diese liege oftmals an "verkehrsgünstigen Stellen" in Flüssen oder Seen.

Sogenannte angesprengte Munition, die im Zuge der Munitionsvernichtung durch Sprengung weggeschleudert wurde, befinde sich meist in den oberen Bodenschichten auf den damaligen Sprengplätzen, könne aber auch bis zu einem Kilometer davon entfernt auftauchen. Solange sie ungestört auf dem Boden liege, sei diese Munition in der Regel ungefährlich. Erst durch unsachgemäßes Hantieren entstehe eine Gefahrensituation, die durch gewaltsames Einwirken noch erhöht werden könne.

"Es gibt immer wieder Leute, die solche Funde mitnehmen und dann zu uns auf die Wache bringen", schilderte PI-Leiter Hager. Dies sei absolut lebensgefährlich, "man weiß ja nicht, wie es im Inneren aussieht". Im schlimmsten Fall könne es bei einer Erschütterung zur Explosion kommen. Stadt und Polizei legen daher allen Bürgern ans Herz: "Entdeckte Munition und Munitionsteile müssen unverändert in der vorgefundenen Lage belassen werden." Sie seien vorsichtig mit Sand oder Erde abzudecken und vor Unbefugten zu sichern. Auch Bombenblindgänger sind nicht anzurühren. Alle Arbeiten in der Nähe seien sofort einzustellen. Personen sollen einen genügend großen Sicherheitsabstand einhalten.

Es komme außerdem immer wieder vor, dass auch in privaten Anwesen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wird. Diese werde ohne strafrechtliche Folgen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt. In allen Fällen ist sofort die Polizei, Telefon 09672/92020, oder der Notruf 110 zu verständigen, die bei Weltkriegsmunition dann den Kampfmittelräumdienst anfordert.
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