Wasserwacht rüstet sich für kommende Einsätze
Rettung naht im Motorboot

Die Helfer proben den Einsatz der Wasserwachtboote, die nicht nur Verunglückte aus dem See schnell bergen können, sondern auch Verletzte, die in Ufernähe sonst nur über holprige Waldwege zu erreichen wären. Bilder: hfz
 
Einsatzkräfte überqueren am gespannten Seil die Schwarzach.

Ein Auto versinkt nach einem Unfall im See. Ein Fall für THW, Feuerwehr und die Taucher von der Wasserwacht. Doch wie so ein komplexer Einsatz koordiniert wird, muss geübt werden.

Der Eixendorfer Stausee diente nun den Schnelleinsatzgruppen der Wasserwacht Nittenau, Bodenwöhr und Neunburg als Areal für eine gemeinsame Übung. Unter Regie der beiden Einsatzleiter Wasserrettungsdienst Florian Uhlmann und Stefan Dirnberger arbeiteten die drei Einheiten verschiedene Einsatzlagen ab.

Mit Motorboot


Die Bandbreite reichte hier von der relativ einfachen Rettung einer Person bis hin zu komplexen Fällen. Die Krönung stellte ein simuliertes Fahrzeug im Stausee nach einem Unfall auf der Stauseebrücke dar. Hierbei galt es zum einen, Personen aus dem Wasser zu retten, aber auch so schnell wie möglich den Taucheinsatz zu beginnen, um eingeschlossene Menschen aus dem Fahrzeug zu befreien. Ein komplexes Zusammenwirken der Motorboote der verschiedenen Einheiten und einzelner Tauchgruppen war erforderlich. Eine große Herausforderung stellten hier die eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge dar.

Die Personenrettung aus dem Wasser blieb aber nicht die einzige Aufgabe der Wasserretter. Der Stausee ist mit seiner Länge von über sieben Kilometern und den umlaufenden Wanderwegen auch bei Wanderern, Radfahrern und Mountainbikern besonders beliebt.

Schwieriges Gelände


Da diese Wanderwege größtenteils nicht mit Fahrzeugen zu befahren sind, stoßen hier Rettungseinsätze auf dem Landweg oft an ihre Grenzen. Darum wurde auch die Rettung von Personen aus schwierigem Gelände, mit anschließendem Transport auf dem Wasser bis zu einer geeigneten Übergabestelle an den Landrettungsdienst als Szenario eingespielt. Hierbei zeigte sich deutlich die Notwendigkeit leistungsstarker Rettungsboote, da kleinere Motorboote hier aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der hohen Gewichtsbelastung schnell an ihre Grenzen stoßen.

Als kleine Überraschung für die Einsatzkräfte wurden diese zwischendurch auch zu einem Einsatz ganz anderer Art gerufen. Während alle auf eine neue Lage am Stausee warteten, ging es zu einer Übung an die Schwarzach. Dort wurde die schnelle Suche nach abgetriebenen Personen, zum Beispiel nach Kanu-Unfällen, aber auch das Queren von strömenden Gewässern geprobt. Sogar die Ortskundigen waren sichtlich überrascht, welche Schwierigkeiten und Gefahren hier die vermeintliche harmlose Schwarzach bereithält.

Zur Unterstützung der Übungsleitung kam das Fahrzeug der Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung des BRK-Kreisverbandes Schwandorf zum Einsatz. In dieser mobilen Einsatzzentrale liefen alle Drähte zusammen und wurden die einzelnen Schritte koordiniert. Die gesamte Kommunikation wurde hierbei über Digitalfunk abgewickelt. Die Einführung des Digitalfunks stellt übrigens gerade im Bereich des Stausees eine herausragende Verbesserung dar, so die Überzeugung der Beteiligten. Im Analogfunk war der Empfang hier nämlich außerordentlich schlecht.

Inzwischen fand auch der zweite Teil der Übungsreihe statt. Die Motorbootführer von Feuerwehr, THW und Wasserwacht trafen sich am Eixendorf. Die Wasserwacht hatte hierzu eigens schwimmfähige Rettungspuppen organisiert, die in Größe und Gewicht einem echten Opfer entsprechen. Zur Koordination der einzelnen Übungen wurde hier ebenfalls der Digitalfunk verwendet.

Bei der anschließenden Abschlussbesprechung in der Unterkunft des THW gab es für die Übungsteilnehmer eine warme Brotzeit.

Im BlickpunktWasserrettung im Landkreis

Zur Sicherstellung des Wasserrettungsdienstes im Landkreis Schwandorf unterhält die Wasserwacht im Landkreis neuen sogenannte Schnelleinsatzgruppen, die über Funkmeldeempfänger alarmiert werden. Außerdem wird immer die örtliche Feuerwehr alarmiert. Im Bereich des Eixendorfer Stausees kommt zusätzlich die DLRG Rötz mit einem Einsatzfahrzeug und zwei Motorrettungsbooten zum Einsatz.

Aufgaben der Hilfsorganisationen

Der Wasserrettungsdienst ist im Landkreis Schwandorf Aufgabe der Wasserwacht. Unterstützt wird sie hierbei von der DLRG aus dem Nachbarlandkreis und von den örtlichen Feuerwehren. Die Feuerwehren haben eigene Aufgabenbereiche am Wasser, so zum Beispiel die Bergung von Sachgütern und das Einbringen von Ölsperren. Hierbei kann die Feuerwehr im Gegenzug auf die Hilfe der Wasserrettungsorganisationen zurückgreifen. Das THW leistet auf Anforderung beiden Organisationen technische Hilfe, mit seinem umfangreichen technischen Gerät.

Motorbootführer

Die Ausbildung zum Motorbootführer bei der Feuerwehr findet in einem Vollzeitlehrgang in der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg statt. Das Technische Hilfswerk lässt seine Motorbootführer in der Bundesschule in Hoya ausbilden. Bei der Wasserwacht wird die Ausbildung von eigenen Ausbildern im Landkreis durchgeführt. Voraussetzung ist bei allen Organisationen die jeweilige Grundausbildung und ein aktives Mitwirken.
Weitere Beiträge zu den Themen: Wasserwacht (74)Übung (34)OnlineFirst (12758)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.