Wie anno 1933 die Verkehrsüberwachung funktionierte - Zeitung warnte auch schon 1933
Stoppuhr statt Radar

Noch gar nicht so lange her ist der Blitz-Marathon, der Raser auf den Straßen bremsen sollte. Doch schon vor über 80 Jahren gab es in Neunburg Geschwindigkeitsmessungen. Damals wurde das Tempo noch von Hand gestoppt.

Während die Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr heute mit modernster Radartechnik erfolgt, war diese bei ihrer Einführung noch eine recht umständliche und ungenaue Angelegenheit. Damals gab es lediglich stationäre Messstellen, die noch dazu recht unpräzise arbeiteten. An die Verfolgung eines Kraftfahrzeuges durch ein Polizeiauto oder die Messung per Radarpistole oder ähnlicher Techniken dachte zu dieser Zeit noch niemand.

In einem Zeitungsbericht vom 23. Januar 1933 berichtete die damalige "Grenzwarte" unter Neunburg vorm Wald über die Einführung dieser Messungen: "Die Gendarmeriestation Neunburg vorm Wald hat seit November des vergangenen Jahres zur Kontrolle der Autofahrgeschwindigkeiten vier Stoppuhren angeschafft und kontrolliert zu bisher nicht bekannten Zeiten den gesamten Verkehr mit Kraftfahrzeugen auf der Strecke Neunburg vorm Wald-Rötz, vom Stadtbogen (Aufgang zum Rathaus) bis zum Anwesen des Bäckermeisters Kraus."

"Die Stopplänge beträgt 200 Meter.", heißt es weiter. "Da die Zeitabnahme von zwei Polizei- und zwei Gendarmeriebeamten, die am Anfang und am Ende der Messstrecke aufgestellt sind, erfolgt, empfiehlt sich für die Autofahrer nach Durchfahrt des Rathausbogens nach ungefähr 100 Meter anzuhalten und erst dann die Fahrt fortzusetzen."

Interessant ist dabei der fürsorgliche Hinweis der Heimatzeitung zur Umgehung der Messung, die bereits den heutigen Blitzer-Warnungen der Radiosender entspricht.
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