Gemeinsam gegen Todesspirale

Feuerwehrleute aus Neusorg und Ebnath hielten mit Angehörigen der Kemnather BRK-Bereitschaft ein Symposium "Schnelle Hilfe" ab. Bild: obe
Lokales
Neusorg
30.10.2014
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Bei Unfällen beginnt meist ein Wettlauf gegen die Zeit. Verletzte müssen erstversorgt und dann umgehend ins Krankenhaus gebracht werden. Das Zusammenwirken der zuständigen Profis kann dabei über Leben und Tod entscheiden.

Die steigende Zahl von Verkehrsunfällen und die immer komplexere Art der Bergung von Verunglückten stellt Rettungsdienste und Feuerwehr vor neue Aufgaben.

Vor diesem Hintergrund hielt die Feuerwehr Neusorg ein Symposium mit den Ebnather Kollegen sowie der Kemnather Rettungswache und den dortigen Bereitschaftsmitgliedern ab. Oberarzt Dr. Markus Finkh von der Anästhesieabteilung des Klinikums Bayreuth stellte in seinem Vortrag die Wichtigkeit der richtigen Diagnose und Versorgung Schwerverletzter an der Unfallstelle heraus. Verschiedenste Unfallszenarien und Fallbeispiele aus seiner Praxis im Notarztdienst führte der Mediziner ebenso an wie die Traumakette oder die Todesspirale beim Schockpatienten.

Kreisbrandmeister Peter Prechtl rückte die Einsatzleitung und deren Kennzeichnung in den Fokus. Er ermutigte jeden Feuerwehrler, an Einsatzstellen die Augen offen zu haben, denn der Einsatzleiter könne nicht überall sein. Prechtl stellte auch fest, dass es an der Zeit sei, ein einheitliches Überwachungsmanagement für die Atemschutztrupps einzuführen. Hier müsse man weg vom Kirchturmdenken einzelner Feuerwehren, um ein großes einheitliches Zusammenspiel zu ermöglichen.

Um den Vorsatz, der Verunglückte müsse innerhalb einer Stunde nach dem Unfall in der Klinik sein, einhalten zu können, sei das Zusammenspiel nicht nur der einzelnen Feuerwehren gefragt, sondern auch mit den anderen Organisationen.

Den Sinn fürs Menschliche zu behalten spreche dafür, an der Einsatzstelle keine Fotos von Verletzten oder Personen zu machen und sie dann zeitnah ins Netz zu stellen. Dies obliege der Presse und den dafür vorgesehenen Personen der Öffentlichkeitsarbeit. Vor dem Einstieg in die Praxis stellte der Wachleiter der Rettungswache Kemnath und Einsatzleiter Rettungsdienst Silvio Rupp die Aufgaben des Rettungsdienst-Einsatzleiters dar.

Die praktischen Übungen begleitete Chefarzt Dr. Andreas Dauber aus Weiden mit, hierzu erfolgte zunächst ein Austausch unter den Organisationen. So durften die Rotkreuzler die Gerätschaften der Feuerwehr erkunden, umgekehrt bestiegen die Feuerwehrler den Rettungswagen. Im Anschluss wurden in verschiedensten Unfallszenarien mit Auto in Seitenlage, stark deformiert sowie in Dachlage die Rettung von Unfallopfern simuliert. Hierbei lag der Wert der einzelnen Übungen im patientenorietierten Retten sowie für alle Teilnehmer die Nachvollziehbarkeit der einzelnene Schritte aus der Sicht der anderen Organisation, Zusammenspiel für Sicherheit und Routine sollte dadurch entstehen.

Wie schnell aus einer Übung Ernst werden kann, erfuhr die Feuerwehr Neusorg, musste sie doch noch während der praktischen Übungen zu einem realen Einsatz mit eingeklemmter Person ausrücken. Nach Einsatzende lobten alle Beteiligten die gute Zusammenarbeit und beendeten das erste Symposium dieser Art mit einem kleinen Grillfest.
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