Pfarrer Josef Triebenbacher referiert über Heilige Anna Schäffer
Jahrtausendereignis

Pfarrer Josef Triebenbacher aus Marktredwitz brachte mit seinem Vortrag nicht nur das Leben der Heiligen Anna Schäffer näher, sondern verdeutlichte den Zuhörern auch das Wirken Gottes. Bild: öt
Lokales
Neusorg
29.09.2014
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Zu einem Bildervortrag zum Thema "Glücklich trotz Leid - das Beispiel der heiligen Anna Schäffer" lud die katholische Arbeitnehmerbewegung ins Jugendheim ein. Dort hieß Vorsitzende Gabriele Söllner Pfarrer Josef Triebenbacher aus der Pfarrei Herz Jesu in Marktredwitz als Referenten des Abends willkommen.

Der Redner zeigte sich überrascht vom starken Besuch. Anschließend ging er auf Anna Schäffer ein, die am 21. Oktober 2012 in Rom heiliggesprochen wurde. Sie sei die einzige Heilige, die in der Diözese Regensburg geboren wurde, lebte und auch starb. Per Beamer warf der Geistliche Bilder von der Heiligsprechung auf die Leinwand, bei der auch die Gläubigen aus deren Heimatort Mindelstetten vertreten waren.

Triebenbacher erklärte, die Heiligsprechung war ein Jahrtausendereignis für die Diözese. Es sei das Allerhöchste, wenn jemand, der so viel Leid ertragen musste, heiliggesprochen wird. Die Heilige war eine einfache, schlichte Frau, die Gott besonders nah war. Der Referent stellte die Frage, ob eine solche Frau in unsere Zeit passe?

Anna Schäffer wuchs gemeinsam mit fünf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon als Kind zeigte sie großes Interesse an religiösen Fragen. Sie arbeitete nach der Schule im Haushalt mit und hatte den Lebenstraum, in die Mission zu gehen, um in anderen Ländern das Evangelium zu verkünden.

Mit 19 Jahren verunglückte sie bei der Arbeit und stürzte mit beiden Beinen in einen Kessel mit siedend heißer Lauge. Danach musste sie 30 Operationen über sich ergehen lassen. Als Invalidin wurde sie von ihrer Mutter zu Hause gepflegt. Eines Tages warf ihr Bruder sie aus dem Haus, weil sie nur noch eine Belastung für ihn war und nicht mehr zum Lebensunterhalt beitragen konnte. Daraufhin wurde sie von einer fremden Familie aufgenommen.

Der Geistliche erklärte, die Heilige habe im Leid Gottes Willen erkannt. Sie strahlte eine tiefe innere Freude aus und habe den Frieden im Herzen Jesu gefunden. Im Bett liegend machte sie Handarbeiten, betete und schrieb Gedichte und Briefe. Diese Briefe sollten eine Art Verkündigung sein. Der damalige Ortsgeistliche von Mindelstetten ermunterte Anna Schäffer, alles aufzuschreiben.

1925, so der Redner, verschlechterte sich ihr Zustand und am 5. Oktober starb sie mit den Worten: "Jesus, dir leb ich!" Viele Leute seien damals zur Beerdigung gekommen. Sie spürten schon zu dieser Zeit, dass ein besonderer Mensch gestorben war.

Der damalige Ortsgeistliche von Mindelstetten schrieb "sancta" als Randnotiz in das Sterbebuch. Vielleicht erahnte er schon damals ihre Heiligkeit. Triebenbacher zeigte Bilder der Kirche in Mindelstetten mit dem Grab Anna Schäffers. Dieses Gotteshaus werde an den Gedenktagen von so vielen Gläubigen aufgesucht, dass es erweitert werden musste. Der Pfarrer präsentierte auch einen eindrucksvollen Film. Im Anschluss stellte sich der Referent den Fragen. Das gemeinsam gesungene "Anna-Schäffer-Lied" beschloss den offiziellen Teil des Abends. Abschließend dankte KAB-Vorsitzende Gabriele Söllner dem Redner.
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