Media-Brache: Auch Silo fällt

In das Projekt Media-Brache soll Bewegung kommen. Die Gemeinde strebt eine Förderung durch das bayerische Sonderprogramm "Revitalisierung von Industrie- und Gewerbebrachen" an. Bild: kkl
Lokales
Neusorg
19.10.2015
19
0

Beim Bahnhofsgebäude und bei der Media-Brache solle es weitergehen. Konzepte über das Wie und die damit verbundenen Kosten stellten die Architekten und Stadtplaner Peter Kuchenreuther und Ralf Köferl dem Gemeinderat vor.

Bürgermeister Peter König sprach angesichts dieser beiden Tagesordnungspunkte von einer "wichtigen und bedeutungsvollen Sitzung". Zeitnah sollen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten beide Maßnahmen in die Städtebauförderung einfließen.

Das Konzept für die Nachnutzung der Media-Brache stellte Köferl vor. Einige Gebäude werden abgebrochen, Hallen werden für eine Umnutzung ab- und umgebaut sowie energetisch saniert. Wegen Dachschäden sei Zeit zu handeln, zeigte Köferl mit Fotos auf. Am Gebäudekomplex müssten Lüftungsanlagen und Leitungen ausgebaut werden. Die Hallen 1, 2 und 3 bleiben stehen, der Zwischenbereich und die Silos verschwinden. Aus 26 600 Kubikmetern umbauten Raum müsse Schutt entsorgt werden. An den Abbruchkanten müssten die Fassaden wieder hergestellt werden.

Mit Scherben aufgefüllt

Teilweise seien Porzellanscherben als Füllmaterial im Boden. Sie gelte es zu entsorgen, damit ein Nachnutzer keine Altlasten habe. Der Redner rechnete damit, dass der Boden bis zu einer Tiefe von 0,8 bis 1 Meter auszutauschen ist. Die Sanierung der Hallen gehe auf den Nachnutzer.

Es sei eine öffentliche Erschließung des Areals - mit Zufahrt, Wasser- und Abwasserleitungen von der Marktredwitzer Straße her - geplant, um diese in Hand der Gemeinde zu haben, teilte Köferl mit. Hier könnte ein Fußweg zur Kehlgasse entstehen. Für Stell- sowie Parkplätze müssten die Nachnutzer selbst sorgen. An Kosten für die Umsetzung des Nachnutzungskonzepts gab Köferl rund 1,35 Millionen Euro an, aufgeschlüsselt in 561 000 Euro für den Abbruch, 285 000 Euro für Fassadenherstellung, 138 000 Euro für öffentliche Erschließung und 147 000 für Baunebenkosten.

"Letztendlich müssen wir weiter denken, nicht nur an Abbruch - auch an die Erschließung. Niemand hat einen Bestandsplan, wie die Leitungen unterirdisch laufen. Die Infrastruktur der Gebäude muss ordentlich untersucht werden", merkte Bürgermeister König hierzu an. Auch die Regenrückhaltung sei hier ein Thema. Die großen Dachflächen könnten nicht eins zu eins in das Kanalnetz abgeleitet werden.

Gespräch bei Regierung

Die Gemeinderäte erkannten das vorgestellte Nachnutzungskonzept einstimmig an. Auf dessen Basis soll nun zeitnah ein Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz in Bezug einer Anmeldung für das bayerische Sonderprogramm "Revitalisierung von Industrie- und Gewerbebrachen" stattfinden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.