"70 Jahre danach"

Lokales
Neustadt am Kulm
21.04.2015
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Von wegen Schlussstrich: Die Nazizeit und der Zweite Weltkrieg bewegen die Menschen noch immer. Das zeigt der Besuch bei der Ausstellung in Neustadt am Kulm, die den Bombenangriff auf die Stadt aufarbeitet.

Am Sonntag, jährte sich zum siebzigsten Mal einer der tragischsten Tage der Kulmstadt. Seit Jahrzehnten befasst sich Georg Miedel mit dem Bombenangriff auf die Stadt kurz vor Kriegsende. Mit dem Förderverein Rauher Kulm hatte der Heimatforscher eine Ausstellung vorbereitet "19. April 1945 - 70 Jahre danach". Darin zeigt Miedel, was er all den Jahren zu dem Angriff zusammengetragen hat.

Original-Film

Am ersten Wochenende der Ausstellung übertraf der Besuch die Erwartungen der Verantwortlichen weit. Über 200 Gäste kamen in die Schule. Neustädter nutzten den sonnigen Sonntag zum Spaziergang zur Ausstellung, ehemalige Neustädter verbanden den Heimat- mit einem Ausstellungsbesuch, und auch viele auswärtige Besucher zeigten Interesse an der Geschichte der Stadt. Besonders Georg Miedels Film zu der Bombardierung ließ die Menschen innehalten. Ein schöner Nebeneffekt für Miedl war, dass einige Neustädter auf ihrem Dachboden "kramten" und dort tatsächlich noch alte Fotos und Dokumente fanden.

Vorsitzende Käthe Pühl wies bei der Eröffnungsfeier darauf hin, dass die Ausstellung besondere Einblicke gebe. 70 Jahre danach lebten nur mehr wenige Zeitzeugen. Deshalb sei es eine wichtige Aufgabe, die schriftlichen Aufzeichnungen öffentlich zu machen. Die Ausstellung lasse nur erahnen, was die Menschen damals erlebten. Es gelte mit allen Mitteln zu verhindern, dass sich derartiges wiederholt. Sie dankte Georg Miedel, der Bilder und andere Zeugnisse des Schicksalsschlages für Neustadt am Kulm gesammelt und auch in US-Archiven nachgeforscht hat. Besonders beeindruckt war sie von Miedels zehnminütigem Film von der Bombardierung, der auch Sequenzen enthält, die von den angreifenden Flugzeugen aus gedreht wurden.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger sagte, dass bei der Bombardierung der Stadt drei Tote zu beklagen waren. Zudem wurden 30 Wohnhäuser und 129 Nebengebäude zerstört. Haberberger erinnerte an die Not der Bürger nach dem Angriff. Die Grausamkeit und Sinnlosigkeit von Kriegen sei zutage getreten. Er hoffe, dass viele Besucher, vor allem auch junge Leute, zu der Ausstellung kommen. Die Ausstellung werde an den nächsten Sonntagen jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein.

Kaffee und Kuchen

Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins bieten zu diesen Öffnungszeiten Kaffee und Kuchen an. Mit einem Gutschein dankte er dem Förderverein Rauher Kulm und Georg Miedel für die Mühe.
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