Tolerant und hilfsbereit

In alter Frische: Die Gründungsmitglieder des Bayern-Fanclubs bilden nach wie vor ein festes Fundament.
Lokales
Neusorg
08.12.2015
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Wir schreiben das Jahr 1980. Sepp Maier und Katsche Schwarzenbeck beenden ihre Karriere. Der FC Bayern München fährt seine sechste Meisterschaft ein. Und in Neusorg gründet sich ein Fanclub der "Roten".

Bürgermeister Peter König, der zum Jubiläum als bekennender "Cluberer" trotzdem ein Grußwort sprechen durfte, vergaß aber nicht zu erwähnen, dass vor 35 Jahren der 1. FC Nürnberg noch Rekordmeister war. Darüber können "die Bayern" heute natürlich nur noch tolerant lächeln.

Von vielen belächelt gründeten 21 Anhänger 1980 in Neusorg den FC- Bayern-Fanclub. Zur Feier des 35-jährigen Bestehens hieß Vorsitzender Johann Steinkohl viele Gäste im Sportheim willkommen. Auch die Freunde vom Patenverein Pullenreuth, aus Ebnath und Waldeck überbrachten ihre Glückwünsche. Steinkohl beleuchtete den Werdegang des Vereins.

Mit Harald Holzinger

Nach einem Spiel gegen die Club-Anhänger gründete sich die Truppe mit Harald Holzinger als ersten und Rainer Putzer als zweiten Vorsitzenden. Kassier wurde Heribert Holzinger, Schriftführer Horst Lehnert. 1986 folgte der Eintrag ins offizielle weltweite Fanclubverzeichnis. 1982 wurde eine eigene FC-Bayern-Ecke im Sportheim des SV eingerichtet, im Sommer 1982 durfte auf dem Sportgelände eine eigene Vereinshütte errichtet werden. Möglich wurden diese und weitere Baumaßnahmen durch das Engagement des heutigen Ehrenmitglieds Peter Leeb.

Bei den nächsten Wahlen übernahm Harald Holzinger auch die Kasse, die er nun seit 32 Jahren vorbildlich führt. Überhaupt wird Kontinuität im Verein großgeschrieben. Auf Holzinger folgte im Jahr 1990 Horst König als Vorsitzender, der drei Jahre später an Michael Schinner übergab. Nach zwölfjähriger Tätigkeit übernahm Johann Steinkohl 2005 das Ruder. Der Bayern-Fanclub unterstützt seine Mannschaft nicht nur im Stadion, sondern organisiert für seine inzwischen 121 Mitglieder auch andere Aktivitäten: Faschingsveranstaltungen, Grillfeste, Radltouren, Vereinsausflüge, Kegelmeisterschaften.

Der Fanclub sieht seine Ideale vor allem in der Kameradschaftspflege. Doch auch im sozialen Bereich engagieren sich die "Bayern". Seit Jahren übergibt der Verein Geldspenden anlässlich seiner Weihnachtsfeier an Einrichtungen vor Ort. Ob Kindergarten, Helfer vor Ort, die Jugend des Sportvereins, Kirchenchor, Caritas oder Familienhilfe. Natürlich hat der Fanclub auch im Jubiläumsjahr die Kasse weit geöffnet.

Dies kommt zum einen der Familie des an Leukämie erkrankten Mitglieds Elias Ernstberger zu Gute. Neben einer Vereinsspende konnte Elias aus den Händen von Franz Fischer, einem langjährigen Freund von Franz Beckenbauer, eine persönliche 250-Euro-Spende der "Lichtgestalt" nebst handsigniertem Trikot sowie ebenfalls 250 Euro vom Autohaus Mössbauer entgegennehmen. Eine weitere 200-Euro-Spende ging an Tobias Geisler, den Vorsitzenden des Vereins "Sonnenblicke Nordoberpfalz", der Familien von krebskranken Kindern unterstützt.

Das soziale Engagement des Fanclubs strichen Pfarrer Hans Riedl sowie Bürgermeister Peter König heraus. Trotz "unterschiedlicher Vereinsbrillen" stellte König das Fairplay zueinander heraus.

Blumen und andere Deko

Bevor Hans Steinkohl zum gemütlichen Teil des Abends überleitete, standen noch die Ehrungen für langjährige Mitglieder an. Dank sprach der Vorsitzende auch Melanie Högl aus, die Jahr für Jahr kostenlos für den Blumenschmuck sorgt sowie der Wirtsfamilie Hörl für die Dekoration und Verpflegung. Bei einer reichhaltige Tombola mit über 300 Sachpreisen, für die Helga Steinkohl verantwortlich zeichnete, war für jeden etwas dabei.

Bevor Gründungsmitglied Walter Kobel zu Schifferklavier und Orgel griff und den Saal bis in die Morgenstunden unterhielt, stellte er noch sein Können als Auktionator unter Beweis. Für ein Trikot sowie einen Ball mit Signatur der aktuellen Bayernmannschaft sowie einem Trikot mit den Unterschriften von Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer erzielte er einen stolzen Erlös, der auch wieder caritativen Einrichtungen zu Gute kommt.
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