Bank nährt sich mühsam

Lokales
Neustadt am Kulm
13.06.2015
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"The same procedure as last year": Die Raiffeisenbank am Kulm kämpft weiter mit den niedrigen Zinsen. Um überhaupt noch Geld verdienen zu können, möchte sie wieder vermehrt in den Aktienhandel einsteigen.

Vorstandsvorsitzender Edmund Kopp sprach von einem "passablen Ergebnis" für die Raiffeisenbank am Kulm, auch wenn es unter dem bayerischen Durchschnitt liege. Die Raiffeisenbank am Kulm zahlt 1,5 Prozent Dividende und einen Mitgliederbonus von insgesamt 20 826 Euro. Den 103 Genossen vermeldete er eine Steigerung der Bilanzsumme um 4,9 Prozent auf 86,5 Millionen Euro. Die Bank schloss das Geschäftsjahr 2013 mit einem Bilanzgewinn von 140 878 Euro, gut 4000 Euro über dem Vorjahr. An Rückstellungen verfügt die Bank über 549 000 Euro. An Steuern führte sie 145 000 Euro ab, 43 Prozent an die Kommunen. Bei der Dividendensumme von 40 954 Euro konnte die Bank das Vorjahresergebnis halten.

1866 Mitglieder halten 6676 Anteile. Positiv sei der Trend der Kundeneinlagen. Sie stiegen um 3,5 Prozent auf 66,8 Millionen Euro. Hier sei ein eindeutiger Trend zu kurzfristigen Anlage erkennbar. Zum vierten Mal in Folge berichtete Kopp von guten Zuwachsraten im Kundenkreditgeschäft. Die Bank hält Forderungen an Kunden von 54,5 Millionen Euro, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Finanzierungsschwerpunkte der Privat- wie Firmenkunden lagen bei der Finanzierung von Wohnungsneubau, Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen, Immobilienkäufen, Finanzierungen im landwirtschaftlichen Sektor und Betriebsmittelkredite.

Trotz aller positiven Meldungen machen der Bank die niedrigen Zinsen zu schaffen, sagte Kopp. Dank Umschichtungen bei den Eigenanlagen und ein sehr gutes Kreditwachstum sei der Überschuss leicht gestiegen. Für den Kunden seien niedrige Zinsen ein Vorteil. Aktuell beträgt das Verhältnis zwischen Privat- und Firmenkunden etwa drei zu zwei. Bei den Privatkunden liegt der Schwerpunkt auf Immobilienfinanzierung. Zugleich nutzten viele Kreditnehmer die Möglichkeit der Sondertilgung. Eine Besserung sieht Kopp nicht. Die Bank versuche deshalb, die Kosten zu senken, so Kopp. Der Überalterung des Personals beugt die Raiffeisenbank vor, indem sie ab 2015 ausbildet. Die Profitabilität der Bank müsse verbessert werden, gab Kopp die Ziele vor.

Das Wertpapiergeschäft werde ausgebaut, weil die Kunden bei überschaubarem Risiko Rendite erwirtschaften könnten und die Bank Provisionen erhält. Der Provisionsüberschuss sei gegenüber dem Vorjahr um 6,40 Prozent gesunken. Ausschlaggebend waren geringere Erträge in der Vermittlung von Bausparverträgen und dem Immobiliengeschäft. Mehrere Immobilienvermittlungen wurden 2014 ausverhandelt, aber erst 2015 abgeschlossen.
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