Noch schöner geht nicht

Hermann Pühl (stehend) hatte seine Ausführungen vor gut 60 Zuhörer unter das Motto "Marktplatz einst und jetzt" gestellt. Bild: stg
Lokales
Neustadt am Kulm
17.03.2015
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Der Marktplatz soll bleiben wie er ist. Die Anwohner von Neustadts Ortsmitte geben sich wenig verhandlungsbereit. Zum Verhandeln war das Bürgergespräch ohnehin nicht geeignet - es fehlten die Partner. Bürgermeister und die meisten Stadträte blieben dem Burucker-Saal fern.

Für Theo Tschirschnitz ist klar, über welches Kapital die Stadt verfügt: den "schönsten Marktplatz der Oberpfalz" und einen der schönsten in ganz Bayern". Unter den 60 Gästen im Burucker-Saal gab es keinen, der da widersprechen wollte. Sie bekamen zunächst einen Abriss der Entwicklung des Platzes seit 1962. Georg Doreth hatte dazu eine Bilderdokumentation vorbereitet.

Hermann Pühl ging noch weiter zurück: "Marktplatz einst und jetzt" war sein Vortrag überschrieben, der im 14. Jahrhundert ansetzte. "Die Struktur blieb eigentlich erhalten, ich kenne keinen Marktplatz, der über mehr Grün verfügt, als unserer." Wer über den Platz spricht, müsse wissen, "dass sich hier auf natürliche Art und Weise verkehrsberuhigte Zonen entwickelt haben". Die "Sommerseite" komme einer Vielzweckfläche gleich, die je nach Bedarf genutzt werden könne und die in keiner Weise den Verkehrsfluss behindere. Auch die Parkplatzsituation sei kein großes Problem, stellte Pühl fest. Auch Lkw und Busse könnten jederzeit halten. "Die Struktur unseres Marktplatzes ist nicht verbesserungsfähig", konstatierte er. Diesen Zustand wolle er nicht "dem Zeitgeist" opfern.

Genau dies täten aber die Pläne des Architektenwettbewerbs. Eine Verlegung der Kreisstraße lehnt Pühl ab: "Wozu brauchen wir eine schikanöse Verkehrsführung?" Darüber hinaus vermisst er in den Plänen einen Brunnen, auch eine "Gleichmacherei" bei den Belägen der Bürgersteige lehnte Pühl ab. "Von diesem Vorentwurf sollten wir uns verabschieden." Die Stadträte mahnte er: "Stadtrat sein bedeutet die Verpflichtung, den Anliegen der Bürger ein offenes Ohr zu schenken, den Bürgerwillen zu respektieren und zu vertreten." Die Stadt sei nicht nur der Bürgermeister und die Stadträte, sondern die Bürger und im vorliegenden Fall besonders die Marktplatzanwohner.

Hans Schäffler beleuchtete die Situation aus der Sicht der Landwirtschaft. Als die Bauern die geplante Führung der Kreisstraße gesehen haben, seien sie "maßlos erschrocken". Der große Wunsch sei, dass an der Straßenführung nichts verändert wird. Auch der Bauernverband sei eingeschaltet. "Der Bürgermeister soll die Anwohner besser einbinden." Diese Forderung wiederholte sich in der Diskussion immer wieder. Man wolle gehört werden, und sei nicht gegen alles. Als positives Beispiel kam mehrfach die Dorfsanierung Filchendorf zur Sprache, hier seien die Bürger mitgenommen worden.
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