Kein Schmuckkästchen

Lokales
Neustadt am Kulm
30.03.2015
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Das Zentrum im Mittelpunkt der Bürgerversammlung in Neustadt am Kulm: Der Bürgermeister machte seinen Standpunkt deutlich: Der Markplatz kann nicht bleiben wie er ist.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger rief im Burucker-Saal Grundsätzliches in Erinnerung: Der Architektenwettbewerb sei vom Vorgängerstadtrat einstimmig beschlossen. "Einen Ausstieg aus dem Städtebauprogramm halte ich für absolut fatal", sagte der Bürgermeister. Weitere Förderungen wären fraglich, da die Glaubwürdigkeit fehlen würde. Außerdem müssten Gehsteige, Oberflächenkanal und Hausanschlüsse ohnehin saniert werden. Dies bedinge einen Ausbau von Straße und Gehsteig nach bestehender Satzung. Synergieeffekte und Einsparungen würden wegfallen.

"Wir verlieren gegebenenfalls die 80 Prozent Förderung, wenn es bei uns zu lange dauert. Andere Kommunen würden sich die Hände reiben", warnte Haberberger. Er erinnerte, dass die Bürger sich schon einbringen konnten und dies auch getan hätten. Der Erhalt von Bäumen, Grün- und Wasserflächen sowie des Kriegerdenkmals seien Bürgerwünsche. "Immer wieder höre ich, dass der Bürgermeister den Marktplatz ganz alleine so will." Bei allen Beschlüssen habe er aber nur eine Stimme, wie alle anderen Räte.

"Wo sind die Geschäfte"

Haberberger wies darauf hin, dass der Marktplatz eben nicht historisch gewachsen sei. Er stellte zudem die Frage, weshalb es dort keine Geschäft mehr gibt, wo die Besucherscharen sind, wenn der Markplatz doch so attraktiv ist. "Ist es nicht Fakt, dass der Marktplatz sich die letzten Jahrzehnte negativ entwickelt hat?" Er schäme sich, dass der älteste Bürger auf dem Marktplatz die unbrauchbaren Gehsteige mit seinem Rollator umgehen muss und stattdessen mitten auf der Straße den Marktplatz durchquert.

Die Herausforderungen würden auf dem Tisch liegen: Leerstände beseitigen und die Attraktivität erhöhen, Barrierefreiheit ermöglichen, den demografischen Wandel dabei berücksichtigen, dem Klimawandel und der Feinstaubproblematik entgegentreten. "Viele denken, dass uns einige dieser Probleme gar nicht angehen. Fakt ist: Der neue Marktplatz hat sich allen Problemen zu stellen, auch jenen, die erst in 10, 20 oder gar 50 Jahren auftreten." Man könne es sich nicht leisten, in der Vergangenheit zu leben. Denn wer den Blick für die Zukunft verliert, verliere auch die Fähigkeit Vergangenes zu bewahren. "Ich persönlich wage zu bezweifeln, dass wenige Änderungen ausreichend sind. Ein gleichbleibender Marktplatz wird nicht viel ändern."

"Nichts entschieden"

Im nächsten Schritt würden nun alle Anregungen der Stadträte, der Bürger und der Interessengemeinschaften an die drei erstplatzierten Büros des Wettbewerbs weitergeleitet. Anschließend werde eines dieser Planungsbüros ausgewählt. Vorher werde die technische Machbarkeit geprüft und ebenfalls die Bürger eingebunden. "Das heißt: Es ist auch nach der Auswahl des Büros noch nichts entschieden." (Bericht folgt)
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