"Zeichen der Zeit erkannt"

Lokales
Neusorg
17.10.2015
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Ein neuer Meilenstein in der Versorgung mit Nahwärme und in der Stromerzeugung wurde mit der Einweihung des Biomasse-Heizkraftwerks in Neusorg gesetzt. Die Investitionssumme beläuft sich auf 2,8 Millionen Euro.

Geschäftsführer Marco Krasser von der SWW Wunsiedel nannte bei der Feier zur offiziellen Inbetriebnahme beeindruckende Zahlen. Im Beisein von zahlreichen Ehrengästen begrüßte Krasser auch die Kunden aus Neusorg, die sich für regenerative Wärmeträger und eine Energieversorgung vor Ort entschieden hatten. Die SSW übernehmen den aktiven Part und speisen sogar Strom ins Netz ein. An das rund 2,6 Kilometer lange Netz angeschlossen wurden 25 Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie neun kommunale Einrichtungen, ein Hotel und das Seniorenservicehaus. Grasser war besonders stolz auf die Tatsache, dass die Wärme im Biomasseheizkraftwerk nur aus regionalem Heizmaterial erzeugt wird.

Die beiden mit Holzpellets betriebenen Heizkessel bringen eine thermische Leistung von je 540 Kilowatt. Dabei passen sie ihre Leistung dem tatsächlichen Wärmebedarf an. Zusätzlich ist ein Pelletsvergaser installiert, der über ein Blockheizkraftwerk 190 Kilowatt elektrische und 250 Kilowatt thermische Leistung erbringt.

Diese Anschaffung konnte dank einer Förderung des Freistaates Bayern realisiert werden. Die Anlage verfügt über einen 80 Kubikmeter fassenden Pufferspeicher. Der erwartete Jahresertrag liegt bei 700 000 Kilowattstunden Strom und 1,8 Millionen Kilowattstunden Wärme pro Jahr. Damit ließe sich der gesamte Bedarf der Bürger in Neusorg abdecken.

Krasser hob hervor, dass durch das neue Heizkraftwerk der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß im Vergleich zu Heizöl um 107 Tonnen reduziert wird. Damit erfolge ein wichtiger Schritt in das neue Energiezeitalter. Abschließend dankte der Geschäftsführer allen beteiligten Firmen und Markus Hausmann als "Gesicht des Kraftwerks". Ebenso galt sein Dank Roland Schuster, der die Anlage in Betrieb hält.

Den kirchlichen Segen erteilte der evangelische Pfarrer Andreas Kraft aus Waldershof auch im Namen seines katholischen Amtsbruders Hans Riedl, der verhindert war. "Mit der Einweihung des neuen Biomassekraftwerks wird in Neusorg ein Stück Energiewende vollzogen", unterstrich auch Bürgermeister Peter König. Die Gemeinde habe die Zeichen der Zeit erkannt. Dabei wurde ein weitläufiges Versorgungsnetz entwickelt. Mit dem Erwerb von drei Grundstücken habe die Kommune die Grundlage geschaffen und die Realisierung in dem Mischgebiet vorangetrieben.

Die Kommune beschloss, die öffentlichen Gebäude in die Nahversorgung zu integrieren. Ebenso seien die kirchlichen Gebäude angeschlossen worden. In dem eigens zur Feierstunde aufgestellten Festzelt mit Schautafeln überreichte Bürgermeister König an SSW-Geschäftsführer Krasser ein Wappen der Gemeinde.
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