Alter ist keine Krankheit

Die SPD-Kreistagsfraktion war auf Entdeckungstour. Die "roten Räte" besichtigten unter anderem das Senioren-Service-Haus in Neusorg. Bild: den
Politik
Neusorg
19.05.2016
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Die SPD-Kreisräte mit Rainer Fischer an der Spitze besuchten in Begleitung einer Delegation des SPD-Ortsvereins Neusorg und Bürgermeister Peter König Senioren-Service-Haus. Die Belegung der 2015 in Betrieb gegangenen Einrichtung entspricht den Erwartungen.

Martin Weiß, Geschäftsführer des Trägers "Sozialteam" begrüßte die politischen Mandatsträger und zeigte sich erfreut über das Interesse an der neuen Einrichtung. Weiß führte aus, dass die Belegung nach fast einem Jahr zufriedenstellen sei. Das SSH sei die erste Einrichtung im Landkreis Tirschenreuth, die von der sogenannten "vereinfachten Dokumentation" Gebrauch mache. Bei einer Überprüfung durch den Medizinischen Dienst sei das Haus mit Bestnoten bewertet worden. Weiß zollte Bürgermeister König seinen Respekt wegen seiner Hartnäckigkeit bei den Bemühungen um die Realisierung dieses Projekts und lobte den guten Geist, der unter Personal des Hauses derzeit vorherrsche.

Keine Generalisierung


In seinen Ausführungen ging Weiß auch auf aktuelle politische Entwicklungen im Bereich der Pflege und Pflegeausbildung ein. So kritisierte er die bevorstehende Einführung der generalistischen Pflegeausbildung, bei der die drei Bereiche Krankenpflege, Kinderkranken- und Altenpflege "zusammengeschmissen" werden.

Bei einer Anhörung seien berechtigte Hinweise vonseiten der Einrichtungsträger nicht berücksichtigt worden. Weiß befürchte einen Qualitätsverlust, weil jeder Pflegebereich seine spezifischen Anforderungen habe. Leider gebe es trotz eines eingebrachten Gesetzentwurfes bislang noch keine konkret fixierten Ausbildungsinhalte. Weiß betonte, dass "Alt sein keine Krankheit" sei. Am besten umsetzbar sei aus seiner Sicht ein "Stufenmodell" mit einer einjährigen gemeinsamen Ausbildung, um dann in weiteren zwei Jahren eine Spezifikation für das jeweilige Berufsfeld anzustreben.

Fraktionssprecher Rainer Fischer sagte, dass in näherer Zukunft ein Besuch des SPD-Gesundheitsexperten MdB Dr. Karl Lauterbach geplant sei. Dort wäre Gelegenheit, die Kritikpunkte am neu geplanten Gesetz vorzubringen. Die Befürchtung, so Fischer, dass es in absehbarer Zeit zu wenige Pflegekräfte gebe, war der Auslöser für den Gesetzentwurf.

Die SPD-Kreisräte zeigten sich beeindruckt von den 52 Plätzen im Seniorenheim, die in einem Wohngruppenkonzept betrieben werden. 14 Wohnungen "Betreutes Wohnen" mit Hausnotruf und Essensangeboten seien alle schon verkauft, aber noch nicht vollständig vermietet.Bürgermeister Peter König betonte das gute Einvernehmen zwischen der Gemeinde, den Kirchen und Vereinen und dem neuen Haus, das sowohl städtebaulich als auch gesellschaftlich und demografisch eine wertvolle Bereicherung für Neusorg sei.

Die Gemeinde plane schon in näherer Zukunft weitere bauliche Verbesserungen im Umgriff um das SSH. Für ihn sei es nahezu unglaublich gewesen, mit welch straffem Zeitplan an der Umsetzung der Senioreneinrichtung gearbeitet wurde.

Für die Hausgemeinschaft


Nach den zahlreichen Erläuterungen führten Iris Riedl und Stefanie Bodenschatz von der Hausleitung die interessierten Kreisräte durch die Einrichtung. Fraktionssprecher Rainer Fischer bedankte sich im Namen der SPD-Fraktion mit einer kleinen Geldspende, die der Hausgemeinschaft zugutekommen soll.
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1 Kommentar
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 19.05.2016 | 11:20  
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