Landesgartenschau Bayreuth
Gartenschau für Profis

Schwerstarbeit im Blumenbeet: Die beiden Auszubildenden der Gärtnerei Förth, Franziska Bauer und Jennifer Ehmes, helfen tatkräftig beim Pflanzen. Bild: hfz
Vermischtes
Neusorg
16.04.2016
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Blühende Tulpen, scharfe Chilis und grüne Oldies. Das ist das Metier der Gärtnerei Förth und der Obst- und Gartenbauvereine bei der Landesgartenschau in Bayreuth. Doch es steckt noch viel mehr dahinter.

Neusorg/Bayreuth. Der zwei Kilometer lange Rundweg führt durch die "Melodie der Natur", das "Grüne Quartett", das "Gartenkabinett" und an anderen klangvollen Teilen der Landesgartenschau vorbei. Am südlichen Eingang eröffnet sich die "Ouvertüre am Weg" und mit ihr 25 000 Tulpen. Die Liliengewächse stammen von Thomas Gruber. Der Juniorchef der Gärtnerei Förth in Neusorg ist mit seinen Mitarbeitern verantwortlich für insgesamt 800 Quadratmeter Beete. "Jede Gärtnerei, die im Bayerischen Gärtnerverband ist, darf mitmachen", sagt Gruber. Ein Jahr vor Beginn stellen Planer und Aussteller ihr Konzept vor. Später können sich die Gärtner für Flächen bewerben. Nach der Auswahl bekommen sie eine Stückliste. "Da steht drin, was gepflanzt werden muss."

Die Gärtner sind in der Auswahl nicht frei. "Für uns macht das den Reiz aus, aber ich denke viele lassen sich davon abschrecken. Es kann auch passieren, dass man Blumen pflanzen muss, die man noch nie gepflanzt hat." Ende September begann für Thomas Gruber die Produktion. Die Gärtner sind während der kompletten Landesgartenschau zuständig für die Beete. "Wir müssen sie pflegen und düngen." Wenn die Tulpen verblüht sind, pflanzen die Mitarbeiter auf 600 Quadratmetern Dahlien. Auch das ist so vorgegeben.

Vorgeschrieben sind von den Leitern der Gartenschau sieben Pflegegänge. Der Austausch der Blumen richtet sich nach dem Zustand, allerdings peilen die Veranstalter auch ein Ziel an: Pfingsten. "Dann werden die Besucherströme erwartet, da sollten nicht nur grüne Stengel aus der Erde schauen." Grubers Dahlien sind für Ende Mai vorgesehen, wenn die Tulpen verblüht sind.


Freiwillig können Teilnehmer für zwei Wochen einen Infostand belegen. Die Gärtnerei Förth informiert Ende April über Fruchtgemüse für Balkon und Terrasse. "Wir beantworten Fragen zur Pflege, Schädlingsbekämpfung, Anbau." Die Besucher der Schau können dann bei Förth Gemüse kaufen. Im September widmen sie sich beim Infostand ihrer Spezialität, den Chilis.
Gruber ist mit der Gärtnerei schon seit zehn Jahren im Gartenschau-Geschäft. Es gibt aber auch Probleme. Nach der kleinen Gartenschau in Tirschenreuth waren viele Besucher von Förths "Verbena bonariensis" - dem Patagonischen Eisenkraut - begeistert. Also nimmt Gruber die Blume probehalber in sein Angebot auf. "Und was passiert dann? Keiner kauft es."


Ein weiterer Garten-Experte ist Harald Schlöger. Er kümmert sich beim Landratsamt Tirschenreuth als Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege um alles Grüne. Bei der Landesgartenschau koordiniert er die Arbeit der Obst- und Gartenbauvereine. "Es ist ein Privileg, dass wir da mitmachen dürfen. Normal wären nur Kreisverbände aus Oberfranken, dabei." Durch die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit seien die Tirschenreuther eingeladen worden.

"Das ist eine Visitenkarte für die Oberpfalz", ist Schlöger überzeugt. Die Vereine können sich von ihrer besten Seite präsentieren. Die Gartler liefern zwei Ausstellungsthemen, jeweils eine Woche betreuen sie einen Stand. In der ersten Woche Anfang Juli geht es um das Thema "Biodiversität". "Wir wollen zeigen, dass sich im Gartenbau was verändert. Und wir wollen alte Gemüsesorten wieder in Mode bringen, wie zum Beispiel den Bärlauch, aus dem man tolles Pesto machen kann." Die Vereine bieten kleine Kostproben. "Vor allem die Chili-Marmelade ist toll. Die Kombination von Süßem und Scharfem ist wunderbar."

Die Gartenbauvereine erklären am Stand die Infomaterialien zum Thema und verteilen ihre selbstgemachten Merkblätter. Die acht Seiten gibt es auch ins Tschechische übersetzt. Sie arbeiten eng mit den Gartlern aus Eger und Tachov zusammen, hatten letztes Jahr einen Tisch auf der Herbstausstellung in Tschechien. Dieses Jahr betreuen die Vereine aus dem Nachbarland jeweils für einen Tag den Stand.

Vereine mit Elan dabei


Um Chilis geht es bei der zweiten Ausstellungswoche in Zusammenarbeit mit der Gärtnerei Förth und Thomas Gruber. "Die Gärtnerei ist der Chilispezialist im süddeutschen Raum, fachlich sehr kompetent." Die Gärtnerei stellt ihre Ausstellungspflanzen zur Verfügung, die Gartenbauvereine informieren am Stand und bieten scharfe Köstlichkeiten an. Die Vereine machen gerne mit. Nach den Erfahrungen mit der Schau in Tirschenreuth im letzten Jahr ließen sie sich nicht zweimal bitten, in Bayreuth dabei zu sein.

Mitwirkende VereineViele Obst- und Gartenbauvereine des Kreisverbands Tirschenreuth helfen bei der Landesgartenschau mit und kümmern sich um die Infostände in den beiden Ausstellungswochen. Dazu gehören Immenreuth, Erbendorf, Waldeck, Trevesen, Pullenreuth, Brand, Ebnath, Neusorg, Lochau und Kemnath. (tsa)
Das ist eine Visitenkarte für die OberpfalzHarald Schlöger, Garten-Kreisfachberater
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