Sanierung, "aber mit Augenmaß"

Gut besucht war die Neustädter Bürgerversammlung im Burucker-Saal, wo auch munter diskutiert wurde. Bild: stg
Lokales
Neustadt am Kulm
01.04.2015
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Bei einigen Bewohnern des Marktplatzes in Neustadt am Kulm muss noch Überzeugungsarbeit für die "umfangreiche Sanierung" geleistet werden. In der Bürgerversammlung zeigte sich aber auch, dass der Umbau Unterstützer unter den Bürgern hat.

Für die Interessengemeinschaft übten vor allem Theo Tschirschnitz und Hermann Pühl Kritik. "Warum will man den Marktplatz so kaputt machen?", fragte Tschirschnitz. Der Architektenentwurf des Wettbewerb-Siegers passe in den Marktplatz nicht hinein. Hermann Pühl sprach von "erheblichen Kommunikationsproblemen" zwischen Anwohnern sowie Bürgermeister und Stadtrat. Es sei falsch, dass die Marktplatzanwohner gegen eine Sanierung seien. "Sie sind dafür, aber eben mit Augenmaß", so Pühl. Wer über den Platz spreche, müsse wissen, dass sich auf natürliche Art verkehrsberuhigte Zonen ergeben hätten. Die "Sommerseite" komme einer Vielzweckfläche gleich, die je nach Bedarf genutzt werden könne und die in keiner Weise den Verkehrsfluss durch Neustadt behindere.

Die Struktur des Platzes sei fast optimal, von "starker Verbesserungsbedürftigkeit" sei keine Rede. "Man muss weit gehen, um so was zu finden", sagte Pühl. Würden die Planungen umgesetzt, bekomme man einen "sinnentfremdeten Multifunktionsplatz". Er würde "eine Art Stadtpark" entstehen - "und den brauchen wir nicht", betonte Pühl. Hans Schäffler kritisierte, dass viel Geld für Planungen ausgegeben worden sei, die aber nichts gebracht hätten.

Und immer wieder zeigte sich, dass die geplante Verlegung der Kreisstraße der Kern des Streits und mit den Anliegern wohl nicht zu machen ist. Werner Walter wollte geklärt haben, ob für die Verlegung der Kreisstraße nicht auch die Zustimmung der Anlieger nötig sei.

Die Argumente der Bürger, die sich der Interessengemeinschaft zugehörig fühlen, stießen bei der Gesamtheit der Zuhörer im Burucker-Saal nicht nur auf Zustimmung, manche Ausführung wurde auch belächelt. Mit wenigen Ausnahmen verlief der Disput aber konstruktiv und friedlich. Eine Bürgerin brachte ihren Wunsch zum Ausdruck: "Ich hoffe auf eine bessere, zielführendere Diskussion, wenn das Thema Kreisstraße erledigt ist!" Abschließend informierte Bürgermeister Wolfgang Haberberger darüber, dass voraussichtlich am 29. April die nächste öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Marktplatzsanierung stattfinden werde.
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