Ideallösungen schwierig

Jugendarbeit ist nicht einfach, aber es gibt im Landkreis immer noch viele Menschen, denen dieses Thema am Herzen liegt. Sie trafen sich zum Erfahrungsaustausch in Neusorg. Bild: obe
Politik
Neusorg
10.06.2016
68
0

Was ist zu beachten bei der Jugendarbeit, wo bekommt man Hilfe her oder wo gibt es entsprechende Infomaterialien? Diese Fragen stellen sich viele Jugendbeauftragte. Antworten sind nicht immer einfach zu finden.

Eine exemplarische Lösung hierzu gibt es nicht, jedoch Hilfestellung, wie in einem Fachgespräch Sabine Bauer als Jugendpflegerin des Landkreises Tirschenreuth in Neusorg informierte. Jugendbeauftragte Alexandra Mark-Sischka hatte eingeladen, die Jugendleiter der heimischen Vereinen an einen Tisch zu bringen. Hinzu gesellten sich Bürgermeister Peter König sowie dessen Amtskollege Manfred Kratzer aus Ebnath, des Weiteren die Sachbearbeiterin in der Verwaltungsgemeinschaft, Angela Biersack, und Neusorgs dritter Bürgermeister Karl Lenhard.

Sabine Bauer stellte vorab fest, dass es keine Ideallösung gebe für die Jugendarbeit, denn aufgrund vielfältiger Einflussfaktoren sei dies nie möglich. Vorab stellten sich alle Teilnehmer mit ihren Erwartungen und ihrer Funktion kurz vor, ehe Bauer zu den Grundbedürfnissen der Jugendarbeit überleitete. Nur durch den hohen Anteil an Ehrenamtlichkeit sei heutzutage ein Engagement überhaupt möglich. Rein rechtlich betreffe die Zielgruppenerfassung die Altersstufe bis zum 27. Lebensjahr, ursprünglich war die Jugendarbeit beim Bildungsministerium angesiedelt. In Ausblick auf die Profilvorstellungen eines Jugendleiters erörterte das gesamte Plenum nicht nur die Vorbildfunktion, sondern dass er auch Teil der Gruppe sein sollte. Führungskraft, Respekt, Dynamik und die Fähigkeit, Vertrauen zu schaffen, befähige zum Jugend- oder Gruppenleiter.

Die Referentin zeigte die Möglichkeit des Erwerbs einer sogenannten "JuLeiKa" auf. Diese Jugendleiterkarte wird von der Kreisjugendstelle Tirschenreuth angeboten und kann in einem Seminar erworben werden. Anschließend erörterte Bauer die entwicklungspsychologischen Einflüsse auf Kinder und Jugendliche auf Basis von Lebensalterabschnitten und gab wertvolle Tipps. Zum Teil sahen sich die Teilnehmer an der Gesprächsrunde auch in den dargestellten Beispielen widergespiegelt.

Zum Abschluss des Vormittags resümierte die Referentin, dass auch bedingt durch den Leistungs- und Bildungsanspruch der Gesellschaft sowie der zeitlichen und inhaltlichen Verdichtung der Jugendphase aber auch durch gesellschaftliche und berufliche Herausforderungen der Wunsch Jugendlicher nach flexibler Angebotsbestimmung der Aufgabe eines Jugendleiters eine wachsende Bedeutung beimesse. Auch müsse man in Zeiten des demografischen Wandels sehen, dass die Gruppe der Jugendlichen zunehmend kleiner werde. Unter den Gesichtspunkten von Migration, erhöhter Mediennutzung und verfrühtem Einstieg in soziale Netzwerke sei es nicht immer einfach, erfolgreich Jugendarbeit zu betreiben. Doch als Jugendleiter müsse man als Funken auch in der heutigen Zeit ein Feuer entfachen können.

Die Neusorger Jugendbeauftragte Aleandra Mark-Sischka dankte der Referentin für ihre Ausführungen und überreichte einen Blumenstrauß.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.