"Langer Atem" für tolle Töne

Die Jubiläumsbesetzung des evangelischen Posaunenchors mit den Jungbläsern (vorne), Pfarrer Hartmut Klausfelder (Mitte) sowie Chorleiterin Karin Müller-Bayer (Zweite von rechts) und Susanne Kropf, Mitglied des Landesposaunenrates, (rechts). Mit einer Urkunde und der "Goldenen Bläsernadel" des Verbandes evangelischer Posaunenchöre in Bayern wurden die Gründungsmitglieder von links Alfred Burucker, Siegfried Buttler, Günther Steinlein und Alfred Schurig ausgezeichnet. Bild Walter (ww)
Lokales
Neustadt am Kulm
11.05.2015
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Dass sie gute Lungen haben, beweisen die Mitglieder des Posaunenchors von Neustadt am Kulm seit 50 Jahren. Beim Jubiläumsgottesdienst stand ihr langer Atem auch im übertragenen Sinne im Mittelpunkt.

Mit einem Weckruf leitete der Posaunenchor Frankenberg um Willi Stahl den 50. Geburtstag des evangelischen Posaunenchores ein. Hauptakt war dann der Festgottesdienst. In den Kirchenzug zur Dreieinigkeitskirche reihte sich neben Pfarrer Hartmut Klausfelder auch dessen Vorgänger Lorenz von Campenhausen ein. "Wenn sich ein Posaunenchor freut, dann geht dies nicht ohne Musik.", eröffnete Klausfelder. Mit dem Choral "Die güldne Sonne voll Freud und Wonne", stimmte der Posaunenchor unter der Leitung von Karin Müller-Bayer dann auch mit der Gemeinde auf den Gottesdienst ein.

Das A und O

In der Predigt beglückwünschte der Pfarrer die Bläser zu ihrem "langen Atem". Atemtechnik sei das A und O der Blasmusik. Mit "langem Atem" meine er aber auch die vielen Bläser, die dem Posaunenchor so lange treu geblieben sind. Bemerkenswert finde er, dass es mit Alfred Schurig (Tuba), Günther Steinlein, Siegfried Buttler (beide Trompete) und Alfred Burucker ( Posaune) noch vier Gründungsmitglieder im Posaunenchor spielen. Etwas mehr Atem täte vielen Menschen gut. In fast allen Lebensbereichen hat das Tempo in "atemberaubender" Weise zugenommen, die Menschen werden immer unruhiger und unbeständiger.

"Schön, dass es euch gibt", meinte der Pfarrer zu den Bläsern. "Ihr zeigt allen Menschen, wie wichtig der Atem ist." Eine heilige Aufgabe als Christ sei, Gottes Wort zum Schwingen zu bringen: Beim Sprechen und bei der Musik. "Eure Musik ist Gotteslob". Die Posaunenchorbewegung wurde ins Leben gerufen, weil man bewusst zum Lobe und zur Ehre Gottes musizieren wollte. In der Geschichte des Neustädter Posaunenchores gab es auch schwere Zeiten, tiefe Einschnitte, personelle Wechseln. Aber der Posaunenchor lebt und atmet bis heute. Also lasst uns feiern und fröhlich sein und lasst uns nie vergessen: "Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Vergesst nie, Gott zu loben, so wie ihr das am Ende jeder Probe mit dem gemeinsamen Abendgebet macht", schloss der Pfarrer.

Der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes Robert Gebhardt begrüßte dann Dekan Dr. Wenrich Slenczka und Pfarrer Lorenz von Campenhausen sowie die Posaunenchöre aus Frankenberg, Wirbenz, Landshut und Auerswalde. Er erinnerte, dass die vergangenen 50 Jahre für den Chor nicht immer leicht gewesen sind. Dennoch könne der Chor auf seine Arbeit stolz sein, die Mühen haben sich gelohnt. Susanne Kropf übermittelte als Mitglied des Landesposaunenrates und Chorleiterin des Posaunenchors aus Wirbenz Glückwünsche. 50 Jahre Posaunenchorarbeit bedeuten 50 Jahre Probentermine, Woche für Woche, Jahr für Jahr, Auftritte und Gottesdienste mit vielen Stunden unentgeltlichem Einsatz. Anschließend überreichte Kropf eine Urkunde zum 50-jährigen Bestehen des Verbandes evangelischer Posaunenchöre an Chorobmann Martin Kreuzer.

Anschließend gab es für die Gründungsmitglieder Alfred Schurig, Günther Steinlein, Siegfried Buttler und Alfred Burucker eine Urkunde und die goldene Bläsernadel des Verbandes von Susanne Kropf.

Konstanz in der Zeit

Dekan Dr. Wenrich Slenczka stellte eingangs seiner Grußworte fest, dass er und der Neustädter Posaunenchor eines gemeinsam haben: das Alter. In 50 Jahren habe sich viel verändert. Man spreche viel vom demografischen Wandel, auch in der Kulmstadt. Geschäfte und Gasthäuser sind verschwunden, geblieben ist der Posaunenchor. Er versammle Menschen zum Lob Gottes. Es sei bewundernswert, wie hier Generationen zusammen musizieren. Was dem Lob Gottes diene, wecke Freude und Vertrauen bei den Menschen.

Bürgermeister Wolfgang Haberberger hob das Engagement der Mitglieder heraus. Kein Verein trete so oft zusammen und bringe soviel Zeit auf. Mit "guten Tönen" sorge der Chor auch über die Kommune hinaus für einen guten Namen der Stadt. Als Dankeschön gab es eine kleine Spende der Stadt. Der neue Obmann des Bezirksposaunenchores des Dekanats Weiden, Richard Riedel, hob hervor, dass der Jubiläumschor sich nicht nur in Gottesdiensten einbringe.

Besonders hervorzuheben sei das ökumenische Engagement. Die Gestaltung der Fronleichnamsprozession in Mockersdorf zeige, dass dem Chor die Einheit des Christentums wichtig ist. Wichtig sei auch die hervorragende Jugendarbeit. Mit den Liedern "Lobe den Herren" und "Möge die Straße uns zusammenführen" ging der Gottesdienst zu Ende. Als Gastgeschenk überreichte Chorobmann Dieter Schuhmann aus Auerswalde einen Notensatz. Mit einem gemütlichen Beisammensein im Garten des Gemeindehauses fand die Feier ihren Fortgang.

Ein weiterer Höhepunkt war zum Abschluss am Nachmittag ein Platzkonzert der Posaunenchöre aus Neustadt am Kulm, Frankenberg, Speichersdorf, Auerswalde und Landshut unter der Gesamtleitung von Karin Müller. (Bericht folgt)
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