Kirche immer weiter bauen

Festlich mit Girlanden geschmückt, erinnerte der Grundstein an eine besondere Feierstunde am 1. September 1946. Bild: öt
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Neusorg
21.09.2016
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Mit einem Festgottesdienst beging die Pfarrei Patrona Bavariae in Neusorg das 70. Jubiläum der Grundsteinlegung für die Pfarrkirche. Damals, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, war das 1911 errichtete und dem heiligen Josef geweihte Gotteshaus schlichtweg zu klein geworden.

Am 1. Juli 1946 fand der erste Spatenstich für die neue Kirche statt. Am 1. September des gleichen Jahres segnete Stadtpfarrer Josef Bücherl aus Marktredwitz den Grundstein. Die Predigt hielt Pfarrer Johann Leitl aus Ebnath.

In der Predigt zum Festgottesdienst erinnerte Diakon Harald Schraml zurück an die schwere Nachkriegszeit. Nur durch Grundstückstausch und die Bereitstellung von Ersatzflächen konnte damals die Bauplatzfrage geklärt werden. Doch dann fehlten die Arbeiter. Wegen der knappen Lebensmittel-Zuweisungen arbeiteten die Leute lieber bei den Bauern, bei denen es zusätzliche Verpflegung gab. Durch Spendenaufrufe konnten alleine im ersten Halbjahr 2 200 Brotzeiten und 420 Mittagessen ausgegeben werden. Dafür waren 800 Laib Brot, zweieinhalb Zentner Brotmehl und drei Zentner Weizenmehl sowie 25 Pfund Speck und eineinhalb Zentner Fleisch erforderlich. Trotz der Zuwendungen mangelte es immer wieder an den nötigen Arbeitskräften, erinnerte der Diakon. Bis tief in die Nacht wurde das für den nächsten Tag erforderliche Baumaterial auf die Gerüste gebracht, und wenn erforderlich, bekamen auch die Kinder dafür einmal schulfrei. Zwar ereigneten sich während der Bauzeit der Kirche einige Zwischenfälle, wie der Zusammenbruch eines Maurergerüsts. Oder eine der massiven Holzsäulen stürzte beim Aufstellen um, und beim Aufbau des Turmdachstuhls näherte sich ein Sturm vom Armesberg her, doch alles verlief ohne größere Schäden.

Der feste Wille trieb die Gläubigen an, damit alle einen Platz im Gotteshaus finden. Der Prediger betonte aber auch, Kirchen werden nur als Gotteshäuser benutzt, so lange es eine Kirche aus lebendigen Menschen gebe. Auch sieben Jahrzehnte nach der Grundsteinlegung müsse an dem heiligen Haus der Kirche weitergebaut werden.

Im Anschluss an den Festgottesdienst konnten die Gläubigen den mit Girlanden geschmückten Grundstein im Kirchturm bestaunen. Danach lud die Pfarrgemeinde zum Brunch in den Pfarrsaal ein. Dort wurden Bilder vom Kirchenbau präsentiert.
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