Spuren suchen und finden

Michael Hesemann, Historiker, Autor, Dokumentarfilmer und Fachjournalist für zeit- und kirchengeschichtliche Themen, heftete sich im Pfarrheim von Neusorg an die historischen Fersen Jesu. Bild: öt
Kultur
Neusorg
11.10.2016
37
0

"Auf den Spuren von Jesus von Nazareth". Ein wahrlich spannendes Thema, das ein hochkarätiger Referent lebendig werden ließ.

Mit Michael Hesemann aus Düsseldorf hatten die Pfarrgemeinderäte aus Neusorg und Pullenreuth einen Glücksgriff getan. Der Historiker, Autor, Dokumentarfilmer und Fachjournalist für zeit- und kirchengeschichtliche Themen sprach im Pfarrsaal von Neusorg vor einer großen Anzahl von Zuhörern. Dabei begab sich der Redner, begleitet von Bildern auf der Leinwand, auf eine Reise zu den zwölf wichtigsten archäologischen Entdeckungen an den Stätten des Neuen Testaments.

Lampen und Töpfe


Hesemann entführte die Zuhörer ins Heilige Land. Dort finden viele Grabungen statt, die viel über das Leben vor 2000 bis 3000 Jahren berichten. So sei in Nazareth die Verkündigungs-Basilika entdeckt worden. Außerdem gebe es Hinweise auf ein Landgut und strenggläubige Juden. Zu finden waren auch herodianische Kochtöpfe, Öllampen und für das erste Jahrhundert vor Christus typische Gräber mit Rollsteinen.

Entdeckt wurde bei Bethlehem das Grab des Herodes und der Burgberg sowie die Reste der Burg Herodium. Herodes sei ein fähiger Herrscher gewesen, der prachtvolle Burgen, Paläste und Tempel sowie den größten künstlichen Hafen am Mittelmeer erbauen ließ. Erst später wurde er ein paranoider Tyrann. Hesemann berichtete ebenfalls von der damals größten Baustelle, der Stadt Sepphoris. Hier war auch der heilige Josef beschäftigt und Jesus ging bei ihm in die Lehre.

Khirbet Kana sei ein Hügel und nicht das biblische Kana. Dort gebe es eine Krypta mit steinernen Wasserkrügen, die damals der kultischen Reinigung dienten. Jesus verwandelte einst Wasser in Wein, zu vergleichen mit der Eucharistiefeier, in der Wein zu Blut Christi verwandelt wird. Kafarnaum ist die Stadt, in der Jesus den Gelähmten heilte. Hier entstand im fünften Jahrhundert eine byzantinische Basilika. Der Redner ging auch auf den Ort Magdala ein. Diese reiche Stadt verkaufte damals Pökelfisch sogar bis nach Rom. Dabei erwähnte er auch Maria Magdalena, die Jesus unterstützte und die Synagoge, auf der es einen Stein gab, auf dem die Tora gelegt und gelesen wurde.

Weitere Aufnahmen zeigten Bethesda und Schiloach. Bethesda war der Ort der Johannes-Taufe, und aus Schiloach wurde ein Becken vorgestellt, in dem die Waschung und Heilung des Gelähmten stattfand. Hesemann griff auch das Essener-Viertel auf dem Berg Zion auf. Bei dieser zölibatär und nach dem Sonnenkalender lebenden Gemeinschaft feierte Jesus am Donnerstag, am "Tag der Danksagung", auf der Burg Zion das Abendmahl. Der Referent vergaß nicht, die Protagonisten der Evangelien zu erwähnen. Dabei ging er auf die Gräber von Pontius Pilatus, Josef, der Kaiphas hieß, und Alexander von Cyrene, dem Sohn von Simon ein. Die Hälfte des Schildes der Kreuzes-Inschrift sei im Jahr 325 entdeckt worden. Dies bestätigten die alten Quellen.

Bilder von Golgotha


Weiter zeigte Hesemann Bilder von Golgotha, einem ehemaligen Steinbruch vor der Stadtmauer, in den Gräber geschlagen wurden, aber auch den Kreuzigungsort. Ebenso erwähnte er das leere Grab, das in Felsen gehauen und durch einen Rollstein verschlossen war und schon früh durch Pilger verehrt wurde.

In seinem Resümee betonte Michael Hesemann: "Forschungen helfen, die Evangelien tiefer zu verstehen." Sie wurden auf der Basis von Augenzeugenberichten verfasst und die Ausgrabungen hätten bewiesen, dass alles so geschah, wie es in den Evangelien beschrieben worden ist.

Glauben schenkenIm Anschluss an den Vortrag von Michael Hesemann präsentierte dieser sein Buch "Jesus von Nazareth - Archäologen auf den Spuren des Erlösers". Dabei unterstrich er, es könne auf das Evangelium vertraut werden, dass es so war, wie es in darin geschildert wird. Von den Augenzeugen werde das Geschehene wiedergegeben. Pfarrgemeinderatssprecher Stefan Roth dankte dem Referenten mit einem Präsent. Anschließend stellte sich der Autor den Fragen der Zuhörer. (öt)

TuS - Eltern-Kind-Turnen heute, 16 Uhr, in der Schulturnhalle.
Weitere Beiträge zu den Themen: Michael Hesemann (1)Pfarrgemeinderat Neusorg (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.