Langer Tag für Neustadts Zukunft

Lokales
Neustadt am Kulm
18.12.2014
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Ein wichtiger Tag für die Zukunft Neustadts: Die Jury bewertet heute die Planungsentwürfe für den Stadtplatz der Kulmstadt - und gibt die Richtung vor fürs künftige Aussehen des Stadtzentrums.

(wüw) Bürgermeister Wolfgang Haberberger rechnet heute mit einem langen Donnerstag. Er hat sich jedenfalls den ganzen Tag freigehalten und auch am morgigen Freitag stünde zur Verfügung. "An der Zeit soll's nicht scheitern", sagt er, es geht um Neustadts Zukunft.

Am heutigen Donnerstag tritt die Jury zusammen, um die Beiträge des Architektenwettbewerbs zum Stadtplatz zu bewerten. Wolfgang Haberberger, Käthe Pühl und Karlheinz Schultes vertreten die Stadt. Sollte einer ausfallen, ist Jörg Dollhopf als "ständig anwesender stellvertretender Sachpreisrichter" dabei. Nichts soll schiefgehen. Der Wettbewerb ist fürs künftige Aussehen des Platzes zwar nicht entscheidend - aber eine Ahnung vom Stadtzentrum von morgen soll er den Bürgern schon bieten.

Entsprechend hat Reinhard Pfab den Wettbewerb vorbereitet. Der Regensburger Architekt hat sich um die Organisation gekümmert und sich dabei streng an die Vorgaben das Europäischen Vergabeordnung gehalten. Eine Wahl blieb der Stadt keine. "Das Verfahren ist bindend, weil die Planung mehr als 207 000 Euro kostet", erklärt Pfab.

Auf die Ausschreibung haben sich 71 Architekturbüros aus Europa beworben, 25 habe die Stadt zum Wettbewerb eingeladen, von 17 Büros gingen Vorschläge ein. "Das liegt im Durchschnitt", sagt Pfab. Auch, dass sich vor allem deutsche Architekten beworben haben, sei normal. Er und seine Kollegen haben die Beiträge in den vergangenen vier Wochen geprüft. "Die Planer erhielten Vorgaben zur Gestaltung und den erwarteten Leistungen", erklärt Pfab. Alle 17 Beiträge erfüllen diese Vorgaben mehr oder weniger und sind zum Wettbewerb zugelassen.

Schlösser ausgetauscht

Pfab muss nun Chancengleichheit sicherstellen. Die Jury-Mitglieder dürfen nicht wissen, welcher Plan zu welchem Planer gehört. Vor Donnerstag darf die Jury die Entwürfe gar nicht sehen. In den Tagungsräumen im Rathaus ließ Pfab deshalb sogar die Schlösser austauschen. "Ich möchte niemanden die Chance geben, erfolgreich gegen die Jury-Entscheidung zu klagen", begründet Pfab dies. Die Teilnehmer würden genau prüfen, ob alles korrekt abgelaufen ist, schließlich investieren sie viel Zeit und Kreativität in ihre Beiträge.

Architekten wie Sportler

Hoher Einsatz der Architekten: Genau deshalb hält Pfab viel von solchen Wettbewerben. Die Stadt hätte die Planung auch einfach ausschreiben können. Dann hätte sie einen Entwurf bekommen, nun sind es 17. Teuerer sei der Wettbewerb dabei nicht, denn das Preisgeld entspreche in etwa den Kosten eines Planentwurf. "Das Preisgeld für den Wettbewerb wird sogar aufs Honorar angerechnet, wenn einer der Sieger den Auftrag erhält." Pfab hält auch den sportlichen Aspekt für bedeutsam: "Im Wettbewerb strengt man sich einfach mehr an, ist kreativer. Das ist bei Architekten nicht anders als bei Sportlern."

Am Donnerstag liegt es an der Jury zu bewerten, wer sich am meisten angestrengt hat. Dafür müssen die Preisrichter (siehe Kasten) Sitzfleisch und Überzeugungskraft beweisen. Architekt Pfab geht davon aus, dass der Tag geradeso ausreichen könnte. "Bei 17 Beiträgen sollte es noch funktionieren." Aber schnell in ein oder zwei Stunden sei es nicht getan, sagt Pfab. Es geht ums Gesicht der Stadt für die nächsten fünfzig Jahre. An der Zeit darf es da nicht scheitern. Da sind Pfab und Haberberger einig.
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