"Weiter am Haus bauen"

Lokales
Neusorg
31.03.2015
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Einmütig haben die Neusorger Gemeinderäte den Haushalt für 2015 verabschiedet. Bürgermeister Peter König freute sich, dass der Schuldenstand der niedrigste der vergangenen zehn Jahre ist.

Eine weitere erfreuliche Neuigkeit: Die Regierung der Oberpfalz sagt eine Förderung von 130 000 Euro für die Sanierung des Allwetterplatzes zu. Des Weiteren hat das Gremium über die Gebühren für die Entsorgung der Grün- und Holzabfälle, die Kostenbeteiligung zur Dorferneuerung Riglasreuth- Weihermühle und zum Haushaltsplan des Kinderhaus St. Josef entschieden.

Der neue Verwaltungshaushalt schließt in den Einnahmen und Ausgaben mit 3,17 Millionen Euro, im Vergleich zu 3,06 Millionen Euro im Vorjahr, sind das gut 108 000 Euro mehr. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 277 819 Euro und verminderte sich somit gegenüber dem Vorjahr um rund 24 000 Euro. Nach Abzug der ordentlichen Tilgung in Höhe von 143 510 Euro errechnet sich eine freie Finanzspanne von 134 309 Euro.

Der Rückgang der Zuführung zum Vermögenshaushalt hat vielfältige Gründe, erklärte Bürgermeister König. Der Ansatz für den Straßenunterhalt erhöht sich von bisher 107 000 auf 150 000 Euro. Gleichzeitig steigt die Kreisumlage trotz einer Minderung des Umlagesatzes von 49,0 auf 48,5 Prozent um rund 22 000 Euro auf 692 700 Euro. Auch bei der Schulverbandsumlage in Höhe von 159 395 Euro errechnet sich eine Mehrbelastung von rund 19 000 Euro.

Auf der Einnahmenseite vermindert sich die Gewerbesteuer von 280 000 in 2014 auf 220 000 Euro 2015. Allerdings hat die Gemeinde 2015 auch Mehreinnahmen zu verzeichnen. Bei der Einkommensteuerbeteiligung hat sich eine Verbesserung um 89 000 Euro auf 804 000 Euro eingestellt. Ebenfalls ist bei den Schlüsselzuweisungen ein Anstieg um rund 23 000 Euro auf 622 108 Euro festzustellen und bei der Grundsteuer A und B errechnen sich durch die Anhebung des Hebesatzes für die Grundsteuer A von bisher 350 auf 360 von Hundert (rund 400 Euro) Mehreinnahmen von 5400 Euro.

Rate für die Feuerwehr

Der Vermögenshaushalt 2015 von Neusorg schließt mit 1 173 505 Euro (im Vorjahr 1 351 823 Euro). Enthalten ist die Sanierung des Allwetterplatzes an der Fichtelnaabtal-Grundschule mit veranschlagten 218 000 Euro. Die Nahwärmeversorgung sowie die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitung in der Kösseinestraße schlagen mit 271 000 Euro zu Buche. Auf 150 000 Euro beläuft sich der zweite Teilbetrag für den Erwerb des neuen Löschfahrzeugs für die Feuerwehr.

Zum Ausgleich des Gesamthaushalts ist eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 263 324 Euro erforderlich. Zum Ende des Jahres wird ein Rücklagenstand von rund 80 000 Euro erwartet, davon sind anteilig derzeit 24 000 Euro frei verfügbar. Es errechnet sich zu Ende 2015 ein neuer Schuldenstand von voraussichtlich rund 2,508 Millionen Euro. Bei 1924 Einwohnern bedeute dies eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1303 Euro. Der vergleichbare Landesdurchschnitt liegt bei 711 Euro pro Einwohner. Die Parole des Bürgermeisters Peter König: "Ein Ausruhen wird es auch dieses Jahr nicht geben - wir werden weiter am Haus Neusorg bauen."

Aus Sicht der CSU-Fraktion sind die vielen Investitionen positiv für die Gemeinde, nur die Kreditaufnahme sei ein kleiner Pferdefuß, teilte zweiter Bürgermeister Dr. Günther Fütterer mit. Als wichtige Projekte Neusorg sehe er das Bahnhofsgebäude sowie auch neue und interessante Geräte für den Spielplatz. Der demografische Wandel werde in Zukunft zu bewältigen sein. Die Ausgaben für die Dorferneuerung werde eine finanzielle Anstrengung erfordern.

Der Wegebau und die Schaffung des Multifunktionsplatzes werde das Gremium in den nächsten Jahren beschäftigen, erörterte Fütterer. Er sprach sich für eine maßvolle und zielorientierte Planung in den kommenden Jahren sowie für stabile Gebühren aus, um die Bürger nicht mehr zu belasten. Dieter König, Sprecher der SPD-Fraktion, bekräftigte die Planungen und Investitionen in der Gemeinde. Er regte an zu prüfen, ob für Wernersreuth ein Spielplatz denkbar sei. 1000 Euro für den mobilen Einkaufsdienst seien gut angelegt.

Karl Lenhard, dritter Bürgermeister und Sprecher der Freien Wähler/ÜWG, sah die Haushaltssatzungen der Vorjahre meist von Schwerpunktmaßnahmen geprägt. Anders sei es im Jahr 2015, in dem es sich um "einzelobjektebezogene" Investitionen handele. Die Sicherheit der Schüler erfordere die Sanierung des Allwetterplatzes. Die neue Bepflanzung mit einheimischen Laubgehölzen werde dem gesamten Schulgelände ein neues Ambiente geben, und die geplanten Parkplätze sollen zur Entspannung der Verkehrssituation im Schulbereich beitragen.

Hilfe zur Stabilisierung

Zur Verminderung des Schuldensaldos habe neben den Tilgungsleistungen auch die vom Freistaat gewährte Stabilisierungshilfe beigetragen und die Pro-Kopf-Verschuldung von 1303 Euro gegenüber dem Vorjahr mit 1454 Euro habe sich somit um 151 Euro vermindert. Für die Entwicklung der Gemeinde lohne es, sich mit aller Kraft einzusetzen. Für die FW/ÜWG gelte: "Investitionen für die Zukunft ja - aber nicht um jeden Preis." Der Bürgermeister und die Fraktionssprecher dankten für den gelungenen Haushaltsplan, vor allem Kämmerer Charly Regner für das umfangreiche Zahlenwerk und die gute Zu- und Zusammenarbeit und auch dem Finanzausschuss sowie den Neusorger Arbeitnehmern und Gewerbetreibenden für ihre Steuern.
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