13 Geburten, 23 Todesfälle

Die Neusorger nehmen Anteil am kommunalpolitischen Geschehen. Die Rektor-Haindl-Aula war zur Bürgerversammlung gut gefüllt. Die Bevölkerung hörte keine wirklich schlechten Nachrichten und hofft, dass die richtigen Weichen gestellt werden. Bilder: wro (2)
Lokales
Neusorg
12.12.2015
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Die Neusorger sind sehr daran interessiert, was in ihrer Gemeinde vor sich geht. Bürgermeister Peter König hatte zur Bürgerversammlung in der gut gefüllten Rektor-Haindl- Aula umfangreiche Informationen mitgebracht.

Was künftig mit der Media-Brache und auch mit dem alten Bahnhof geschehen soll, brannte den Neusorgern auf den Nägeln. Wie die baulichen Leer- und optischen Missstände beseitigt werden können, aber auch wie die künftige Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes zu lösen sei, dafür hatte Bürgermeister König detaillierte Lösungsansätze parat und dazu auch aktuelle Bilder mitgebracht. Erstaunt war man vom desolaten Zustand vor allem der Gebäude.

"Eine runde Sache"

König zeigte sich zuversichtlich: "Unser Ziel ist es, die Revitalisierung des Areals zielstrebig voranzutreiben." Die Arbeiten für die Grundwassersanierungen seien abgeschlossen, die Förderanträge bearbeitet und bereits weitergeleitet worden. "Sie liegen derzeit in Regensburg", schloss der Bürgermeister.

Auch in Sachen Bahnhof könne man zuversichtlich in die Zukunft blicken. Hier sei das Nutzungskonzept Schritt für Schritt weiterentwickelt worden. Bürgermeister König erläuterte anhand einiger Beispiele die zukünftige Nutzung des ehemaligen Bahnhofs. So sei unter anderem mit der Deutschen Bahn AG bereits ein unkündbarer Mietvertrag abgeschlossen worden. Weiter seien ein Gemeindearchiv und auch ein Museum geplant. "Auch ein Teil des Gemeindebauhofes werde dort einziehen", erklärte der Bürgermeister. "Alles in allem das eine runde Sache." Die künftige Nutzung sehe sowohl einen Wohnbereich, als auch die Belegung der Speicherräume für eine ordentliche Gemeinde-Registratur vor.

Abhängig von Fördergeld

"Mit der künftigen Zahnarztpraxis sind wir sogar sprichwörtlich in aller Munde", scherzte der Bürgermeister. Bemerkenswert sei, wie schnell und zielstrebig der Gemeinderat damit umging. "Dafür möchte ich ein großes Kompliment aussprechen. Wir fürchten uns nicht vor der Arbeit." Neusorg als Kind der Bahn werde somit seiner Verantwortung sicher gerecht werden. König dazu ergänzend: "Wir müssen schauen, wie wir das schultern können." Voraussetzung jedoch sei die Höhe der Fördergelder. Hier sei man aber mehr als zuversichtlich.

Keine Sorgenfalten bereiten dem Bürgermeister die aktuellen Zahlen aus dem Rathaus. Die Einnahmen des Verwaltungshaushaltes belaufen sich derzeit auf insgesamt 3 063 500 Euro, dem stehen Ausgaben in Höhe von derzeit 2 861 000 Euro gegenüber. Hier schlagen vor allem die Kosten für die Unterhaltung, Bewirtschaftung und sonstigen Zweckausgaben in Höhe von 799 000 Euro zu Buche. Gesunken seien - so König - die Zinsausgaben. Diese belaufen sich derzeit auf 119 000 Euro.

Die Erhöhung der Trinkwasserpreise sehe man in der Gemeinde zwar als kleinen Wermutstropfen, die Preissteigerung falle aber moderat aus. König hatte dazu eine kleine Modellrechnung mitgebracht, danach falle die Erhöhung mit vier Euro je Einwohner deutlich niedriger aus als befürchtet. König dazu: "Es ist für uns eine große Aufgabe, gutes Trinkwasser zu liefern." Er begründete die gestiegenen Kosten zum einen mit dem rückläufigen Verbrauch, zum anderen mit den Kosten für die Sanierung des Sammelschachtes im Quellgebiet. Große Sorgen bereiten derzeit die Vielzahl der Wasserrohrbrüche, die auch in die Kalkulation mit einfließen. "Die Erhöhung der Kosten ist begründet, aber nicht schön", bedauerte König und bat um Verständnis für die Preisanpassung.

Schuldenberg schrumpft

Erfreulich sei auch der derzeitige Schuldenstand, der im Vergleich zum Vorjahr um rund 236 000 Euro gesenkt werden konnte. Die Pro-Kopf-Verschuldung beläuft sich derzeit auf 1302 Euro. Hier liege man über dem Landesdurchschnitt, bedauerte der Bürgermeister, trotzdem stimmten die Zahlen zuversichtlich. Liegen sie doch deutlich niedriger als noch vor einigen Jahren. Mit Freude sehe man derzeit die Entwicklung im neuen Senioren-Service-Haus, das im Herbst 2015 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. "Es freut uns, dass die Einrichtung in kürzester Zeit in die Ortsgemeinschaft reingewachsen ist." Bewerbungen für Pflegeberufe werden gerne angenommen.

Netto "Weihermühle"

Ob und wann der neue Netto Markt "Weihermühle" komme, das sei derzeit noch ungewiss. Probleme gebe es bei der Verkehrsanbindung, informierte Peter König. "Lösungsansätze liegen vor." Aber man müsse die Stellungnahmen des Straßenbauamtes und des Investors abwarten. König versicherte aber, dass die Gemeinde auch in dieser Sache bemüht sei.

Grund zur Freude gibt es auch in Sachen "Mobiler Fahrdienst". Das Angebot werde gerne angenommen. In den Unterkünften Garten- und Jahnstraße seien derzeit 19 Erwachsene und 8 minderjährige Asylbewerber untergebracht.

Zehn Hochzeiten

Weniger Grund zur Freude gebe es bei der Entwicklung der Einwohnerzahlen. Dank der Zuzüge (Asylantenheime und Senioren) hat sich die Zahl der Neusorger zwar bei 1941 eingependelt. "Leider stehen den derzeit 13 Geburten 23 Sterbefälle gegenüber." Aus dem Standesamt wurden zehn Hochzeiten gemeldet.

Vonseiten der Bürger gab es im Anschluss keinerlei Kritik. Nur die wilde Entsorgung von Grünabfällen ärgert die Leute. Dagegen könne die Gemeinde aber wenig unternehmen, antwortete König.
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