Licht als Lebensfaktor

Lokales
Neusorg
17.02.2015
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Zum Vortrag "Vitamin D - das körpereigene Antibiotika" hatte der katholische Frauenbund Neusorg ins Jugendheim eingeladen. Dr. med. Charlotte Pfitzner aus Bad Alexandersbad wartete mit allerlei Wissenswertem auf

Die Referentin betonte, wegen des Lichtmangels im Winter, sei der Einsatz von Vitamin D momentan hochaktuell. Vitamin D wurde 1919 entdeckt, als händeringend nach einem Heilmittel gegen Rachitis gesucht wurde. Rachitis sei damals verstärkt aufgetreten. Durch Rachitis bleiben bei Kindern die Knochen weich und sie deformieren.

Eine erste Feststellung war, dass künstliches UV-Licht die Auswirkungen der Krankheit mindern oder sie heilen kann. Später wurde erkannt, dieses Ziel könne ebenfalls mit Sonnenlicht erreicht werden. Forscher, so die Referentin, stellten fest, auch Lebertran liefere Vitamin D.

Selbstschutz im Körper

Streng genommen sei Vitamin D kein richtiges Vitamin, denn im Unterhautfettgewebe der Menschen werde die Vorstufe Provitamin D gebildet und durch Licht in Vitamin D umgewandelt. Dieser Vorgang dauere etwa acht Stunden. Durch diese langsame Umwandlung schütze sich der Körper vor zu viel Vitamin D. Im Alter nehme die Fähigkeit, Vitamin D zu bilden, ab. Provitamin D werde in die Leber geschleust, und dort entsteht eine Speicherform des Vitamins, das in die Zellen transportiert und bei Bedarf abgerufen wird. Sinkt der Kalziumspiegel, sorgt Vitamin D dafür, das Kalzium über den Darm aufgenommen wird. Fehlt Vitamin D, kann Kalzium nicht in ausreichender Menge aufgenommen werden, unterstrich Dr. Pfitzner.

Verschiedene Systeme

Es gebe zwei verschiedene Systeme für den Knochenauf- und abbau - die Osteoblasten und Osteoklasten - und diese sollten immer im Gleichgewicht sein. Bei zu viel Vitamin D werden die Zellen für den Knochenabbau angeregt und dies könne bis zum Knochenschwund führen. Dagegen schütze sich der Körper durch das ausgeklügelte System der Bildung von Vitamin D.

In den letzten Jahren konnten viele neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit Vitamin D gewonnen werden. So stärke es die Muskelkraft, verhindere Hautentzündungen und überschießende Verhornung - auch als Schuppenflechte bekannt. Weiter fördere Vitamin D die Bildung von weißen und roten Blutkörperchen. Wenn der Vitamin-D-Spiegel aufgefüllt sei, halte er rund drei Monate an.

Die Zuhörer erfuhren, dass das Vitamin gegen Autoimmunerkrankungen und dem rheumatischen Formenkreis bis hin zur Fibromyalgie wirksam sei. Es bringe die Körperzellen zur Ausreifung und fördere deren Differenzierung. Damit werde Krebs besser behandelbar. Besonders sei es für Zellen des Drüsengewebes geeignet. Cortison unterdrücke dagegen die Aktivierung von Vitamin D. Das Vitamin fördere weiter die Nervenleitgeschwindigkeit und die Ausreifung von Embrionen.

Sonnenstand wichtig

Die Referentin ging auch auf das Thema ein, wie es zu einem Vitamin-D-Mangel komme. Sie erklärte, je höher die Sonne stehe, desto effektiver sei auch die Bildung des Vitamins. Bei flachem Sonnenstand reiche die UV-Strahlung dafür nicht aus. Zudem gab sie zu bedenken, je heller die Haut, umso besser könnten die UV-Strahlen eindringen.

Dr. Pfitzner gab auch Beispiele, wie der Vitamin-D-Spiegel aufgefüllt werden könne. Diskutiert worden sei bereits, der Nahrung das Vitamin zuzusetzen. Davon wurde jedoch Abstand genommen. Das Vitamin sei fettlöslich und in fettem Fisch und Butter enthalten. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel senke das Krebsrisiko, hob die Referentin hervor. Vorsitzende Theresia Wedlich dankte für den informativen Vortrag.
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