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Die Kirchweihburschen und -mädchen sorgen alle Jahre dafür, dass die Kirchweih ein Ereignis mit viel Gaudi wird. Bild: ww
Lokales
Neustadt am Kulm
12.11.2014
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Kirchweih-Zeit ist Abrechnungszeit. Beim Aufspielen am Stadtplatz zogen die Kirwaburschen einige Peinlichkeiten an die Öffentlichkeit, die andere gerne unter dem Teppich gekehrt hätten.

Fünf Tage Kirchweih mit dem Umzug am Sonntag als Höhepunkt liegen hinter der Kulmstadt. Zur Musikbegleitung zogen die Kirwaleit mit ihren bunten Schürzen und Masskrügen durch die Stadt. Oberkirchweihbursch Florian Stefan gönnte manchem Zaungast einen Schluck aus seinem Sprenger.

Tradition hat der Stopp am Rathaus bei Bürgermeister Wolfgang Haberberger, auch er durfte aus der Gießkanne trinken. Anschließend ging es zum Kirchweihbaum, wo die Burschen und Mädchen einer großen Fangemeinde besondere Stadtbegebenheiten in Versform vortrugen.

Erstes Thema war die Stadtsanierung: "Städtebauförderung hätts irgendwann mal gem, doch des wern die meisten vo uns nimma erlem. Da Anfang is aber scho gmacht, da alte Baustodl wär eh bald zamkracht", spöttelten die Burschen. "Unser schöner Marktplatz steht wie eine Eins, aber so ein Kopfstapflaster, brauchen wir keins", ging es weiter. Ins Visier geriet auch der Denkmalschutz. "So ein Denkmalschutz ist a blöde Sach, deswegen hat die Sparkasse jetzt ein rotes Dach."

Geschmunzelt wurde über die "unaufsteigbaren" Neustädter Fußballer, aber auch die Stadt Neustadt am Kulm kam nicht ungeschoren davon. Letztere ereile nur sehr schwer eine Baugenehmigung, wenn sie aber selbst etwas bauen will, gehe es sehr schnell. Anwohner erfuhren dann erst bei Baubeginn von den Plänen: "Brauchst gor net erworten, wenn's sa mou, dann grohms a nu mitten durch dein Gortn." Schließlich kam auch Bürgermeister Haberberger an die Reihe. "Da Bürgermeister hat sich ein Elektroauto gekauft, mir hom gsagt, was will er mit dem Schmorrn. Heier hat er sich a Cabrio zuglegt, jetzt ist wohl Ende mit dem Sporn". Besungen wurde auch die "Wirtschaftskrise" der Stadt. Gemeint waren die beiden Gastwirtschaften, die zuletzt schlossen, so dass an manchen Tagen gar keine Wirtschaft geöffnet hat.

Schließlich bekamen auch die Speichersdorfer Burschen ihr Fett weg. Alle Speichersdorfer Madla würden sich Neustäder Männer suchen. Auch über die Gründe dafür spekulierten die Sänger. Natürlich nahmen sich die Burschen auch selbst auf die Schippe. Die hätten es beim Neustadt-Treffen es soweit getrieben, dass die dortige Feuerwehr "is ausgruckt, und hat ihne a fette Rechnung drafdruckt". Wenn sich auch so manches Lied nicht reimte, eine Gaudi für die Zuhörer waren die "Schnaderhüpferler" der Kirchweihburschen allemal.
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