In Neustadt am Kulm wird von 5. bis 9. November Kirchweih gefeiert - 90er-Party und ...
Mit Baum, Umzug und Versen

Lokales
Neustadt am Kulm
04.11.2015
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In Neustadt am Kulm wird von Donnerstag, 5. November, bis Montag, 9. November, Kirchweih gefeiert. Rund um die Stadtkirche, eine ehemaligen Klosterkirche, organisieren die Kirchweihmädchen und -burschen ein buntes Programm.

Nach alter Überlieferung sollen im Jahre 1413 zwei (oder sechs) Mönche des Karmeliter-Ordens den burggräflichen Pfleger in Neustadt am Kulm aufgesucht und ihm gesagt haben, sie kämen aus dem Heiligen Land, wären weit hin und her gereist und hätten nirgendwo in deutschen Landen einen Berg gefunden, der dem Berge Karmel, nach welchem der Orden seinen Namen führe, ähnlicher sei als der Rauhe Kulm. Der Burggraf von Nürnberg könne Gott kein angenehmeres Werk tun, als an diesem Orte ein Kloster zu errichten. Burggraf Johann III., erst kurz vorher glücklich aus dem ungarischen Kriege heimgekehrt, wollte ohnehin eine Kirche in Neustadt am Kulm errichtet wissen.

Er entsprach dem Ansuchen der Mönche und stiftete das Kloster für zwölf Mönche, nachdem er vorher die Erlaubnis des Papstes Johann XXII. am 7. Mai 1413 eingeholt hatte. Im Stiftungsbrief vom 29. November 1414 sagte der Burggraf Johann III., dass er ein Kloster des Ordens Karmeliter oder "Unser Frauen-Brüder" genannt, in Neustadt am Kulm gestiftet habe.

Die Klosterkirche, die am selben Platz gestanden hatte, wo sich die jetzige Stadtkirche befindet, und von der der Chor zum Teil noch vorhanden ist, dürfte wohl in den Jahren 1414 und 1415 errichtet worden sein. Das heutige Gotteshaus wurde in den Jahren 1708 bis 1720 erbaut. Um 1720 wurde der Turm in seiner jetzigen Form aufgebracht. Auch der Unterbau in altgotischem Stil stammt aus dieser Zeit. Die Sakristei überspannt ein Kreuzrippengewölbe. Der Chorraum stammt aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts.

Der Barockaltar besteht aus einer geschnitzten Kreuzigungsgruppe. Er sowie die Kanzel dürften ebenfalls um das Jahr 1720 entstanden sein. Der Taufstein ist eine Stiftung aus dem Jahre 1668. Das Langhaus zieren drei größere Gemälde: die Geburt Jesu, die Himmelfahrt und die Ausgießung des Heiligen Geistes.

Anlässlich der Kirchweih findet am Sonntag, 8. November, um 9 Uhr ein Festgottesdienst statt. Bereits am Donnerstag, beginnen die eher weltlicher Feierlichkeiten mit dem Krenfleischessen in den Gastwirtschaften "Zur Sonne" und "Zum Reichsapfel".

Die beiden Gaststätten warten zudem mit einer reichhaltigen Speisekarte mit allerlei Leckerbissen auf. Für jeden Geschmack ist hier sicher etwas dabei. Die Kirchweih in Neustadt am Kulm ist nicht nur ein Fest für die Bürger der Stadt sondern auch für die Gäste aus der Umgebung. Viele ehemalige Neustädter nehmen die Kirchweih zum Anlass, um der alten "Heimat" einen Besuch abzustatten.

Dafür, dass die Kirchweih eine besondere Attraktion wird, sorgen die Kirchweihmädchen und -burschen. Zünftig geht es bereits am Samstag zu, wenn in aller Früh der Kirchweihbaum aus dem Kulmwald geholt wird. Der Baum wird geschmückt und am Mittag mit Musikbegleitung zu seinem Standort inmitten der Stadt gebracht, um mit kräftigem "Hauruck" aufgestellt zu werden.

Den Höhepunkt der weltlichen Kirchweih bildet am Sonntag um 14 Uhr der Umzug der Kirchweihmädchen und -burschen. Mit ihren bunten Schürzen und dem mit Bier gefüllten "Sprenger" ziehen sie unter Führung des Oberkirchweihburschen Tobias Schraml und dem Oberkirchweihmädchen Ines Schindler durch die Straßen der Stadt bis zum "Kirwabaam".

In Versen werden lustige, aber auch ernste Stadtbegebenheiten aus den vergangenen Monaten vorgetragen. So manche "Persönlichkeit" wird dabei auf die Schippe genommen. Anschließend geht es in den Saal der Gaststätte Burucker. Neu hierbei ist, dass der Kirchweihbaum gleich versteigert wird.

Die Kirchweihmacher laden überdies zum Kirchweihtanz in die Mehrzweckhalle im Sportheim der SpVgg ein. So findet am Freitag, 6. November, ab 21 Uhr eine große 90er-Party statt. Am Samstag spielt ab 20 Uhr der "Horrido Express" zum Tanz auf. Am Kirchweihsonntag um Mitternacht wird die Kirchweih eingegraben.
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