Erlebnis mit dem Tod

Mit gemischten Gefühlen ging die 9. Klasse der Fichtelnaabtalschule zum Bestatter, um in einer besonderen Unterrichtsstunde zu erfahren, was im Todesfall so alles geschieht. Die Jugendlichen verloren mit der Zeit ihre Scheu vor dem komplexen Thema. Bild: hkö
Lokales
Neusorg
09.12.2015
0
0

Unterricht kann todlangweilig sein. Nicht jedoch, wenn der Besuch eines Bestattungsinstituts auf dem Stundenplan steht. Diese besondere Erfahrung machte die 9. Klasse aus der Fichtelnaabtalschule.

(hkö) Die Jugendlichen besuchten mit ihren Klassenlehrern Karin Sieber und Bertram Nold das Bestattungsunternehmen Michael Sticht in Neusorg. Der Firmeninhaber und seine Ehefrau Nicole begrüßten die Schüler und führten sie durch die Räumlichkeiten. Während der Führung erläuterte Michael Sticht die Arbeiten eines Bestattungsbetriebs. Mit etwas scheuen Blicken wurden die verschiedenen Sargmodelle in Augenschein genommen. Im Abschiedsraum, der für Angehörige eine Möglichkeit gibt, sich von dem Verstorbenen würdevoll zu verabschieden, ging Sticht auf die Erd- und Feuerbestattung ein.

Weg der Seele

"Die Feuerbestattung mit anschließender Urnenbestattung wird die Zukunft sein", stellte der Fachmann heraus. Die Feuerbestattung sei eine der ältesten Bestattungsformen der Menschheit. Die Wurzeln reichten über 3000 Jahre zurück. Sie ist fester Bestandteil vieler Religionen, soll sie doch der Seele den Weg ins Totenreich ebnen. Auch in Deutschland steigt das Interesse an der Urnenbeisetzung, unabhängig von der Konfession. Rund 50 Prozent aller Bestattungen sind bereits Einäscherungen, in manchen Städten liegt der Anteil bei über 75 Prozent.

Über jeden Einäscherungsvorgang wird genau Buch geführt. Jeder Sarg wird außen mit einem feuerfesten Identifizierungsstein mit einer Kennziffer aus dem Einäscherungsverzeichnis versehen. Erst wenn alle notwendigen Papiere vorliegen, wird der Sarg dem Feuer übergeben. So sind alle Abläufe transparent und auch später noch nachvollziehbar.

Nach diesem Vortrag stiegen die Schüler mit Neusorger Bürgern in den Bus, um eines der modernsten Krematorien in der Oberpfalz, in Hohenburg bei Amberg zu besuchen. Das moderne Gebäude steht auf einem großzügigen Grundstück, gelegen inmitten eines Waldes. Beim Rundgang durch das Gebäude wurde den Gästen das passende Ambiente für eine angemessene Verabschiedung in privatem Kreis gezeigt. Auch die Übergabe, des Sarges, an das Feuer wurde den Gästen gezeigt.

Keine Trennung

Die Lehrer Karin Sieber und Bertram Nold bedankten sich bei dem Bestattungsunternehmen für den eindrucksvollen Tag. Auch wenn der Tod immer ein trauriges Ereignis ist, eine endgültige Trennung von einem geliebten Menschen gibt es nicht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.