Wegen Revisionsarbeiten muss der Wasserspiegel um fünf Meter abgesenkt werden
Eixendorfer Stausee lässt kräftig Wasser

Diese Übersicht des Wasserwirtschaftsamtes Weiden verdeutlicht die geplante Absenkung des Stausees. Die Linie entlang des Ufers zeigt die übliche Ausdehnung der Wasserfläche, die blauen Flächen markieren den Bereich, in den ab August abgesenkt werden soll. Grafik: NT/AZ
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Neunburg vorm Wald
13.05.2016
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Das Wasserwirtschaftsamt nimmt am Eixendorfer Stausee die Sicherheit der Anlagenteile unter die Lupe. Dafür soll ab August der Stöpsel gezogen und der Wasserspiegel um fünf Meter abgesenkt werden. Nur ein Drittel der sonstigen Wassermenge bleibt in der Talsperre.

Rund 40 Jahre ist es her, dass der Stausee in Betrieb genommen wurde. Wie Baudirektor Mathias Rosenmüller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Weiden, in einer Presseerklärung mitteilt, sei es nun höchste Zeit, sicherheitsrelevante Anlagenteile unter Wasser gründlich zu überprüfen.

Zwei Drittel weniger Wasser


Dafür wird der See ab August kräftig "Wasser lassen": Vorgesehen ist, den Wasserspiegel um circa fünf Meter gegenüber dem "Normalstau" auf dem Grundsee abzusenken. Laut Rosenmüller werde sich die Seefläche auf knapp 60 Prozent verringern, nur noch etwa 30 Prozent der normalen Wassermenge blieben im See. Komplett entleert werde die Talsperre jedoch nicht.

Um über die bevorstehende Revision zu informieren, fand am 27. April eine Besprechung mit den Beteiligten statt. Daran nahmen die Bürgermeister der Städte Neunburg und Rötz, Eigentümer und Pächter des Fischereirechts, Rechts- und Fachbehörden des Naturschutzes, der Wasserwirtschaft und der Fischerei, die Muschelkoordinationsstelle der Technischen Universität München (TUM) und der Yachtclub teil. Dabei seien die "Betroffenheiten" dargestellt und ausführlich diskutiert worden. Die Notwendigkeit der Revision hätten alle Teilnehmer anerkannt, so Rosenmüller. Die Dringlichkeit habe das Landesamtes für Umwelt, zuständig für die technische Gewässeraufsicht an der Anlage, nochmals unterstrichen. Tauchereinsätze im Jahr 2013 hätten offenbart, "dass an den Steuereinrichtungen eine detaillierte Überprüfung dringend geboten ist".

Laut WWA seien für die Revision zwei Varianten denkbar: Bei einer einmaligen Absenkung werde der niedrige Wasserstand über den Winter beibehalten, bis alle Arbeiten (Überprüfung, Planung, Vergabe, bauliche Ausführung) abgeschlossen sind. Bei einer zweimaligen Absenkung werde zunächst der Wasserstand für etwa 4 bis 6 Wochen verringert, um die Überprüfung zu ermöglichen. Zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Neunburg wäre der See im Frühjahr wieder auf Normalstand. Bei einer zweiten Absenkung würden die baulichen Maßnahmen ausgeführt. Bei geringem Sanierungsaufwand könnte auch eine einmalige Absenkung reichen. Rosenmüller verschwieg nicht, dass in dieser Frage keine einhellige Meinung unter den Anwesenden erzielt worden sei. Einig war man sich aber, eine notwendige, geringere Absenkung für einen eventuellen Bau der Wasserkraftanlage an der Vorsperre mit den geplanten Revisionsarbeiten zusammenzulegen.

Muscheln machen Sorgen


Als "größte Problematik" bei der Absenkung wurde die Muschel-Population eingestuft, da diese Tiere nur eingeschränkt wandern können. Eine vergleichsweise schnellere Absenkung des Sees mit "intensiver Muschelnacheile", die durch die TUM unterstützt wird, werde als bessere Lösung gesehen. Markus Rosenmüller signalisierte, dass sich auch das Wasserwirtschaftsamt entsprechend beteiligen werde.

Besprochen wurde noch die touristische Nutzung des Sees während der Revision, schließlich fällt die Revision mitten in die Urlaubssaison. Für das Gutachten zur Seerestaurierung könnten die Messungen auch bei abgesenktem See stattfinden. Die Daten würden später ergänzt.

HintergrundWas wird gemacht?

Lösen, Ein- und Umsetzen des Revisionsschützes; Überprüfung der Dammtafel-Dichtungen und Grundablasswandungen; Sichtung und Funktionsüberprüfung der vier Absperrschieber; die Standsicherheit der Anlagenteile wird begutachtet. Je nach Ergebnis der Untersuchungen ergeben sich notwendige - aktuell nicht bekannte - Sanierungsmaßnahmen, die dann erledigt werden.

Wasserstand

Der Stausee ist auf einen regulären Betrieb zwischen 440 Metern/Normalnull (Hochwasser) und 425 Metern/Normalnull (Niedrigwasser) ausgelegt. Laut Mitteilung des WWA beläuft sich der Normalwasserstand auf 430 Meter/Normalnull. Für die Revision soll der Speicher auf 425,50 Meter/Normalnull abgesenkt werden. Das sind 0,5 Meter über dem Grundsee.

Rechtliches

Laut WWA-Leiter Markus Rosenmüller ist die Absenkung des Sees zu Revisionszwecken im Genehmigungsbescheid und in der Betriebsvorschrift vorgegeben. Mit der geplanten Absenkung bewege sich der Wasserstand im per Bescheid des ehemaligen Landratsamtes Neunburg vom 7. Mai 1971 genehmigten Betrieb. (mp)


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