In der Neusorger Gärtnerei Förth wachsen 70 Chili-Sorten
Herr der scharfen Schoten

Auf Chilis ist Thomas Gruber echt alle scharf. Bild: hfz
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Neusorg
07.09.2016
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Auf Chilis ist Thomas Gruber echt alle scharf. Bild: hfz

In der Gärtnerei Förth gedeihen jedes Jahr 70 Chili-Sorten. Experte Thomas Gruber genießt mit seinem Hobby weit und breit eine Ausnahmestellung. Scharfe Sachen sind seine Spezialität, und damit hat er sich eine Ausnahmestellung gesichert in der Region: Weit und breit gibt es keinen Gärtner, der so viele Chilis anbaut.

"Wir ernten jedes Jahr zwischen Juli und November etwa 60 bis 70 Sorten", sagt der Juniorchef. "Die gängigsten Sorten, etwa 15 Pflanzen, bilden mehrheitlich das Verkaufs-Sortiment, das mengenmäßig im vierstelligen Kilo-Bereich liegt." Das "Chili-Hobby", wie Gruber das nennt, begann vor etwa zehn Jahren eher beiläufig. "Da in der Gärtnerei meines Schwiegervaters Lothar Förth manche Treibhäuser im Sommer meist leerstanden, sind wir darauf gekommen, Chilis anzubauen", erzählt der 42-jährige "Meister der Schoten".

Das war für den gelernten Schreiner, der der Liebe wegen auf Gärtner umsattelte, zunächst genauso Neuland wie die Großgärtnerei an sich. Doch heute zählt Gruber zu den gefragten Chili-Experten, und er hat schon des Öfteren vor Fernsehkameras über das Geheimnis der scharfen Paprika-Pflanzen gesprochen. "Die schärfste Chili ist die Carolina Reaper", erzählt der Gemüse-Fachmann. "Die hat eine Schärfe von 1,5 Millionen Scoville-Einheiten. Die kann man nicht essen - da würde man keine Luft mehr bekommen."

Die mildeste Sorte ist die "ganz normale Gemüsepaprika", eine für den Haushaltsbedarf heruntergezüchtete Chili-Pflanze. Bei dieser Gelegenheit erinnert der Neusorger daran, dass die Peperoni nichts anderes sei als eine rote längliche Chili-Sorte aus Italien. Die zwei gängigsten Sorten sind die Habanero und der Jalapeno, der erst grün ist und sich dann rot färbt. Der Jalapeno werde in beiden Stadien gegessen. "Mir schmeckt er allerdings rot besser, weil er süßer ist", verrät Gruber. Die Mexikaner erzielen den besonderen Geschmack ihrer Soßen durch die Zugabe verschiedener Chili-Sorten.

Auch einige Metzger in Oberfranken und in der Oberpfalz ordern die farbigen Schoten aus Neusorg, um damit ein Schmankerl der fleischigen Art zuzubereiten: Chili-Leberkäse. Mit Blick auf Hobby-Gärtner, die beim Anbau von Paprika oft scheitern, hat der Chili-Experte einen Tipp parat: "Es ist wichtig, die ersten Blüten zu entfernen, bis sich eine kleine Krone bildet, um die Ernährung der reifen Früchte zu gewährleisten."

Beim Anbau sind vor allem Licht und Wärme gefragt, und die Pflanzen sollten regelmäßig kalibetont gedüngt werden, das heiße: mehr Kali als Stickstoff bei einem Mehrnährstoff-Dünger. "Man muss die Blätter und Blüten der Früchte auch ständig kontrollieren, da sie anfällig für etliche Pflanzenschädlinge wie Weiße Fliege, Blattläuse und Spinnmilben sind", gibt Gruber zu bedenken.

Fest am 18. September


In der Gärtnerei Förth wird nicht nur einer der größten Chilis der Welt geerntet, wie Thomas Gruber erzählt, ein 34 Zentimeter langer Cayenne-Typ namens "Thunder Mounten Longhorn" - hier gibt es noch ein weiteres Superlativ: Jedes Jahr ziehen ganze Heerscharen von Chili- und Gartenfreunden nach Neusorg, um am Förth'schen Chili-Fest teilzunehmen. Am Sonntag, 18. September, ist es wieder soweit.

Die schärfste Chili ist die Carolina Reaper. Die kann man nicht essen - da würde man keine Luft mehr bekommen.Thomas Gruber
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