Von Melancholie zur Freude

Hell und warm, homogen und verschmelzend: die Chöre verstanden es, mit festlicher Weihnachtsmusik die vielen hundert Besucher beim Konzert in der Stadtkirche Neustadt zu begeistern. Unser Bild zeigt den Kirchenchor vor dem Hochaltar. Bild: do
Lokales
Neustadt am Kulm
30.12.2014
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Die Festtagshektik zu überwinden half am Sonntag ein Besuch in der Stadtkirche in Neustadt am Kulm. Sechs Chöre, Instrumentalisten, Solisten und Lektoren aus der Region bewiesen, dass für ein großes Weihnachtskonzert keine Stars von auswärts nötig sind.

"Lasst eure Herzen sprechen ihr Menschen", zitierte Pfarrer Hartmut Klausfelder aus dem Psalm 98 zu Beginn des Abends. Als Moderator schilderte der Pfarrer das Fest als Weihnacht der Freude, der Armen, der Kinder, der Melancholie und der Hoffnung und stellt die Akteure als Geschenke für die Kirchengemeinde vor.

Anspruchsvoll begann der Posaunenchor mit der Weise "Hoch tut euch auf". Dann nahm der Kirchenchor vor dem Hochaltar Aufstellung. Die Sänger um Feyken Bergner ermunterten mit viel Charme zum "Freue dich Welt", Pfarrer Hartmut Klausfelder bot als Organist "Kommet, ihr Hirten", bevor "Nun freut euch, ihr Christen" zum Jubellied der Gemeinde wurde. Weihnachten gehört dem einfachen Volk, erklärte der Pastor. Musik aus dem Volk bietet auch der Männerchor "Kulmianer": "Aus einer schönen Rose" und die weihnachtliche Weise "Süßer die Glocken nie klingen" hatte sich die Formation vorgenommen. Die Klangpracht der Sänger aus den Gemeinden Neustadt und Trabitz, dirigiert von Josef Sloot, erfüllte das Gotteshaus.

Das Neustadt-Quartett, geleitet von Karin Müller-Bayer, bezauberte mit "Weiße Wälder" und "Stehet still", der Posaunenchor Frankenberg unter dem Dirigat von Willi Stahl verbreitete ein Halleluja der Freude und das Vokal-Sextett Kemnath/Neustadt mit Josef Zaglmann inspirierte mit weihnachtlichem Charme. Zwischendurch beeindruckte Christine Rupprecht mit der weihnachtlichen Erzählung vom "Simmerl Wirt" und dem Gedicht "Falscher Frieden". Rupprecht gelang eine nachdenkliche Textdeutung: "Viele Menschen müssen leiden, wie die Fernsehbilder zeigen, menschlich handeln, menschlich werden, dann erst ist Frieden auf Erden".

Wie Schnee

Wie Schnee rieselte es dann auf die Konzertbesucher. Es folgte der Auftritt der Kinder als Botschafter für Musik und Glauben. Den Erwachsenen empfahl "Tausendsassa" Hartmut Klausfelder, der als Organist, Blechbläser, Pianist, Organisator und Moderator glänzte, sich ans Kind im Manne zu erinnern und von Kindheitserlebnissen zu träumen. Ins Träumen kam das Publikum bei "Alle Jahre wieder" der "Gottesdienst-Kinder", angeleitet von Christine Rupprecht und Elke Köstler-Wolf und der modernen adventlichen Weise "Ein Stern". Mit "Kleines Lamm, sagt der Nachtwind" erinnerten sich auch die Senioren an die gute alte Zeit.

"Alles hat seine zwei Seiten". Mit diesen Worten beleuchtete Klausfelder die nachdenkliche Seite der Weihnacht. Der Gesang des Vokal-Sextetts und Vokal-Duetts mit "I Wonder As I Wander" und "Maria durch ein Dornwald ging" inspirierte zur einfühlsamen Textdeutung und besinnlicher Hinführung in die Ereignisse vor mehr als 2000 Jahren. Mit "Es wird scho glei dumpa" flüsterten Orgel und Querflöte (Hartmut und Monika Klausfelder) bewegend in die stille Nacht und das Vokal-Sextett jubilierte mit "Christmas Lullaby" von John Rutter.

Das Wertvollste

Schließlich besangen die Chöre das Fest der Hoffnung. Kirchenchor und "Kulmianer" überzeugten mit homogenem Chorsound voller Reinheit und Klangfülle. Das "O du fröhliche" erfüllte die Stadtkirche und Hartmut Klausfelder verabschiedete die Kirchenbesucher mit dem Segen, dem Schönsten und Wertvollsten, was es gibt, so der Pfarrer. Das mächtige Geläut vermischte sich mit dem begeisternden Beifall der Konzertbesucher. Am Ende durften sich Akteure und Besucher über einen wunderschönen Weihnachtsabend freuen. Ein Wiedersehen in zwölf Monaten? Es wäre ein schönes Geschenk.
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