Bürgermeister wagt Prognose

Lokales
Neustadt am Kulm
30.10.2014
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Besucherrekord in der Turnhalle: 130 Neustädter kamen zur Bürgerversammlung der Kulmstadt. Der Weg lohnte sich - erstmals wagte der Bürgermeister eine Kostenprognose. Die 70 Anlieger des Zentrums müssten sich demnach 230 000 Euro teilen.

Laut Wolfgang Haberbergers Kalkulation übernehmen 95 Prozent der geschätzten 4,5 Millionen Euro Baukosten öffentliche Träger. Den Ausbau der Kreisstraße schätzt er auf 365 000 Euro (8 Prozent), 2 743 000 Millionen Euro (61 Prozent) kommen aus dem Topf der Städtebauförderung und 1,162 Millionen Euro (= 26 Prozent) beträgt der Anteil der Stadt. Haberberger schränkte am Dienstag ein: "Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, es können auch sechs Millionen Euro werden". Den Anliegern versicherte er: "Höhere Baukosten führen nicht zu höherer Beteiligung". Grundlage der Berechnung sei die Machbarkeitsstudie. Eine konkrete Kostenschätzung sei erst nach Fertigstellung der Entwurfsplanung möglich.

Derzeit läuft der Architekten-Wettbewerb. Bis Mitte November haben die Planungsbüros Zeit, ihre Ideen vorzulegen. Eine Jury aus Fachleuten und Vertretern der Stadt werde den Sieger auswählen, erläuterte Reinhard Pfab. Dessen Planungsbüro hatte den Wettbewerb organisiert. Er erklärte die Verfahrensschritte von der Auslobung des Planungsprojekts bis zur Preisverleihung und der öffentlichen Ausstellung der Vorschläge. Erst dann sei ein Abwägungsprozess zwischen Anlieger- und Stadtinteressen möglich, betonte Pfab. Der Sachverständige ermunterte Wünsche vorzutragen, sobald die Planentwürfe vorliegen. "Das Schlimmste wäre, bei der Planungsdiskussion kein Interesse zu zeigen und erst während der Bauphase mit Sonderwünschen aufzuwarten."

Noch genug Zeit

Diese Meinung vertrat auch Haberberger. Wiederholt verwies er auf transparente Diskussionen zur Neugestaltung. Der Rathauschef erinnerte an die drei Arbeitskreise und die Vorstellungen in den Bürgerversammlungen. Die Vorschläge aus zwölf Sitzungen seien Teil des Entwicklungskonzeptes. "Jeder hatte die Möglichkeit, Ideen einzubringen. Wir wären dankbar gewesen."

"Doch es ist auch jetzt nicht zu spät", beruhigte der Rathauschef. Im Gegenteil. In der Planungsphase könne jeder Vorschläge einbringen. Reinhard Pfab rechnet mit einer Planungsreife und dem Förderantrag bis zum Herbst 2015. Ein Baubeginn erscheint deshalb erst im Jahr 2016 realistisch, auch wenn der Bürgermeister auf einen "Spatenstich" 2015 hofft. Zeit genug, um die Kopfsteinpflaster-Diskussion zu beenden. "In den Gehwegen wird kein Kopfsteinpflaster eingebaut und Grün auf dem Marktplatz wird es reichlich geben", versprach Haberberger. "Unterm Strich" erwartet der Bürgermeister mit dem Jahrhundertprojekt eine Aufwertung der Kulmstadt. "Es ist ein Muss, in die Zukunft zu investieren."

Die erhofften Neubürger sollen auf dem Marktplatz vom Lärm verschont bleiben. In der Diskussion lehnte Theo Tschirschnitz einen Pflasterbelag in der Straße ab: "Eine Straße mit Pflaster ist zu vergessen." Pfab verwies auf den Auslobungstext mit der Empfehlung auf charakteristische Straßenbeläge und versicherte, akustische Belange bei der Preisvergabe zu berücksichtigen. Der Roll-Lärm sei nur eine von vielen Herausforderungen. Eine andere sei der barrierefreie Bordsteineinbau bei Höhenunterschieden bis zu 4,50 Meter.

Viele Abwägungen

Pfab prophezeite viele Abwägungen. Den Fragestellern empfahl er, die Vorschläge abzuwarten. "Der Wettbewerb bringt eine Menge Ideen". Keine Ausbauabsichten bestehen für den Kreuzungsbereich der Staatsstraße, den Vorplatz der Raiffeisenbank und die Auffahrt zum Kleinen Kulm. Zur Anfrage von Werner Walter bemerkte der Bürgermeister: "Die Flächen werden überplant. Die Kostenkalkulation bezieht sich nur auf den Marktplatz". (Bericht folgt)
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