Der Zug mit den Ziegen

Die Ziegen waren froh, als sie am Stadtplatz ihre Ruhe und etwas Heu fanden.
Lokales
Neustadt am Kulm
07.10.2014
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Berg und Tiere sind etwas kleiner als beim alpenländischen Vorbild: Bei der Feier und beim Rahmenprogramm mussten sich die Neustädter beim Almabtrieb am Sonntag aber vor niemanden verstecken.

Es war der vierte Almabtrieb vom Kulm, und zum vierten Mal freute sich der Obst- und Gartenbauverein über einen Zuschauerrekord. Aus der Rückkehr der Ziegen vom Kleinen Kulm in die Stadtmitte entwickelte das Team um Vorsitzenden Klaus Sehnke ein Spektakel, das in diesem Jahr trotz mittelmäßigen Wetters rund 2000 Besucher anlockte.

Heim zu "Flocki"

Seit 2010 halten Ziegen den Kleinen Kulm sauber von Gras und Gestrüpp. Im Herbst 2011 zelebrierte der Verein auf Anregung von Bürgermeister Wolfgang Haberberger erstmals deren Rückkehr als Almabtrieb. Beim vierten Mal kamen die Gäste von weit her, um die Tiere auf dem Weg in den Stall von Eigentümer Manfred "Flocki" Deubzer nach Kastl zu begleiten.

Floristin Monika Miedel hatte den Kopfschmuck und die Girlanden für die Ziegen gefertigt. Schon lange vor dem Start sammelten sich die Gäste beim ehemaligen Gasthaus am Kleinen Kulm. Die Speichersdorfer Fichtenhornbläser unterhielten sie bis zum Start des Spektakels. Nachdem sie geschmückt waren, machten sich die acht "Gaaßler" auf den Weg. Vorneweg zogen die Musikanten Manfred Wilfling, Johannes Lauterbach und Daniel Sommerer sowie der Gartenbauer-Nachwuchs von den "Stacheligen Kulmkids".

Am Unteren Marktplatz kamen die Tiere ins Gatter, und die Menschen füllten die Biertischgarnituren. Dabei war auch Holunderkönigin Claudia Fichtl. Die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins waren gut auf den Ansturm vorbereitet. "Oberziegenführer" Bürgermeister Wolfgang Haberberger und die Holunderkönigin begrüßten die Gäste am "Fuße des Naturwunder Deutschlands 2013".

Berg und Tiere sind etwas kleiner als beim alpenländischen Vorbild: Bei der Feier und beim Rahmenprogramm mussten sich die Neustädter beim Almabtrieb am Sonntag aber vor niemanden verstecken.

Die Besucher machten dann vom kulinarischen Angebot Gebrauch: Von Bratwürsten und Steaks, über Pizzaschnitten und Zwiebelkuchen sowie frischem Holzofenbrot und Fischsemmeln war alles da. Ein Renner waren die Torten und Kuchen beim Obst- und Gartenbauverein, die Schlangen war teilweise über 30 Meter lang.

Für Unterhaltung sorgten neben den Fichtenhornbläser die "Goaßbeckla". Die junge Neustädter Schuhplattlergruppe zeigte den "Watschn-Tanz" und "Rock me". Alte Hasen auf der Bühne sind im Vergleich bereits die zehn Buben und Mädchen der Kindervolkstanzgruppe sowie die "Rock 'n' Roll-Gruppe" der Landjugend Plössen.

David und Goliath

Ein weiterer Höhepunkt war der Handwerkermarkt mit selbst gebastelten und gezüchteten Dingen. Hausgemachte Schafwollfelle gab es ebenso wie "Kulmschätze". Mit ihrem Stand aus Feld- und Gartenfrüchten erinnerten die "Stacheligen Kulmkids" daran, das Erntedank-Sonntag war. Für Abwechslung sorgte Monika Klausfelder mit ihrer Vorführung am Spinnrad. Die Ausstellung des Küstlers Peter Eichler aus Pressath und die Fotografien von Werner Ritter mit Motiven vom Rauhen Kulm trugen ebenso zum Gelingen bei.

Eine Caprio-Schau mit dem Oldtimer der Adlerwerke Frankfurt von Dietmar Creml aus Oberbibrach aus dem Jahre 1934 war ebenfalls ein Anziehungspunkt. Das Auto mit einem Hubraum von 3000 Kubikzentimetern, sechs Zylindern und 60 PS war der Star. Außerdem gab es eine Traktorenschau mit alten und neuen Hinguckern. Bei der Traktorenschau fielen vor allen als "David" ein Fendt Dieselroß F 18 aus dem Jahr 1949 von Alfred Schurig aus Neustadt am Kulm und als "Goliath" ein 300 PS starker Fendt 930 von Gerhard Kreuzer aus Speichersdorf ins Auge.
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