Die beiden Tiefbrunnen in Neusorg werden bald wieder mehr Wasser liefern
Erholung Stück für Stück

Politik
Neusorg
23.09.2016
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In der ersten Gemeinderatssitzung nach der Sommerpause war die Tagesordnung etwas umfangreicher. Bürgermeister Peter König hatte zum Top-Thema der zweistündigen Zusammenkunft - der Regenerierung der beiden Tiefbrunnen - Lina Anetzberger vom Ingenieurbüro Piewak in Bayreuth und Bauamtsleiter Achim Scherm eingeladen. Wasserwart Norbert Schwarz gesellte sich zu den Zuhörern.

Die nötige Regenerierung der beiden Tiefbrunnen aufgrund der rückläufigen Wassergewinnung beschäftigt das Neusorger Rathaus bereits seit geraumer Zeit. Mittlerweile seien beide Brunnen außer Betrieb genommen und die Versorgung durch den Notverbund mit dem "Wasserzweckverband Oberes Fichtelnaabtal" aktiviert, berichtete Bürgermeister König. Die Abnahme liege zwischen 20 und 40 Kubikmeter pro Tag.

Anetzberger informierte über die technischen Erkenntnisse aus den Untersuchungen der Brunnen mittels Kamerabefahrung, den Erfolg der Reinigung sowie über die Ergebnisse erfolgter Pumpversuche. Die Ergebnisse der beiden vor rund 20 Jahren errichteten Tiefbrunnen sehen unterschiedlich aus. Zunächst seien die Tiefbrunnen eins und zwei mit je einer Tiefe von 100 Metern und einer Filterstrecke von 53 bis 97 Metern untersucht worden.

Wenig Wandbeläge


Der Brunnen zwei habe nach erfolgter mechanischer und chemischer Reinigung kaum Wandbeläge mehr und die Durchflüsse seien gut sichtbar. Ein Vergleich der Pumpergebnisse - 1,7 Liter pro Sekunde nach dem Ausbau der Filterrohre und 2,8 bis 3 Liter pro Sekunde nach der Reinigungsphase - zeige zwar eine Verbesserung der Wasserschüttung, bleibe aber hinter den Erwartungen. Die Gesamtkosten belaufen sich hier auf rund 70 000 Euro.

Der Tiefbrunnen eins zeige hingegen nur einen leichten Belag Bei der Inbetriebnahme 1993 sei laut Unterlagen eine Pumpleistung von einem bis vier Liter pro Sekunde gemessen worden. Ein erster Pumpversuch mit dem Ergebnis von 0,7 Liter habe gezeigt, dass der Wasserstand schneller sinke. Eine Reinigung der Verrohrung wäre, so Anetzberger, "rausgeschmissenes Geld". Sie empfiehlt dem Gremium eine geophysikalische Messung des Brunnens. Dadurch könnten Zuflusszonen bestimmt und gezielt Zonen der Bohrlochwand mit einer chemischen Reinigung bearbeitet werden. Das spare Regeneriermittel und Zeit. Anschließend werde ein erneuter Druckpumpversuch erforderlich. Hier würden Kosten von rund 68 000 Euro entstehen.

Somit würden der Gemeinde für beide Tiefbrunnen Projektkosten von rund 131 000 Euro entstehen. Zusätzlich gab Lina Anetzberger Empfehlungen für eine zukünftige ideale Bewirtschaftung der Brunnen. Bürgermeister König fasste zusammen, dass nun nicht mit 94 000 Euro sondern 131 000 Euro an Kosten für die Sanierung der Tiefbrunnen eins und zwei zu rechnen sei. Dies würde eine Erhöhung des Wasserpreises um 14 bis 15 Cent pro Liter bedeuten. Zur ausgiebigen Diskussion durch die Fraktionsvorsitzenden über die Wirtschaftlichkeit der Brunnenreinigungen sowie von Alternativmöglichkeiten wie einer neuen Brunnenbohrung, empfahl Lina Anetzberger: "Solange ein Brunnen mehr bringt als er kostet, sollte man ihn erhalten." Bürgermeister König vermutet im Marmorzug Richtung Waldershof ein größeres Wasservorkommen. Dies wäre aber keine kurz- bis mittelfristige Lösung.

Vor dem Winter fertig


Der abschließende Beschluss umfasst: jede Regenerierungsphase wird mit einem Kurzpumpversuch beendet und die Fraktionsvorsitzenden werden jeweils informiert. Eine geophysikalische Untersuchung des Tiefbrunnens zwei wird zurückgestellt. Am Tiefbrunnen eins soll wegen der stärkeren Verockerungen der mechanischen Reinigung eine geophysikalische Messung folgen. Die Ergebnisse werden zum Vergleich in drei bis fünf Jahren nützlich sein. Die Baumaßnahmen sollen vor dem Winter beendet sein.
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