Aktien in der fünften Generation

Das 125-jähriges Brauerei-Bestehen der Gaststätte zum Reichsapfel wurde ausgiebig gefeiert von (hinten, von links) Brauerei-Vorsitzender Peter Rutzenhöfer, Tobias Künneth, Axel Grethe, Hans Künneth, Jörg Schläger, (vorne, von links) den Wirtsleuten German und Monika Künneth, Enkel Leon und Tochter Daniela Schläger. Bild: edo
Lokales
Neustadt am Kulm
24.09.2015
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Ein nicht alltägliches Jubiläum feierte die Familie Künneth. Bereits 125 Jahre währt die Zusammenarbeit ihrer Gaststätte "Zum Reichsapfel" mit der Bayreuther Bierbrauerei. Fast 300 Jahre währt bereits die Wirtshausgeschichte.

Während Kontinuität an der Börse häufig ein Fremdwort ist, setzt man in der Gaststätte "Zum Reichsapfel" bereits seit 125 Jahren auf die gleichen Aktien. So wird in dem für seine Fisch- und Wildspezialitäten bekannten Wirtshaus seit 1890 das Aktien-Bier der gleichnamigen Brauerei aus Bayreuth ausgeschenkt. Geleitet wird das Lokal von der Familie Künneth, mittlerweile in der fünften Generation.

Bereits seit 1722, als man vom Markgrafen die nötige "Schankgerechtigkeit" verliehen bekam, existiert die altehrwürdige Gaststätte. Fast 170 Jahre lang wurde das Bier im Neustädter Kommunbräu- Haus hergestellt, Ende des 19. Jahrhunderts ging man die Geschäftsverbindung mit der oberfränkischen Brauerei ein. Im 20. Jahrhundert, das zunächst von den beiden Weltkriegen geprägt war, ließen sich die Künneths auch nicht von schweren Rückschlägen aufhalten.

Am Ende des zweiten Weltkriegs, als ihr Haus der Bombardierung durch die Alliierten zum Opfer fiel, wurde umgehend der Wiederaufbau in Angriff genommen. Schon Ende 1945 konnte Richtfest gefeiert werden. 1978 erhielt der "Reichsapfel" im Zuge einer Modernisierung sein heutiges Erscheinungsbild.

"Viel von Mutter abgeschaut"

Peter Rutzenhöfer, Vorsitzender der Bayreuther Bierbrauerei, dankte dem Wirtspaar German und Monika Künneth sowie Vater Hans und Hannelore Künneth, die gesundheitsbedingt leider nicht anwesend sein konnten, für diese außergewöhnliche Treue.

Natürlich werden auch die bewährten Rezepte, etwa für Karpfen blau oder Rehbraten von Generation zu Generation weitergegeben, verriet Wirt German: "Ich habe mir viel bei meiner Mutter abgeschaut." Mit Tochter Daniela, Enkel Leon und Sohn Tobias steht möglicherweise die nächste und übernächste Generation bereits in den Startlöchern. Mit zahlreichen Stammgästen wurde das Jubiläum gefeiert - natürlich mit ausgezeichnetem Speis und Trank.
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