Bethlehem in der Oberpfalz

Einen stimmungsvollen Abend bescherten Hubert Treml (rechts) und die Grenzgangmusik den zahlreichen Besuchern in der Neusorger Christuskirche. Treml trug die "Heilige Nacht" in einer auf oberpfälzisch bearbeiteten Form vor. Bild: lpp
Lokales
Neusorg
24.12.2014
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Die Herbergssuche mit Oberpfälzer Kolorit. Hubert Treml kann dies vortrefflich vermitteln, wie er in der Neusorger Christuskirche bewies. Mit der "Heiligen Nacht" nach Ludwig Thoma bescherte er den Besuchern zusammen mit der Grenzgangmusik einen stimmungsvollen Abend.

Die Mitglieder des Kirchenvorstandes hatten das Gotteshaus weihnachtlich geschmückt und im Freien für das passende Umfeld mit Kerzen und Laternen gesorgt.

Der gebürtige Weidener Hubert Treml trug im voll besetzten Gotteshaus die Heilige Nacht in der von Horst Maschke aus Windischeschenbach auf oberpfälzisch bearbeiteten Form vor. Eindrucksvoll nahm der Interpret die Zuhörer mit auf die Reise von Maria und Josef von Nazareth nach Bethlehem.

Er vermittelte Winterstürme und Kälte, gar nicht so abwegig, denn just an diesem Abend tobte und regnete es draußen unentwegt. Es brauchte gar nicht viel Vorstellungskraft, die Herbergssuche der beiden nachzuempfinden. Stimmlich gewandt ahmte Hubert Treml den polternden Hausknecht ebenso wie die keifende "Base" nach.

Aber auch die freundlichen Charaktere, wie den hilfreichen Handwerksburschen und den zuvorkommenden Simmerl, der beiden schlussendlich eine "Liegestatt" anbietet, interpretierte Treml treffend. Und die friedliche Stimmung beim Gesang der Engel machte nachdenklich. Gar nicht soweit hergeholt in kriegerischen Zeiten mit Unruhen, Vertreibung, Flucht und Verfolgung war die Geschichte von Jesu Geburt und der Herbergssuche von Maria und Josef.

Nicht minder treffend steuerte die Grenzgangmusik unter der Leitung von Cornelia Gurdan die passende musikalische Umrahmung bei. "A Schnewerl houts gschnieb'n" beschrieb den schweren Weg der beiden Wanderer. Hufgetrappel und Schlittenglöckchen kündigten das Kommen des reichen Bauern an. Aber auch die Waldtiere, die sich über die heilige Nacht wundern, die aufgehenden Sterne und das Licht der Engel verdeutlichten die Musiker ausdrucksstark mit Kontrabass, Siegfried Sollfrank, Gitarren, Ulrike Remold und Hubert Gleissner, Hackbrett, Cornelia Gurdan und Steirischer sowie Maultrommel, Reiner Artmann. Die Geburt des Kindes besangen sie mit "Aba heidschi bum beidschi" und stimmten auch Lieder, die in der heiligen Nacht von Ludwig Thoma aufgezeichnet sind, an.

Mit einem Tango verabschiedete sich die Grenzgangmusik und bot einen Ausblick auf die Silvesterfeierlichkeiten und den Tanz ins neue Jahr. Leider fiel die im Freien vorgesehene Bewirtung der vielen Gäste dem stürmischen Regen zum Opfer, so dass improvisiert im beengten Kirchenraum ausgeschenkt wurde. Die Gäste nahmen es gelassen.

Pfarrer Andreas Kraft hatte eingangs Thomas Lippert vom Kirchenvorstand gedankt, der die Idee zu diesem Abend hatte, sowie allen Helfern. Sein Dank richtete sich aber auch an die Akteure und das zahlreich erschienene Publikum. Für Hubert Treml und die Musiker der Grenzgangmusik hatte er ein kleines Präsent dabei.
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