Waldbesitzervereinigung zieht positive Bilanz
Führungswechsel ohne Probleme

In der ersten Reihe der neu gewählten WBV-Führungsmannschaft stehen nun (vorne von links) Vorsitzender Martin Prey (Niedermurach), stellvertretender Vorsitzender Johann Scheuerer (Luigendorf), stellvertretende Vorsitzende Beate Politzka (Hundhagermühle) und die beiden Beisitzer Josef Frey (Haag bei Schwarzhofen) und Walter Ostermeiser (Schwarzach bei Stadlern). Bilder: frd (3)
Vermischtes
Neunburg vorm Wald
29.03.2016
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Forstdirektor Alwin Kleber war mit der Bewertung des "Verbissgutachtens" recht zufrieden.

Die Energiepreise sind im Keller, der Orkan "Niklas" knickte viele Bäume, im Sommer fiel wenig Regen und für den "Käfer" gab es reiche Beute: das alles machte den Waldbesitzern gehörig zu schaffen. Dennoch konnte die Waldbesitzervereinigung Neunburg/Oberviechtach bei ihrer Jahreshauptversammlung eine positive Bilanz vorlegen.

Neunburg/Oberviechtach. Die Schwarzachtalhalle in Neunburg war gut gefüllt, als der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Neunburg/Oberviechtach, Albert Meier, seinen Willkommensgruß entbot. Große Sorgen bereitete der WBV der Orkan "Niklas" im Frühjahr des Vorjahres, als der Wintereinschlag schon lag und ein überfüllter Holzmarkt bis in den Sommer hinein sowie anfallendes Käferholz die Lage verschärften.

Dies habe sich erst wieder um den Jahreswechsel herum entspannt. Derzeit ist laut Meier Säge- und Industrieholz gesucht und der Restholzmarkt ist überfüllt. Bei den Veranstaltungen listete Meier eine "Kuhl down hill-Wanderung", eine Besichtigungsfahrt zur Holzfirma Pfleiderer, einige "Holzmarktgespräche", Sammelbestellungen von Forstpflanzen und den stetigen Holzeinschlag mit der laufenden Vermarktung als die wichtigsten Ereignisse auf.

Starker Zuwachs


Dazu kamen noch Weiterbildungsveranstaltungen wie die Jungdurchforstung der Fichte, die maschinelle Durchforstung von Kieferbeständen, die richtige Begründung von Forstkulturen und eine Informationsveranstaltung zur Wegepflege. Zählte die WBV im Jahr 2010 noch 1 537 Mitglieder, so sind es jetzt bereits 1 903 Mitglieder mit einer Mitgliedsfläche von 13 425 Hektar (2010/11 840 Hektar) und einer Holzvermarktung von 51 508 Festmetern (2010/48 410).

Die Forstpflanzenvermarktung belief sich im Frühjahr 2015 auf 46 325 und im Herbst auf 27 515 Pflanzen (gesamt 73 840 Pflanzen), wovon 29 510 Laubhölzer und 44 330 Nadelhölzer (außer Tannen) waren. Durch die Holzvermarktung sind im vergangenen Jahr 3,32 Millionen Euro und in den letzten elf Jahren 40 Millionen Euro in die Region geflossen.

Tagung in Roding


Als eines der Großereignisse dieses Jahres kündigte Meier die "KWF" (Kuratorium Wirtschaft-Forsten)-Tagung" in Roding vom 9. bis 12. Juli an, die nur alle 64 Jahre in Bayern stattfindet. Unter den Veranstaltungen sind einige speziell für die Waldbesitzer. Auch der Haushaltsplan mit einer Einnahme- und Ausgabesumme von 167 000 Euro, vorgetragen von Geschäftsführer Alfons Vogl, fand die Zustimmung der Waldbesitzer.

Stefan Haise von der "Ziegler Group" gab einen Einblick in seine weltweit agierende Firma mit 400 Mitarbeitern, mit der auch die WBV Neunburg-Oberviechtach gut zusammenarbeitet. Mit Spannung wurde das "Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung 2015" (Vegetationsgutachten) erwartet, das Forstdirektor Alwin Kleber den Waldbesitzern vortrug. Diese "Verjüngungsinventur" ist ein staatlich abgesichertes Stichprobenverfahren zur objektiven, einheitlichen Aufnahme der Waldverjüngung und des Verbisses durch Schalenwild und von Fegeschäden.

Dabei haben die 18 Hegegemeinschaften im Landkreis mit fünf günstigen (28 Prozent), elf tragbaren (61 Prozent) und zwei zu hohen Bewertungen (elf Prozent), vor allen Dingen im Bayernvergleich, recht gut abgeschnitten. Dies führte in 14 dieser 18 Hegegemeinschaften dazu, die bisherigen Abschussempfehlungen beizubehalten; bei zwei Hegegemeinschaften kann die Abschussempfehlung gesenkt und bei zwei sollte sie ein wenig erhöht werden. Mit dieser Bewertung konnten die Waldbesitzer, aber auch Forstdirektor Kleber, recht zufrieden sein.

In seinem Grußwort gratulierte Josef Ziegler von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung der Oberpfalz der WBV Neunburg-Oberviechtach zu ihren guten Bilanzen und dankte vor allem dem bisherigen Vorsitzenden Albert Meier für seine Arbeit für die WBV über fast drei Jahrzehnte hinweg. Seit Jahrzehnten sei die WBV Neunburg-Oberviechtach ein stabiler Anker. Mit der neu gewählten Vorstandschaft mit Martin Prey an der Spitze sei die WBV auch für die Zukunft gut aufgestellt.

NeuwahlenVorsitzender: Martin Prey (Niedermurach); stellvertretender Vorsitzender: Johann Scheuerer (Luigendorf); stellvertretende Vorsitzende: Beate Politzka (Hundhagermühle); Beisitzer: Josef Frey (Haag bei Schwarzhofen) und Walter Ostermeier (Schwarzach bei Stadlern.

Ausschussmitglieder: Johann Braun (Schönsee-Gaisthal), Franz Decker (Neukirchen-Balbini), Georg Dirnberger (Kulz), Josef Eibauer (Schönsee), Robert Ferstl (Niesaß), Michael Landgraf (Pertolzhofen), Josef Heiland (Schönthal), Johannes Hösl (Hof-Oberviechtach), Christian Kalb (Rottendorf-Niedermurach), Michael Klonner (Thanstein), Georg Meier (Neunburg), Georg Obendorfer (Neunburg), Andreas Uschold (Teunz), Johann Walbrun (Dieterskirchen), Martin Salomon (Niedermurach), Christian Maier (Neunburg). (frd)
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