Geschäftsführer Bernhard Schmidt nennt aber gute Zahlen der Genossenschaft Neue Energien West ...
Juristisch abgewürgt

Die alten und neuen Aufsichtsratsmitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft West (von links): Harald Wagner, Karl Lorenz, Bernhard Stangl, Stefan Dötsch, Dieter Klein, Willi Rauch, Werner Walberer , Walter Schäffler, Kurt Neumann, Georg Miedel, Udo Greim, Johann Mayer. Bild: hfz
Lokales
Neustadt am Kulm
28.05.2015
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Zwischen "sehr gut" und "geht so" pendelt Bernhard Schmidts Stimmung. Einerseits präsentiert die Genossenschaft Neue Energien West gute Zahlen fürs vergangene Jahr, andererseits ärgert sich der Geschäftsführer über neue Auflagen und Stolperfallen.

Bei den Zahlen sollte Bernhard Schmidt keinen Grund zu klagen haben, und tatsächlich ist der Geschäftsführer der Neuen Energien West zufrieden, mit dem, was die NEW den Anteilseignern der Bürgerenergiegenossenschaft präsentierte. (siehe Hintergrund). Aber Schmidt blickt auch in die Zukunft und sieht dort zunehmend Probleme für Genossenschaften. Sorgen macht ihm derzeit das neue Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Das gilt seit 1. August 2014, und es ist kein Zufall, dass die NEW seither keinen neuen Photovoltaikpark ans Netz brachte.

"Das Gesetz schafft ein bürokratisches Monster", sagt Schmidt. "Die Idee der Energiewende von unten, bei der die Bürger selbst anpacken und mitmachen, wird abgewürgt." Das Gesetz schreibt ein Ausschreibeverfahren vor. Dieses vergibt das Recht, Strom aus Photovoltaikanlagen ins Netz einzuspeisen. Beim ersten Durchgang schrieb die Bundesnetzagentur 150 Megawatt aus. Anbieter können sich daraufhin mit einer Mengenangabe und einem Betrag für die benötigte Einspeisevergütung bewerben. Wer am wenigsten für seinen Strom verlangt, kommt zum Zug, bis das ausgeschriebene Kontingent vergeben ist. "Beim ersten Durchgang haben sich 96 Teilnehmer beworben, keine einzige Genossenschaft kam zum Zug", erklärt Schmidt.

Eigene Rechtsabteilung

Schon die Teilnahme an der Ausschreibung stelle viele kleinere Genossenschaften vor fast unlösbare Probleme. "Man muss so viele Vorgaben erfüllen, so viele rechtliche Details beachten. Ohne eigene Rechtsabteilung hat man kaum eine Chance." Hinzu komme, dass viel Vorarbeit nötig ist, ohne zu wissen, ob das eigene Projekt umgesetzt werden kann. "Vor der Bewerbung, muss die Anlage fertig geplant sein. Wenn das Projekt nicht zum Zug kommt, war alles umsonst." Viele Genossenschaft können es sich nicht leisten, so viel Geld in ein so unsicheres Projekt zu stecken.

Schmidt möchte nicht aufgeben und plant derzeit eine Bewerbung für die nächste Ausschreibung. Und er ist auch nicht unglücklich, dass in den vergangenen Monaten keine neuen Anlagen hinzukamen. "Wir haben 2014 mit drei neuen Anlangen und dem eigenen Stromtarif viel Neues angestoßen. Es war nicht so, dass ich den letzten Monaten zu wenig Arbeit hatte." Die vielen Projekte seien auch der Grund, dass die Dividende in diesem Jahr hinter dem ausgegebenen Ziel von 4 Prozent zurückblieb. "In die neuen Projekte ist viel Geld geflossen, das nun nach und nach Rendite bringt."

Wind im Auge

Und Schmidt ist sicher, dass ihm die Arbeit nicht ausgeht, auch wenn die NEW bei der nächsten Ausschreibung nicht zum Zug kommt. Konkret denke die NEW über den Einstieg in die Nahwärmeversorgung nach. Gespräche über Projekte laufen. Und dann gibt es das Thema Windkraft, das er und die NEW nicht aus den Augen verlieren.

"Die Lage ist derzeit noch schwieriger als beim Photovoltaikstrom." Allerdings könne sich das ändern. "In der Region sind sehr viele Projektentwickler unterwegs. Die würden sich nicht die Mühe machen, wenn sich beim Thema Windkraft nicht bald etwas bewegen würde."
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