Zum Stadtgeburtstag bewegt sich ein Jubiläumsfestzug durch Neunburg
Geschichte geht auf die Straße

Die bisherigen historischen Festzüge - insgesamt sieben an der Zahl - waren echte Besuchermagneten und lockten jeweils zehntausende Besucher nach Neunburg. Unser Bild stammt aus dem Jahr 2002. Archivbild: Götz
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Neunburg vorm Wald
09.11.2016
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Ein komplettes Jahrtausend im Zeitraffer erleben: Der Jubiläumfestzug zum 1000. Geburtstag der Stadt Neunburg soll ein farbenprächtiges Kaleidoskop aus Historie und Entwicklung in Marsch setzen. Beim ersten Vereinstreffen hat das Unternehmen einen tüchtigen Schub erhalten.

Knapp 80 Vertreter von Vereinen, Behörden, Schulen, Kirchen und auch aus umliegenden Orten hörten aufmerksam zu, als Koordinator Georg Schmid, Vorsitzender der Feuerwehr Neunburg, mögliche Themen und eine voraussichtliche Festzugsfolge vorstellte. Bürgermeister Martin Birner freute sich über die zahlreiche Resonanz und betonte, sich schon jetzt über alle Beiträge zu freuen.

Verschiedenste Themen


Auf der Basis von bisher sieben historischen Festzügen, die jeweils mit dem Jubiläum des "Hussenkrieg"-Festspiels verknüpft waren, soll sich auch beim Jubiläumsfestzug zur 1000-Jahr-Feier ein farbenprächtiges Bilderbuch der Stadtgeschichte in Bewegung setzen. "Wir wollen die Entwicklung in Stadt, Ortsteilen und umliegenden Gemeinden über ein Jahrtausend hinweg aufzeigen", so Georg Schmid. Unterteilt werden soll der Zug in verschiedene Blöcke mit Themenbereichen von Historie bis Religion, von Ämtern/Politik bis Brauchtum und von Handwerk und Gewerbe bis hin zu Vereinen und Hilfsorganisationen.

Der Koordinator hofft, dass sich möglichst viele Gruppierungen mit auf den Weg machen - "die Vielfältigkeit der Vereine in Stadt und Umland soll deutlich werden". Bereits fix ist der Termin für das Großereignis: Am Sonntag, 23. Juli, ab 14 Uhr wird sich der Festzug durch die Stadt bewegen. Im Rathaus liegen bisher die Zusagen von insgesamt 13 Musikkapellen vor, die im Zugverlauf für den guten Ton sorgen sollen. Das Publikum wird das Spektakel kostenlos genießen können: Es wird kein Eintritt erhoben und es ist auch kein Verkauf von Festabzeichen vorgesehen.

Für Premieren ist ebenfalls gesorgt: Mehrere Geschichtskapitel, die bei den bisherigen Festzügen nicht aufgeschlagen waren, werden präsentiert. So soll die erste urkundliche Erwähnung Neunburgs in einer Urkunde Kaiser Heinrichs im Jahr 1017 veranschaulicht sein. Eine Idee war, auf großen Transparenten die in der Urkunde genannten Ortsnamen (unter anderem Wenigrötz, Diendorf, Gütenland) mitzuführen. Auch die Entwicklung des Stadtnamens - von Niwnburg zu Neunburg - ließe sich darstellen.

Für alle Ideen dankbar


Denkverbote bei der Gestaltung des Festzugs soll es nicht geben. Die Organisatoren betonten, über alle Ideen und Vorschläge dankbar zu sein. "Es soll eine Gemeinschaftsproduktion aller Beteiligten werden", betonte Georg Schmid - "dann wird das bestimmt eine ganz pfundige Sache". Auch Vereine ohne geschichtlichen Hintergrund sollen die Chance haben, Aspekte der Stadtentwicklung abzubilden. Hier seien beispielsweise Themen wie die Tafel, Aspekte der Krankenpflege oder auch der Kunstherbst denkbar. Ganz wichtig ist aber: "Wir wollen keinerlei Verunglimpfungen oder irgendwelchen Protest beim Festzug." Zwei große Bitten richteten die Organisatoren an die Vereine: zum einen sollen die Festwägen aus den vergangenen Jahren wieder aktiviert werden, zum anderen sollen Teilnehmer auf die Authentizität achten. Da der Neunburger historische Festzug seit jeher für seine Qualität bekannt ist, bleiben Sonnenbrillen und Turnschuhe bei der Darstellung geschichtlicher Kapitel weiterhin tabu.

Nach Auskünften über Kostenverteilung und Verlauf (siehe Infokasten), bat Tourismusamtsleiter Werner Dietrich die Vereine darum, bis 15. Dezember der Stadtverwaltung endgültig mitzuteilen, ob sie beim Jubiläumsfestzug mit dabei sein werden.

Wenn sich der geplante Ablauf verwirklichen lässt, darf sich die Region auf ein besonderes Ereignis freuen: Die bisher geplante Festzugsfolge geht von 120 Einzelnummern aus. Zum Vergleich: Beim letzten historische Festzug 2012 waren "nur" 103 Gruppen gemeldet.

HintergrundKostenaufteilung: Die Stadt übernimmt die Kosten für Pferde und Gespanne sowie das Ausleihen und Reinigen der benötigten Kostüme bei der österreichischen Firma Ridia. Den Materialaufwand für die Festwägen müssen die Vereine tragen.

Geplanter Zugverlauf: Torweiherareal, Kreisverkehr, Hauptstraße, Jobplatz, Vorstadt, Katzdorfer Straße, Frühlingsstraße, Amberger Straße, Bahnhofstraße, Kolpingstraße, Ledererstraße, Adenauerstraße.

Ablauf: Ab 11 Uhr Musikdarbietungen an festgelegten Plätzen, Aufstellung ab circa 13 Uhr rund um die Schwarzachtalhalle, 14 Uhr Abmarsch.

Der Sitz der Festzugsleitung wird sich im Gerätehaus der Neunburger Feuerwehr befinden.

Bewirtung: Der Festzug ist Teil des zweitägigen Stadtfestes von Samstag, 22. Juli, bis Sonntag, 23. Juli. Den Ausschank und die Verpflegung der Gäste sollen Vereine an mehreren Plätzen rund um das Torweihergelände sowie in Alt- und Vorstadt übernehmen. Auch die örtliche Gastronomie wird mit ins Boot geholt. (mp)
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