Ein Kaffee für Maria und Josef

Das Team um Elke Köstler-Wolf, Christine Rupprecht und Jana Dollhopf sorgte mit dem überraschenden Ende des Krippenspiels für heitere, aber auch nachdenkliche Gesichter bei den Gottesdienstbesuchern. Bild: rpp
Lokales
Neustadt am Kulm
29.12.2014
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Wer die Augen zumachte, der hätte den Kirchenchor für den Engelschor halten können, so schön und stimmig klangen die Lieder. Es war ein sehr festlicher Familiengottesdienst am Heiligen Abend in der voll besetzten Kirche.

Viele Gemeindemitglieder hatten sich schon frühzeitig die Plätze mit der besten Aussicht auf das Krippenspiel gesichert. Ihnen wurde die Wartezeit mit einem herrlichen Potpourri aus vielen bekannten Weihnachtsliedern verkürzt.

Der Posaunenchor schenkte den Gottesdienstbesuchern somit einen ganz bewussten Anfang und ein Ankommen in der Heiligen Nacht. Zusammen mit Kirchenchor und Orgel umrahmten die Bläser die Ansprache von Pfarrer Hartmut Klausfelder und das Krippenspiel der Kinder.

Klausfelder bereitete die Gläubigen auf ein ganz besonderes Krippenspiel vor - und zwar mit einer Überraschung. Jesu Geburt sei zwar prophezeit worden, doch niemand habe gewusst, wann er auf Erden kommen würde. Auch für die Hirten und die Heiligen Drei Könige sei die Überraschung groß gewesen.

Die Kinder zeigten dann ein erweitertes Krippenspiel. Die Zuschauer wurden in ein Klassenzimmer versetzt und erlebten, wie der Lehrer mit seinen Schülern für das Krippenspiel probt. Einer der Wirte weigerte sich dabei, Maria und Josef kaltherzig die Tür zu weisen. Er empfand das als unmenschlich und grausam und plädierte dafür, den beiden zu helfen. Der Lehrer wollte sich natürlich an die biblische Grundlage halten.

Nachdem der Schüler zu Hause mit seiner Mutter darüber gesprochen hatte, schien er die Aussage des Krippenspieles annehmen zu können: Am Heiligen Abend stößt er Maria und Josef wirklich vor den Kopf, weil er kein Zimmer mehr frei hat. Zur Stärkung für die weitere Herbergssuche lädt er sie jedoch zu Kaffee und Kuchen ein.

Pfarrer Klausfelder lobte den Mut und das gute Herz des Schülers Bastian, der sich "Nein" zu sagen getraut und Gedanken gemacht habe, wie er Maria und Josef helfen könne. "Wieviel besser würde unser aller Leben verlaufen, wenn man die Augen aufmachen und die Not der Mitmenschen erkennen und lindern helfen würde?", fragte Klausfelder. "Ein gutes Herz bewirkt auch Gutes. Bastian sollte unser Vorbild sein."

Initiatorin des außergewöhnlichen und zugleich wunderbaren Krippenspiels war wieder Elke Köstler-Wolf, die es mit ihrem Team in nur wenigen Wochen einstudiert hatte. Die Kinder bereicherten die Aufführung zudem mit einer neuen Variante von "Alle Jahre wieder", die das gemeinsame Erleben des Weihnachtsgottesdienstes mit der Familie aufgriff.
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