Kettenreaktion der Gewalt

Eindringliche Worte richtete Bürgermeister Wolfgang Haberberger (rechts) an die Teilnehmer der Feier zum Volkstrauertag. Anschließend legte er mit dem Vorsitzenden des Kriegervereins Josef Gmelch (links) einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder. Bild: ow
Lokales
Neustadt am Kulm
16.11.2015
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"Wir dürfen uns nicht mit Terror und Krieg abfinden!" war die zentrale Aussage von Bürgermeister Wolfgang Haberberger bei der Feier der Kulmstadt zum Volkstrauertag in Mockersdorf.

Wegen des schlechten Wetters fand die Veranstaltung zunächst in der Michaeliskirche statt. In einem ökumenischen Bittgottesdienst beteten der evangelische Pfarrer Hartmut Klausfelder und sein katholischer Kollege Sven Grillmeier für den Frieden in der Welt. Anschließend ging Haberberger in seiner Ansprache auf die aktuellen Ereignisse in Paris ein. Seine Worte untermalte er mit einer Powerpoint-Präsentation, die mittels eines Beamers auf eine in der Kirche aufgestellte Großleinwand übertragen wurde.

"Seit gestern Abend steht Europa an der Schwelle zu einem Krieg. Wenn über 120 Menschen auf öffentlichen Plätzen in einer europäischen Hauptstadt sinnlos niedergemetzelt werden, wenn es sich noch dazu um eine Aktion fanatischer Islamisten handelt, kann dadurch eine Kettenreaktion ausgelöst werden, welche die längste Friedenszeit, die Europa je erleben durfte, gefährde", mahnte der Redner. "Wenn Menschen Menschen töten, dann werden Grenzen überschritten. Zum einen betrifft es die Landesgrenzen, deshalb macht uns auch die Flüchtlingsdiskussion Angst". Bei vielen Gesprächen mit den Bürgern war ein Rechtsruck in deren Köpfen erkennbar, stellte der Bürgermeister fest. "Dies sind die viel schlimmeren Grenzen, die gesprengt und überschritten werden. Man beginnt Hass zu empfinden, weil man Familienmitglieder oder Haus und Grund verloren hat, oder weil man seine kulturelle Identität gefährdet sieht. Dieser Hass fordert automatisch Vergeltung ein." Vergeltung fordere Gewalt und so entstehe ein neuer grenzenloser Krieg.

Deshalb sei es wichtig, dass an einem Tag wie dem "Volkstrauertag" möglichst alle Generationen in einem Akt des Erinnerns und Denkens zusammenkommen. Danach gedachte Haberberger den Toten der beiden Weltkriege. "Wir dürfen uns nicht mit Terror und Krieg abfinden."

Anschließend marschierten die Vereine unter dem Kommando des Vorsitzenden des Kriegervereins Josef Gmelch in einem Fackelzug zum Kriegerdenkmal. Hier legten Josef Gmelch und der Bürgermeister einen Kranz zu Ehren der Gefallenen nieder. Musikalisch gestalteten die Speichersdorfer Musikanten unter Leitung von Norbert Lodes die Feier.
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