Gestaltung nicht für die Ewigkeit

Lokales
Neusorg
20.10.2014
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Friedhöfe sind laut Manuela Pappenberger Orte der Trauer aber auch Treffpunkte der Lebenden. Heutzutage sei ein Wandel de Friedhofskultur festzustellen. Die Veränderung in der Gesellschaft spiegelten sich in der Gestaltung der Gräber wider.

"Heimat ist da, wo wir die Namen der Toten kennen", erklärte Kreisfachberaterin Manuela Pappenberger, die in der Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins über den "Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur" sprach.

Angesichts des demografischen Wandels gebe es oft niemanden, der sich um die Gräber kümmert. Ein Friedhof sollte ein Ort der Ruhe mit viel Grün sein. Oft könne noch vieles an der Ästhetik verbessert werden. Pappenberger zeigte Bilder vom Friedhof Neusorg. Das Steinkreuz aus heimischem Granit, eingerahmt von zwei Bäumen, sei sehr ansprechend. Verbesserungen seien im Bereich des Wasserbeckens möglich. Hier biete sich ein Steintrog an. Möglichkeiten bei der Grabgestaltung ergäben sich durch regionale Materialien oder Metallkreuze.

Klare Strukturen

Bei der Gestaltung des Gottesackers seien klare Strukturen wünschenswert. Eine wichtige Funktion besitze das Tor des oftmals mit Hecken oder Mauern umgebenen Friedhofs. Wege sollten mit heimischen Materialien angelegt werden. Grabeinfassungen könnten aus Pflastersteinen oder als Rahmen mit Splitt erstellen werden.

Ebenso könne ein grüner Rahmen Gliederung vermitteln. Weitere Möglichkeiten böten sich durch mit Pflasterungen einsäumte Bäume auf Wegkreuzungen. Klare Strukturen entstünden durch Bäume entlang der Hauptachsen. Auch störend empfundenes Herbstlaub sei ein Zeichen der Vergänglichkeit.

Die Kreisfachberaterin streifte den geschichtlichen Rahmen des Bestattungswesens. Wurden früher Verstorbene verbrannt, so setzte sich mit der Christianisierung die Erdbestattung durch. Mussten später wegen der Enge auf dem Friedhof Gräber aufgelöst werden, so stand als Alternative für die sterblichen Überreste das Beinhaus auf dem Gottesacker zur Verfügung. Jahre später seien die Gräberfelder hinaus vor die Städte verlagert worden. Mittlerweile gehe der Trend hin zur Urnenbestattung.

Dies mache auch Gemeinschaftsurnengräber mit den Namen der Verstorbenen möglich. Unvorteilhaft seien Stelen oder Urnenwände, an denen kein Platz für Kränze oder Blumen ist. Neu sei die Waldbestattung von Urnen im Wurzelbereich von Bäumen, wusste die Rednerin.

Bei Grabsteinen gehe der Trend zur individuellen Gestaltung. Sie zeigte Bilder, auf denen Gräber als Kiesflächen angelegt oder mit Bodendeckern bepflanzt sind. Eine Absage erteilte sie Plastikkränzen und -blumen. Bürgermeister Peter König nannte den Gottesacker einen Ort der Begegnung und des Austauschs als Teil der Trauerbewältigung.
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