Elternabend zur Projektwoche "Gesund und Fit" in der Fichtelnaabtalschule Ebnath-Neusorg
Struktur durch Sport

Konrektor Alexander Köstler, Christian Kastner vom Skiclub Neubau(von links) und Rektorin Sabine Graser (Zweite von rechts) dankten Dr. Ina Thieme und Stephan Popp für ihre Vorträge. Bild: ld
Vermischtes
Neusorg
22.04.2016
51
0

"Wohin geht die Reise, wenn wir nicht die Notbremse ziehen?" Mit einem Elternabend hatte die Fichtelnaabtalschule Ebnath-Neusorg ihre diesjährige Projektwoche "Gesund und Fit" eröffnet.

Angesichts der erschreckenden Beschreibung des Gesundheitszustandes unserer Kinder, mussten die Besucher des Elternabends der Fichtelnaabtalschule - Schüler, Eltern und Lehrkräfte - sich diese Fragen stellen; und es müssen vor allem Taten folgen. An dem Abend waren externe Referenten ebenso beteiligt wie Elternbeirat einbringt und Lehrkräfte. Sie lieferten Denkanstöße, die helfen, den bedrohlichen Gesundheitszustand der Kinder grundlegend zu verbessern.

Der Beitrag von Stephan Popp, Landestrainer Ski-Langlauf im Bayerischen Skiverband (BSV), wurde dabei an diesem Abend zum Plädoyer für den Sport im Verein und für ehrenamtliche Vereinstätigkeit, letztendlich mit dem Ziel, die Kinder zur Bewegung anzuleiten. Ein motivierender Abend auch für Eltern. Das wurde in den Beiträgen der beiden Hauptreferenten deutlich, neben Stephan Popp auch Dr. Ina Thieme aus Bayreuth, bekannt durch ihr Engagement im Projekt "Bewegte Schule".

Die Zustandsbeschreibung, untermauert mit belastbaren Zahlen und Diagrammen, konnte die Teilnehmer des Abends nur betroffen machen: Therapeuten warnen vor einer lebensunfähigen Generation. Allergien durch übertriebene hygienische Erziehung mit der Notwendigkeit von lebenslanger ärztlicher Behandlung.

Es muss etwas geschehen, wenn der Prozentsatz der Grundschüler, die zu einem Klimmzug fähig sind, von 95 Prozent im Jahr 1970 auf fünf Prozent im Jahr 2000 gesunken ist. Stephan Popp wusste da einen ganz einfachen Rat: "Warum machen wir nicht einfach Sport?" Sport schaffe Struktur. Der Wert der sozialen Gefüge habe in den letzten Jahre abgenommen, immer weniger Bereitschaft sei vorhanden, ohne persönlichen Gewinn für die Gemeinschaft zu arbeiten, beklagte der Referent.

Die Fragen nach "Wo? Wie? Welchen? Und wie viel Sport?" beantwortete der Referent auch mit dem Hinweis auf Projekte von BSV und DSV. Sollte ein Kind zum Leistungssportler werden wollen, könne das nicht als Ziel angestrebt werden, es entwickle sich von selbst.

Christian Kastner, Vorsitzender des Skiclubs Neubau, lobte die Kooperation mit der Neusorger Schule. Der erste gemeinsame Aktionstag Ski-Langlauf sei von den Zweitklässlern begeistert angenommen worden. Steffi Hofmann vom Skiclub Neubau kommt jeden Freitag eine Stunde in die Schule, um mit der Klasse 3b Sport zu treiben. Auch ein Inliner-Kurs ist im Angebot.

Die Beschreibung des Gesundheitszustands der Kinder setzte sich im Referat von Dr. Ina Thieme fort: 1,9 Millionen Kinder sind übergewichtig, 800 000 adipös. Der Wert ist von 1980 bis 2002 um 30 Prozent gestiegen. Weitere Probleme sind Herz-kreislaufschwäche, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen und Nervosität. Die Ursachen: Bewegungsmangel, da Kinder täglich zwischen neun und elf Stunden pro Tag sitzen.

Falsches Sitzen führt zu verminderter Atemfunktion und Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Häufiger Wechsel, "bewegtes Sitzen" also sei dringend nötig. "Bewegung als Dünger für das Gehirn" überschrieb Dr. Thieme den letzten Teil ihres Vortrags, in dem sie eine Fülle von kleinen Übungen und Spielen anbot, um Bewegung als Instrument zur Förderung von Lernprozessen zu nutzen, bei der schulischen ebenso wie auch bei der häusliche Arbeit. (Hintergrund)

Hintergrund"Bewegung ist Doping fürs Gehirn", zitierte die Rektorin der Fichtelnaabtal-Schule Ebnath, Sabine Graser, im Rahmen der Eröffnung der Gesundheitswoche Prof. Dr. Gerald Hüttner. Die Woche, die mit einem Elternabend begann und mit einem Orientierungslauf der gesamten Schule endet, bietet von jedem etwas und sie zeichnet sich vor allem durch Vielfalt aus. "Gesund und fit", lautet das Motto, unter dem die Schüler Aikido und Judo ausprobieren, sich mit Hilfe des DSV-Mobils mit Sommer-Biathlon beschäftigen und Programm kennenlernen, bei denen Bewegung gefordert und gefördert wird. Die 8. und 9. Klasse hatte dazu einen Info-Vortrag über Drogen. Zur Gesundheitswoche gehört auch das "Gesunde Pausenfrühstück", ein Projekt der Grund- und Hauptschule mit Hilfe des Elternbeirats. (ld)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.