Volltreffer oder Niete

Ob wir zu dieser Neuerwerbung letztendlich zu beglückwünschen oder zu bemitleiden sind, wird sich erst im Frühjahr 2015 zeigen, wenn die Planungen zur Nutzung konkret werden.
Lokales
Neusorg
12.12.2014
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Bürgermeister Peter König berichtete bei der Bürgerversammlung von einem ereignisreichen und durchwegs erfolgreichen Jahr für die Gemeinde. Kritische Stimmen gab es so gut wie keine. Interessantestes Thema war die neueste Errungenschaft Neusorgs.

Auch wenn noch nicht geklärt ist, wie die Gemeinde den Bahnhof künftig nutzen will, verteidigte Bürgermeister Peter König bei der Bürgerversammlung in der Rektor-Haindl-Aula vor etwa 50 Zuhörern den Kauf. Außer der Gemeinde hätte niemand ein ordentliches Interesse an diesem baufälligen Gebäude signalisiert. "Ob wir zu dieser Neuerwerbung letztendlich zu beglückwünschen oder zu bemitleiden sind, wird sich erst im Frühjahr 2015 zeigen, wenn die Planungen zur Nutzung konkret werden."

Für den 22. Januar kündigte König eine Ideenschmiede des Gemeinderats an. Bei einem Ortstermin im Bahnhof sollen sich die Räte ein Bild machen und erste Vorschläge äußern können. Der Bahnhof sei bereits frühzeitig zum Förderprogramm EFRE (Europäischer Fonds zur regionalen Entwicklung) über die Steinwald-Allianz gemeldet worden. Spätestens für April oder Mai rechnet der Bürgermeister mit einem Bescheid über die Förderhöhe. "Ich bin gespannt, wie es weitergeht."

Privatmaßnahmen

Als "Operation am offenen Herzen" bezeichnete Peter König den Ortskernausbau entlang der TIR 16. Trotz vieler Anwohner, dauerhaften Verkehrs und längerer Beeinträchtigungen "verlief die Baustelle nahezu reibungslos". Und die Mehrkosten von etwa 100 000 Euro beträfen die Bürger nicht. 14 Privatmaßnahmen in den Gärten und auf den Grundstücken der direkten Anlieger gingen damit einher und vervollständigten nun das positive Erscheinungsbild der Gemeinde. "Fehlt noch der Themengarten am neuen Parkplatz in der Jahnstraße. Eine Findlingsformation im Zentrum mit einer Sitzgelegenheit lädt dort bald zum Verweilen ein."

Infos über den örtlichen Imkerverein, eine abstrakte Skulptur der Burg der tschechischen Partnergemeinde Skalna und eine Schautafel über Auslandseinsätze der Partnereinheit der Bundeswehr rundeten ein ansehnliches Gesamtpaket ab. "Schwarze Schafe, die den Schutz der Nacht nutzen, um größere Mengen Grüngut illegal zu entsorgen, trüben den positiven Gesamteindruck etwas", führte König als ein Ärgernis an. Dadurch entstünden höhere Entsorgungskosten, die letztendlich auf die "regulären Entsorger" umgelegt würden. "Ziel muss es sein, die Kosten zu halten." Als weiteres Sorgenkind benannte das Gemeindeoberhaupt die Media-Brache, weil dort scheinbar nichts vorangeht. "Die Arbeiten laufen und werden streng begleitet. Zwei Messstellen entlang des Grundwasserverlaufs dokumentieren den Fortschritt der Reinigung."

Dorferneuerung startet

Die Gemeinde sei hier nicht Herr des Verfahrens, doch "was über Jahrzehnte falsch gemacht wurde, kann nicht in kürzester Zeit repariert werden". Die Beseitigung der Altlasten könne bis zu 15 Jahre in Anspruch nehmen. Inzwischen seien 56 Anwesen entweder direkt oder indirekt an der neuen Nahwärme beteiligt. Die von langer Hand geplante Dorferneuerung für Riglasreuth und Weihermühle starte endlich im nächsten Jahr. "Am 20. Januar kommt ein Vertreter des ALE (Amt für ländliche Entwicklung) und drückt symbolisch den Startknopf", verkündete König. Geplant seien 30 Maßnahmen mit einer Fördersumme von 1 100 000 Euro. Eine Bauzeit von insgesamt 10 Jahren schätzte Peter König als realistisch ein.
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