Wildunfälle trüben die Verkehrsstatistik der Polizeiinspektion
Unfallopfer auf vier Beinen

Fast 550 Unfälle passierten vergangenes Jahr auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Neunburg - das sind 60 mehr als noch 2014. In 286 Fällen kamen die Verursacher auf vier Hufen oder Pfoten daher.

Neunburg/Bodenwöhr. Beim Sicherheitsgespräch mit den Bürgermeistern erläuterte zum ersten Mal Polizeihauptmeister Markus Schlegel das Geschehen auf den Straßen. Er ist Nachfolger von Oberkommissar Hans Keilhammer, der sich seit kurzem im Ruhestand befindet.

Hauptmeister Schlegel dokumentierte, dass die Unfallzahl von 482 in 2014 auf 542 gestiegen ist. Für dieses Plus sei allerdings überwiegend Wildwechsel die Ursache gewesen. Vor allem in den Monaten Mai und Oktober forderte der Straßenverkehr eine Vielzahl tierischer Opfer. Im Vergleich zu 2014 passierte fast ein Viertel mehr Wildunfälle. Auf der Suche nach der Ursache fragten die Beamten bei den Jägern nach und erfuhren, dass sich viele Futterplätze geändert hätten und daher vor allem Rehe häufiger die Straßen kreuzten.

Zwei Verkehrstote


Als erfreulich stufte es Schlegel ein, dass die Zahl der Verletzten auf den Straßen um über 10 Prozent zurückging. Einen Schatten auf die Statistik warf allerdings jener Verkehrsunfall im Juli 2015, bei dem auf der Staatsstraße 2398 bei Dieterskirchen eine Autofahrerin und ein Motorradlenker ums Leben kamen. "Jeder Verkehrstote ist einer zu viel", merkte Inspektionsleiter Bernhard Hager dazu an. Die Hauptunfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, gefolgt von Vorfahrtsverletzungen und Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot. Acht Mal krachte es wegen überhöhter Geschwindigkeit. Jene Fahrer mit Bleifuß hatte die Neunburger Polizei besonders im Visier: 129 Stunden war die Laserpistole bei 93 Geschwindigkeitskontrollen im Einsatz - dabei wurden 53 Pkw-Halter ertappt, die zu schnell unterwegs waren.

Der Alkohol als "Beifahrer" hatte bei sieben Unfällen eine Rolle gespielt, dabei wurden sieben Menschen verletzt. Unrühmlicher Spitzenreiter war ein betrunkener Verkehrsteilnehmer, der mit 2,64 Promille in Neuenschwand gegen eine Gartenmauer gekracht war. Bei 33 Fahrern stellten die Beamten den Führerschein sicher, davon saßen 5 unter Drogen-Einfluss am Lenkrad.

Die Unfallfluchten sind auf ein Fünf-Jahres-Tief von 35 angezeigten Fällen zurückgegangen. Dabei sei ein Gesamtschaden von circa 32 000 Euro entstanden. Doch lediglich ein Fünftel konnte aufgeklärt werden, bei den meisten Fällen - überwiegend seien "Parkrempler" zu bearbeiten gewesen - brachten auch Aufrufe in den Medien keine Hinweise.

Unfallschwerpunkte


Im 405 Kilometer umfassenden Straßennetz des Inspektionsbereichs passierten die meisten Unfälle auf Neunburger Gemeindestraßen - insgesamt 28 waren dort verzeichnet. Es folgten die Staatsstraße 2151 im Abschnitt Sonnenried-Neunburg-Rötz mit 19 Unfällen, auf der Bundesstraße 85 krachte es 15 Mal und 11 Mal war die Staatsstraße 2040 innerorts Neunburg Unfall-Schauplatz.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.