KAB-Diözesansekretär: Nicht für alle Menschen genügend Nahrungsmittel
Zwei Erden nötig

Als Dank für den informativen Vortrag in Sachen Umweltschutz überreichte KAB-Vorsitzende Gabriele Söllner (links) an Diözesansekretär Martin Schulze ein Präsent. Bild: öt
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Neusorg
10.04.2016
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Klug kaufen, richtig steuern, sinnvoll leben und gut wirtschaften. Auf diesen Nenner brachte Martin Schulze das Ziel der KAB in Bezug auf die Umwelt.

Der Diözesansekretär sprach in der Generalversammlung zum Thema "Nachhaltig leben - viele kleine Schritte für eine große Herausforderung". Mittels Beamer präsentierte Schulze einen Film über den "blauen Planeten" Erde. Dieser zeigte mit eindrucksvollen Sequenzen auf, wie sich Pflanzen, Tiere und Menschen entwickelt haben. Es zeigte sich, dass der Mensch in den 200 000 Jahren seiner Existenz die Welt mehr verändert hat, als je ein anderes Lebewesen zuvor.

War er früher auf Muskelkraft angewiesen, so veränderten technologische Entwicklungen wie die Dampfmaschine das Leben massiv. Die Förderung von Erdöl ermöglichte eine größere Mobilität. Heute lebten über die Hälfte der Menschen in den Städten. Der Film verschwieg auch nicht, dass ein Großteil des Getreides zu Viehfutter oder Biotreibstoff verarbeitet wird. Deshalb sei es nicht verwunderlich, wenn mittlerweile 70 Prozent des Wasserverbrauchs auf die Landwirtschaft entfallen. Pestizide und Düngemittel verhinderten Missernten. Ebenso werde die Fleischproduktion künstlich beschleunigt. Mit drastischen Folgen: Wie der Film zeigte, sterben viele Tierarten aus, das Trinkwasser wird verschmutzt und aufgrund der Erderwärmung schmelzen die Polkappen.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass der Zugang zu sauberem Wasser auch eine Frage der Menschenwürde sei. Schulze meinte, dass der Satz: "Macht euch die Erde untertan" nicht deren Ausbeutung bedeute. Hier gelte es, ein rechtes Maß zu finden, ohne das etwas zerstört wird. Der weltweite Verbrauch von landwirtschaftlichen Erzeugnissen liege derzeit höher als die Biokapazität. In Zukunft seien zwei Erden nötig, um die Nahrungsmittel für die Erdbevölkerung zu erzeugen.

Damit Essen nicht im Müll landet, müsse die Entscheidung an der Verkaufstheke getroffen werden, meinte der Referent. Ein Schritt in die richtige Richtung sei das Siegel "Fairtrade". Dies stelle sicher, dass die Produzenten einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten. Der Diözesansekretär gab auch zu bedenken, dass 900 Millionen Menschen hungern, aber 1,4 Milliarden an Übergewicht leiden.
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