Langsam wird's schnell

Lokales
Neusorg
13.12.2014
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In Neusorg herrscht ab Mitte 2015 starker Wellengang: Dann ist es nämlich möglich, mit Höchstgeschwindigkeit durchs Internet zu surfen. Das gab Bürgermeister Peter König bei der Bürgerversammlung bekannt.

Bürgermeister Peter König bekannte bei der Bürgerversammlung (wir berichteten), dass neben Kinderkrippe bzw. Kinderhaus, eine schnelle Internet-Verbindung eines der Hauptkriterien für eventuelle Zuzügler ist. Am 31. Juli unterzeichnete die Gemeinde den Vertrag mit der Telekom. "Darin ist eine Fertigstellung bis zum 30. Juli 2015 zugesichert. Dank einer guten Ausschreibung erhielten wir eine Förderung von sage und schreibe 90 Prozent", freute sich König.

Vorreiter-Gemeinde

Die verbleibenden zirka 30 000 Euro bezeichnete der Bürgermeister als "relativ geringen Betrag". Dazu müssten keine gerade neu asphaltierten Straßen erneut aufgerissen werden.

Vorsorglich wurden Leerrohre eingelassen, in die das Glasfaser eingeblasen wird. "Nicht viele Städte und Gemeinden der Umgebung können mit einer Höchstgeschwindigkeit bis zu 50 Mbit/s aufwarten."

Der Bau des Senioren-Servicehauses schreite mit großen Schritten voran. Erst vor kurzem ging das Richtfest über die Bühne. Die Gemeinde komme mit dieser Einrichtung ihrem Versorgungsauftrag nach. "Das Haus wird unser Ortsbild nachhaltig prägen", ist sich König sicher. In dieselbe Richtung zielt der neue mobile Fahrdienst für Senioren im Gemeindegebiet.

Schnell hätten sich fünf freiwillige Fahrer gefunden, die ältere Personen zum Einkaufen fahren. "Inzwischen meldeten sich drei weitere Bürger, so dass wir über die anvisierte Zahl an Fahrern verfügen und die Belastung für niemanden zu groß wird." Viele Gemeinden böten diese Leistung nicht. Daher bat König, bei eventuellen kleineren Problemen zu Beginn, Nachsicht walten zu lassen. Die Fahrzeiten samt Routenplan fänden sich auf der Homepage der Gemeinde.

Als Verpflichtung gegenüber dem Schulstandort Neusorg sieht Peter König die Erneuerung des Allwetterplatzes an der Schule an. "Schulsport ist dort nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich", gestand das Gemeindeoberhaupt. 228 000 Euro sind dafür als Kosten veranschlagt.

Ob die beantragten 70 Prozent an Förderung auch tatsächlich bewilligt werden, sei noch ungewiss. Königs allgemeine Meinung zum Schulstandort ist indes gespalten. Während sich die Schülerzahlen an der Grundschule Neusorg (165) stabilisierten, hielt der Abwärtstrend der Mittelschule in Ebnath (86) an. "Dieser Trend wird sich auch im nächsten Schuljahr fortsetzen."

Schulden-Tiefstand

Beim Blick in den Haushaltsentwurf für 2014 stellte Peter König erfreut fest, dass es weder eine Neuverschuldung noch eine Kreditaufnahme gab. Dies sei angesichts der Baumaßnahmen bemerkenswert. "Sparsames Wirtschaften prägte unser Handeln. Aber alles vor dem Hintergrund, dass Stillstand Rückschritt bedeutet."

Der Verwaltungshaushalt weist knapp 2,7 Millionen Euro an Einnahmen auf. Dem stehen zirka 2,5 Millionen Euro an Ausgaben gegenüber. Die gewichtigsten Ausgaben im Vermögenshaushalt waren 134 000 Euro für das neue LF 20 der Feuerwehr Neusorg, 69 000 Euro für das TSF der Feuerwehr Schwarzenreuth und 31 200 Euro für den Erwerb des Digitalfunks für die drei Feuerwehren. 57 000 Euro kostete der Radlader mit Schneeräumschild und Kehrbesen und eine Waldfläche in Schwarzenreuth 21 500 Euro. Als Rücklagen stehen nach dem zweiten Nachtragshaushalt 78 108,68 Euro zu Buche.

Unter 2,5 Millionen

Der voraussichtliche Schuldenstand zum 31. Dezember beträgt 2 741 147,75 Euro. "Finanzminister Markus Söder teilte mir mit, dass uns eine Stabilisierungshilfe von 250 000 Euro gewährt wird", teilte Peter König mit. Allerdings liege der endgültige Bescheid noch nicht vor. "Meine Vermutung ist, dass dieses Geld zweckgebunden zum Schuldenabbau verwendet werden soll." Bestätigt sich Königs Annahme, fiele der Schuldenstand erstmals seit zehn Jahren unter die Marke von 2,5 Millionen Euro.

Einwohnerzahl steigt

Geburten und Sterbefälle hielten sich mit je 16 die Waage. Die Einwohnerzahl steige wieder leicht an. Zum 4. Dezember zählte die Gemeinde 1935 Haupt- und 151 Nebenwohnsitze. Für den Bürgermeister ein Zeichen, dass sich Wohnen und Leben in Neusorg lohnt. "Stellvertretend für das gegenseitige Miteinander in Neusorg stand der Wahlkampf zur Kommunalwahl im Frühjahr. Jederzeit fair und ohne Wunden. Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit und verdient größten Respekt."
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